Der Welthalbleitermarkt erreichte 2013 einen Umsatz von 306 Milliarden US-Dollar. In den Neunzigern lag der Wachstumstrend bei 15 Prozent jährlich. Für 2014 werden mindestens acht Prozent erwartet, 2015 dann 4,6 Prozent.

Der Welthalbleitermarkt erreichte 2013 einen Umsatz von 306 Milliarden US-Dollar. In den Neunzigern lag der Wachstumstrend bei 15 Prozent jährlich. Für 2014 werden mindestens acht Prozent erwartet, 2015 dann 4,6 Prozent.ZVEI, WSTS

Nach bisherigen Prognosen wächst der Halbleitermarkt im Jahr 2014 weltweit um acht Prozent auf knapp 330 Milliarden US-Dollar. Der ZVEI hält sogar neun bis zehn Prozent Umsatzwachstum für möglich. Für das Jahr 2015 erwartet der ZVEI eine etwas schwächere Umsatzsteigerung um vier bis fünf Prozent. Stephan zur Verth, Vorsitzender der Fachgruppe Halbleiter-Bauelemente im ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems, erklärt dieses abgeschwächte Wachstum mit dem Erwachsenwerden des Marktes: „Die Wachstumsraten eines erwachsenen Marktes sind im Wesentlichen von neuen Applikationen und der Konjunktur abhängig.“ Dazu zähle derzeit etwa das Internet der Dinge, aber auch weitere Megatrends wie Energieeffizienz, Security, Automotive und die Gesundheitsbranche. „Das Wachstum des Halbleitermarkts wird künftig im Durchschnitt fünf Prozent pro Jahr erreichen.“ Von 1991 bis 2000 lag das weltweite Wachstum bei durchschnittlich 9,3 Prozent pro Jahr, von 2000 bis 2013 nur noch 4,0 Prozent. Diese Werte decken sich mit der Einschätzung von Verth.

Der europäische Halbleitermarkt erreichte 2013 einen Umsatz von 34 Milliarden US-Dollar und wird 2014 um 6,5 Prozent wachsen. Damit liegt Europa immer noch neun Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2007.

Der europäische Halbleitermarkt erreichte 2013 einen Umsatz von 34 Milliarden US-Dollar und wird 2014 um 6,5 Prozent wachsen. Damit liegt Europa immer noch neun Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2007.ZVEI, WSTS

Der europäische Halbleitermarkt wächst im laufenden Jahr voraussichtlich um 6,5 Prozent auf etwas über 36 Milliarden US-Dollar. Bereits im Jahr 2013 hatte er um 5,2 Prozent auf fast 34 Milliarden Dollar zugelegt. 2015 wird der europäische Halbleitermarkt um über drei Prozent auf gut 37 Milliarden Dollar wachsen. Damit liegt Europa immer noch 9 Prozent unter dem Vorkrisenniveau, währen sich der Weltmarkt bereits 29 Prozent darüber befindet.

Deutschland führend in Europa

Der deutsche Halbleitermarkt wird in diesem Jahr mit einem Plus von 7,2 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro abschneiden. Damit liegt er zwar nach unter dem weltweiten Wert, aber deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Stephan zur Verth freut sich: „Damit wird der deutsche Halbleitermarkt das Vorkrisenniveau von 2007 zum ersten Mal deutlich überschreiten.“ Für das Jahr 2015 erwartet zur Verth ein Wachstum um knapp fünf Prozent auf fast zwölf Milliarden Euro im Inland.

Der deutsche Halbleitermarkt erreichte 2013 14 Milliarden US-Dollar und wird 2014 auf 15 Milliarden ansteigen. Damit überschreitet er erstmals wieder das Vorkrisenniveau von 2007.

Der deutsche Halbleitermarkt erreichte 2013 14 Milliarden US-Dollar und wird 2014 auf 15 Milliarden ansteigen. Damit überschreitet er erstmals wieder das Vorkrisenniveau von 2007.ZVEI, WSTS

Das in Deutschland größte Marktsegment Automobilelektronik liegt 2014 voraussichtlich bei einem Marktanteil von 43 Prozent. Es weist mit plus zehn Prozent auf 4,9 Milliarden Euro das größte Umsatzwachstum der Segmente auf. Wie erwartet hat die Industrieelektronik im Jahr 2013 die Datentechnik als zweitgrößtes Marktsegment abgelöst. Im laufenden Jahr wird deren Marktanteil 24,3 Prozent betragen. Der Umsatz der Industrieelektronik ist im laufenden Jahr um sechs Prozent auf 2,8 Milliarden Euro gestiegen. Ebenfalls ein Umsatzwachstum von sechs Prozent auf 2,7 Milliarden Euro weist die Datentechnik als nun drittgrößtes Marktsegment auf. Deren Marktanteil liegt knapp unter 24 Prozent. Die beiden kleinsten Marktsegmente Telekommunikation mit sieben Prozent Marktanteil, sowie Konsumelektronik mit zwei Prozent Marktanteil, haben ihren Umsatz jeweils um ein Prozent auf 0,7 Milliarden Euro beziehungsweise 0,2 Milliarden Euro gesteigert.

Stephan zur Verth von NXP Semiconductors Germany ist Vorsitzender der Fachgruppe I – Halbleiter – des Fachverbandes Electronic Components and Systems im ZVEI.

Stephan zur Verth von NXP Semiconductors Germany ist Vorsitzender der Fachgruppe I – Halbleiter – des Fachverbandes Electronic Components and Systems im ZVEI.
NXP Semiconductors Germany

Stabilisierung Europas

Im Jahr 1993 war die Asien/Pazifik noch die umsatzschwächste Region mit 18 Prozent Weltmarktanteil. Sie hat sich bis zum Jahr 2013 aber zur umsatzstärksten Region mit 57 Prozent Marktanteil entwickelt. Jedoch gewinnt diese Region kaum noch nennenswert Marktanteile hinzu. Der Anteil Amerikas stabilisiert sich derzeit bei 20 Prozent. Dies ist somit die zweitstärkste Region. Japans Marktanteil war vor 20 Jahren mit 31 Prozent nahezu gleich groß wie der Anteil der damals mit 32 Prozent umsatzstärksten Region Amerika. Jetzt sind Japan und Europa, mit jeweils einem Marktanteil von elf Prozent, die umsatzschwächsten Regionen. Europa, dessen Anteil in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken ist, hat gute Chancen, sich auf dem niedrigen Niveau von rund zehn Prozent zu stabilisieren.

Alle bisher genannten Umsatzzahlen beziehen sich auf den Handel, also die Regionen in die die Bausteine tatsächlich geliefert werden (ship-to). Betrachtet man stattdessen den Firmensitz des jeweiligen Halbleiterherstellers, dann ergibt sich für Deutschland ein ähnliches Bild: Die einheimischen Halbleiterfirmen liefern Bausteine im Wert von 11 Milliarden US-Dollar; 26 Prozent ihrer Produkte gehen in die Industrie und 45 Prozent in den Automobilbereich. Die Kommunikationsbranche kauft 13 Prozent der Bausteine, in den Computer-Bereich gehen 8 Prozent und die Konsumelektronik ist nur noch mit 7 Prozent vertreten.

Global betrachtet dominieren Firmen aus den USA den Halbleitermarkt mit über 50 Prozent Anteil. Japans Anteil liegt bei zirka einem Fünftel und sinkt seit den Neunzigern. Chinesische Firmen produzieren gerade einmal zwei Prozent des Weltbedarfs, verbrauchen aber 29 Prozent der Weltproduktion.