Die Industrie ist startbereit. Selten zuvor wurden auf einer Hannovermesse mehr neue technische Produkte und Verfahren, mehr innovative Dienstleistungen präsentiert als von den 6 926 Ausstellern der Messe 2002. Mit ihrer optimistischen Innovationskraft fordert die Industrie den konjunkturellen Aufschwung heraus. 91,1 Prozent der Aussteller haben auf ihren Messeständen den rund 250 000 Besuchern (2001: 254 600) technische Neuheiten und Weiterentwicklungen angeboten. Der Vergleichswert des Vorjahres lag noch bei 85,6 Prozent.


Die Aussteller der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie zeigen sich mit dem Verlauf der Messe zufrieden. Nach Einschätzung des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) e. V., Frankfurt/Main, wurde der größte Teil der Erwartungen erfüllt und bei einigen Ausstellern sogar deutlich übertroffen. „Die Stimmung der Branche hat sich daher im Laufe der Messe immer weiter aufgehellt“, berichtete ZVEI-Präsident Dietmar Harting. „Damit bestätigt sich die Hannovermesse als unverzichtbare internationale Leistungsschau für die Schlüsseltech­nologien der Industrie und als wichtiger Stimmungsmacher für unsere Branche“, führte er weiter aus.
Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) e. V., Frankfurt/Main, berichtet von verhaltenem Optimismus seiner Mitgliedsunternehmen. Begründet wird diese Einschätzung mit der Hoffnung auf das Nachmessegeschäft.


Die Factory Automation mit den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik sowie Industrial IT & Software gehört traditionell zu den Höhepunkten der Hannovermesse , das belegen auch die insgesamt 1 750 Aussteller. Rechnet man die 301 Aussteller der MicroTechnology – ein Spin-off der Factory Automation – hinzu, sind das mit 2 051 Ausstellern fünf Prozent mehr als im letzten Jahr.
Gezeigt wurden insbesondere anspruchsvolle Anwendungen der Automatisierungstechnik, bei der durchgängige Systeme die fertigungstech­nischen Herausforderungen der Zukunft lösen. Der Trend geht zur „angepassten“ Automation. „So prägen z. B. Montagelinien mit Prozessmodulen das Bild, mit denen neue Funktionen schnell realisiert werden können und die durch einen idealen Mix von Automation und Handarbeitsplätzen ihre Flexibilität bewahren“, erklärt VDMA-Präsident Diether Klingelnberg. Dank intelligenter Steuerungstechnik und standardisierter Schnittstellen können Module sogar von unterschiedlich spezialisierten Unternehmen in eine Linie integriert werden.
Ein wichtiger Teil der Factory Automation bleiben Roboter, die neben der weiter dominierenden Anwendung in der Automobilindustrie zusätzliche Einsatzgebiete in der Nahrungs- und Verpackungsindustrie, rund um Werkzeug- und Kunststoffmaschinen, aber auch in Logistik- und Umschlagszentren des Handels erobern. Besonderes Highlight war die „fun factory“ der Kuka Roboter GmbH. Rund 3 000 Freiwillige erprobten hautnah den Ritt auf dem sechsachsigen Robocoaster. Der erste Roboter weltweit, der Menschen bewegen darf, schaffte es sogar bis in die „Tagesschau“.