Die neue Steckverbinder-Reihe ‚Han-Eco B‘ mit den Gehäusen aus Hochleistungskunststoff ist vollständig mit dem Industriestandard Han B kompatibel. Harting

Die neue Steckverbinder-Reihe ‚Han-Eco B‘ mit den Gehäusen aus Hochleistungskunststoff ist vollständig mit dem Industriestandard Han B kompatibel. Harting

In diesem Jahr will Harting auf der Messe die Bedeutung von Partnerschaften im Zusammenhang mit der Integrated Industry anhand einiger Beispiele heraustellen. So zeigt das Unternehmen mit seinen Partnern aus dem Mica-Netzwerk (www.mica.network) und dem Schweizer Automobilhersteller Rinspeed, wie im Rahmen einer Partnerschaft Mehrwerte für den Kunden geschaffen werden. Derzeit kooperieren 24 Partnerunternehmen in diesem Anwender-Netzwerk und zeigen aktuell 29 Anwendungen für das Open Computing System Mica in verschiedensten Industrie-4.0-Anwendungen. Mit diesem modularen Minicomputersystem, das vor zwei Jahren mit dem Hermes-Award ausgezeichnet wurde, lassen sich Digitalisierungsprojekte an Maschinen und Anlagen umsetzen, vor allem auch an bestehenden Industrieanlagen (Retrofit).

Harting auf Wachstumskurs

Das Familienunternehmen Harting hat im vergangenen Geschäftsjahr 2016/17 seinen Umsatz um 14,7 % auf 672 Millionen Euro gesteigert, weit mehr als das Unternehmen selbst erwartet hatte. Umsatztreiber waren vor allem die Marktsegmente Verkehrstechnik, Maschinenbau, Automation und Robotik. Zu dem Umsatzplus trugen alle Regionen bei; auch in Deutschland legte der Umsatz um knapp 11 % auf 216 Millionen zu. Die Zahl der Mitarbeiter stieg im Verlauf des Geschäftsjahres um 8,2 % oder 353 Stellen auf 4 639 Mitarbeiter. Neben den Produktionserweiterungen im Ausland hat das Unternehmen auch an seinen deutschen Standorten kräftig investiert. So bezogen rund 65 Mitarbeiter die neue Geschäftszentrale der Harting Customised Solutions (HCS) in Espelkamp; HCS entwickelt – basierend auf Standardprodukten – kundenspezifische Produkte von der Kabelkonfektion bis zu komplexen Systemlösungen. Desweiteren wurde das Harting Development Center (HDC) in Rahden bezogen, in neue Maschinen und Anlagen sowie in zahlreiche Digitalisierungsprojekte investiert. Im HDC werden die Entwicklungskompetenzen mit Fokus auf Industrie 4.0 gebündelt. Der dickste Investitionsbrocken mit einem Volumen von rund 40 Millionen Euro ist jedoch das neue, im Bau befindliche Logistikzentrum in Espelkamp, das 2019 in Betrieb gehen soll.

Neue Kunststoff-Steckverbinder
‚Han-Eco B‘ vorgestellt

Die Steckverbinder-Reihe ‚Han-Eco‘ wird umfassend erweitert: Der neue Steckertyp ‚Han Eco B‘ hat ein Gehäuse aus Hochleistungskunststoff in den Größen 6B, 10 B, 16B und 24B; zusammengenommen ergeben sich daraus mehreren Hundert Steckervarianten. Die ‚Han Eco B‘-Steckverbindungen sind vollständig mit dem Industriestandard ‚Han B‘ kompatibel. In die entsprechenden Han-Eco-B- Gehäuse passen somit alle Kontakteinsätze und Module, die sich auch in das Standard-Metallgehäuse integrieren lassen. Kunststoff- und Metall-Versionen sind somit steckkompatibel.

Dadurch ist eine Abwärtskompatibilität von Han-Eco B in Industrieumgebungen vollständig gewährleistet. Anwender können sich im Sinne der jeweiligen Kosten- und Qualitätsanforderungen die Vorteile der Materialien Kunststoff und/oder Metall zu Nutze machen. Bestehende Prüfeinrichtungen in der Fertigung bleiben für beide Gehäuse-Varianten nutzbar.

Mit Kunststoff als Gehäusewerkstoff verbessert sich die Korrosionsbeständigkeit der Steckverbinder gegenüber Metallgehäusen, etwa gegenüber Salzsprühnebeln. Mit dem brandbeständigen Hochleistungskunststoff vermindert sich zudem das Gehäusegewicht im Vergleich zum Metall um ungefähr die Hälfte, was im mobilen Gewerbe (Transportation) sehr erwünscht ist. Und die Stecker lassen sich jetzt wesentlich schneller zusammenbauen – das zählt überall als Vorteil, besonders beim Großserieneinsatz.

Neben der Verwendung von Standard-Monoblöcken ist über den Gelenkrahmen auch der Einsatz des Programms ‚Han-Modular‘ möglich. Die Metall-Gelenkrahmen lassen sich in den neuen Gehäusen fest verschrauben.

Der ‚PushPull V4 Industrial‘-Steckverbinder hält mit seinem Kunststoffgehäuse auch aggressiven Chemikalien stand und besitzt eine arretierbare Verriegelung sowie eine flexible Kabelaufnahme.

Der ‚PushPull V4 Industrial‘-Steckverbinder hält mit seinem Kunststoffgehäuse auch aggressiven Chemikalien stand und besitzt eine arretierbare Verriegelung sowie eine flexible Kabelaufnahme. Harting

Push & Pull-Steckverbinder werden ausgebaut

Ein weiteres Highlight auf der Messe werden modulare Steckverbinder mit Push & Pull-Verriegelung sein. Dabei geht es bei Harting um Steckverbinder, die sich ganz ohne Werkzeug einfach aufstecken und verriegeln lassen – und ebenso leicht wieder zu lösen sind. Diesen Produktbereich will Harting gezielt ausbauen. Für Anwendungen in Industrie und Automatisierung hat das Unternehmen vor knapp einem Jahr die modularen Rechteck-Steckverbinder ‚PushPull V4 Industrial‘ für Daten-, Signal- und Leistungsübertragung auf den Markt gebracht. Für die besonders harten Anforderungen im Bereich Robotik und Bahnanwendungen gibt es zudem die ‚M12-PushPull‘-Rundsteckverbinder nebst dazu passenden Buchsen für Kabel, Gehäusedurchführungen und Leiterplattenanschlüsse. Der Steckverbinder eignet sich zur sicheren Übertagung von Signalen und kleineren Stromversorgungen sowie Ethernet bis 10 GBit über A-, D- oder X-Kodierung in male- oder female-Ausführungen. Angekündigt ist, dass zur Hannover Messe kleinere Brüder zu den M12-PushPull-Steckverbindern vorgestellt werden, also M8-PushPull. Genaueres dazu wollte Harting aber noch nicht bekannt geben.

Die Miniaturisierung geht weiter

Harting hat bereits mehrere Mini-Steckverbinder als Alternative zu etablierten Größen im Steckverbinder-Geschäft auf den Markt gebracht: Einer davon ist der im vergangenen Jahr vorgestellte Ethernet-Steckverbinder ‚ix Industrial‘; er ist 70 % kleiner und robuster als die RJ45-Steckverbindung und kann zudem Datenmengen bis 10 GBit übertragen kann (Fast Ethernet). Für Anwendungen mit Umwelteinwirkungen lässt sich Fast Ethernet auch mit M8-D-kodierten Steckverbindern an Sensoren führen, die mit einem M12 nicht bis an ihren Einsatzort gepasst hätten.

Weil das Ende der Miniaturisierung noch lange nicht erreicht ist, will Harting seinen bisherigen Weg mit seinen ‚T1 Industrial‘-Steckverbindern für die Ethernet-Übertragung mit Single Pair Ethernet (SPE)-Verbindungstechnik konsequent weiter gehen, das heißt im Schulterschluss mit Technologiepartnern wie dem Kabelhersteller Leoni und der Hochschule Reutlingen. Das Thema Single Twisted Pair Ethernet wird bei Harting eines Highlights auf dem Messestand sein. Dazu ist auch ein entsprechendes Forum beziehungsweise Netzwerk-Treffen geplant.