Auf der Medica diskutieren Experten auch die Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Medizintechnik.

Auf der Medica diskutieren Experten auch die Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Medizintechnik.Messe Düsseldorf / ctillmann

Das Sammeln von Daten ist ein Mittel der Wahl, Probleme beispielsweise bei Medizinprodukten schneller aufzudecken. So sind die seit einigen Jahren laufenden Arbeiten an der europäischen Medical Device Regulation eine Reaktion auf den weltweiten Skandal um minderwertige Brustimplantate eines französischen Herstellers. Eine neue Pflicht zur eindeutigen individuellen Kennzeichnung von Medizinprodukten soll Bestandteil dieser Maßnahmen werden. In den USA schreibt die dortige Zulassungsbehörde FDA bereits in einem gewissen Umfang die Unique Device Identification (UDI) vor. Eine Harmonisierung der internationalen Regelungen liegt nun nahe.

Geplant ist, jedes Medizingerät mit einer individuellen Nummer zu kennzeichnen und in einer Datenbank auf europäischer Ebene zu speichern. Als Codearten werden voraussichtlich nur lineare Barcodes oder QR-Codes verlangt, RFID ist beim derzeitigen Stand der Gesetzgebung nur als Option vorgesehen. Daten sammeln, speichern und verknüpfen verspricht große Fortschritte in der Medizin. Es bringen aber auch ethische und rechtliche Herausforderungen mit sich.

Prof. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, wird im Rahmen des Medica Health IT Forums ein neues Förderkonzept zur Medizininformatik vorstellen. Ziel ist es, die Patientenversorgung und die Forschungsmöglichkeiten durch innovative IT-Systeme zu verbessern. In den vergangenen Jahren haben dabei Hochdurchsatztechnologien die Gesundheitsforschung revolutioniert. Heute werden in kürzester Zeit große Mengen an Forschungsdaten generiert. Gleichzeitig stehen mit der zunehmenden Digitalisierung in der Medizin immer mehr elektronische Daten aus der Patientenversorgung zur Verfügung. Zusammen haben diese Daten das Potenzial, die Diagnose und Therapie von Krankheiten entscheidend zu verbessern. Um dieses Potenzial zu nutzen, müssen Daten aus Forschung und Patientenversorgung zusammengeführt und in Wissen übersetzt werden.