Die Modularisierung der Maschinenvisualisierung heißt auch, Responsive Design bereits bei der Projektierung zu berücksichtigen.

Die Modularisierung der Maschinenvisualisierung heißt auch, Responsive Design bereits bei der Projektierung zu berücksichtigen. Inosoft

Vor diesem Hintergrund hat die Firma Inosoft bei der Version 7.2 ihrer Prozessvisualisierung Visiwin ein Plugin-Konzept realisiert: Damit lässt sich die in der Mechanik bereits gelebte Modularisierung auch auf die Visualisierung übertragen. Das war zwar bereits in den Vorgängerversionen durch eine Aufteilung der Bildschirmkomponenten als Controls möglich, verlangte jedoch immer zusätzliche Handarbeit im Bereich der Definition der Engineering-Daten. Diese Controls enthielten weder Variablen noch Texte oder Alarme. In der aktuellen Version ist die Modularisierung mit dem Plugin-Konzept jetzt durchgängig umgesetzt und in das Entwicklungssystem integriert.

Künftig lassen sich für die verschiedenen realen Maschinenmodule korrespondierende Visualisierungsmodule erstellen und in externe Pakete auslagern, in Plugins. Diese können auch umfassende Funktionen und Informationen beinhalten – von der Bedienoberfläche über Prozessdaten, Alarmmeldungen, Trendaufzeichnungen bis hin zur Logik der HMI-Screens. Außerdem lassen sie sich für mehrfach vorhandene Module sogar instanziieren. Theoretisch ließe sich sogar eine vorhandene, monolithische Maschinenvisualisierung nachträglich modularisieren: Dazu müssten lediglich die einzelnen Visualisierungs-Bereiche separiert und als Plugins abgelegt werden. Allerdings sind monolithische Visualisierungsprojekte oft so ineinander verzahnt, dass sie sich nachträglich kaum noch in ihre Bestandteile zerlegen lassen.

Effizienz im Engineering steigt

Die verschiedenen HMI-Plugins eines Projekts sind zuladbar und werden über ein Framework-Projekt zusammengefasst.

Die verschiedenen HMI-Plugins eines Projekts sind zuladbar und werden über ein Framework-Projekt zusammengefasst. Inosoft

Sind die Plugins erstellt, werden die variantenübergreifenden Funktionen zusätzlich in einem Framework-Projekt zusammengefasst. Bei der Projektierung einer neuen Maschine braucht der Maschinenbauer nun lediglich die erforderlichen Plugins aus seinem Baukasten zusammenzustellen und in das Framework nachzuladen. Dabei können einzelne Plugins auch mehrfach instanziiert werden. So entsteht ohne weitere Programmierarbeit eine maßgeschneiderte Visualisierung für eine kundenspezifische Applikation beziehungsweise Maschine. Plugins und Framework lassen sich einzeln updaten, eventuelle Verbesserungen und Pflegemaßnahmen stehen damit automatisch allen künftigen Projekten zur Verfügung. Dieser Ansatz erleichtert nicht nur die Erstellung von Visualisierungen, er reduziert ebenso den Aufwand für Versionierung und Aktualisierung. In Summe steigt die Effizienz im Engineering.

Migration von Fremdsystemen elegant gelöst

Augmented Reality beeinflusst Aufbau und Struktur künftiger Maschinenvisualisierungen: Gemeinsam mit dem UX-Spezialisten Ergosign hat Inosoft Konzepte entwickelt, wie die Prozessvisualisierung der Zukunft mit smarten Datenbrillen wie Microsofts Hololens zusammenspielt.

Augmented Reality beeinflusst Aufbau und Struktur künftiger Maschinenvisualisierungen: Gemeinsam mit dem UX-Spezialisten Ergosign hat Inosoft Konzepte entwickelt, wie die Prozessvisualisierung der Zukunft mit smarten Datenbrillen wie Microsofts Hololens zusammenspielt. Inosoft

Auch Komponenten von Drittanbietern lassen sich als HMI-Bestandteile – sofern sie die notwendige Offenheit bieten – in eine Visiwin-Visualisierung einbinden. Am einfachsten geht das, wenn diese Module die Windows Presentation Foundation (WPF) nutzen. Denn diese Grafikschnittstelle ist fester Bestandteil von Visiwin 7.2 beziehungsweise des User-Interface Modern-UI.

Modern-UI ermöglicht es, High-End-Grafiken mit integrierten Animationen zu erstellen sowie anspruchsvolle Designs oder 3D-Grafiken zu realisieren. Zudem unterstützt es Multitouch- und Gestensteuerung. Mittels eines weiteren Typs von User-Interface, dem Web-UI, lassen sich auch mobile Geräte als HMI-Plattform nutzen. Hier stellen HTML5 und Java-Script die Technologie-Basis für plattformunabhängige Oberflächen dar, die sich aufgrund des Responsive Designs automatisch dem jeweiligen Gerät anpassen.

Das dritte User Interface, Classic-UI, basiert auf Windows Forms. Es stellt zwar geringere grafische Möglichkeiten bereit – vergleichbar mit dem Look-and -feel von Visual Basic – ermöglicht dafür aber ein einfacheres Engineering; ist also prädestiniert für einfache Visualisierungs-Lösungen. Vor allem ist das Classic-UI aber auch der Migrationspfad bestehender Anwendungen von der Vorgänger-Version VisiwinNET nach Visiwin 7.2.

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