Durch die Integration haptischer Rückmeldungen in berührungsempfindliche Oberflächen spürt der Fahrer beim Bedienen direkt, ob ein sogenanntes „Touch-Element“ von ihm auch tatsächlich aktiviert wurde.

Eine haptische Rückmeldung des Touch-Elements quittiert den Tastendruck des Fahrers.

Eine haptische Rückmeldung des Touch-Elements quittiert den Tastendruck des Fahrers.Continental

Nach Ansicht von Continental eignen sich Produkte wie Sekundär-Displays oder großflächige Displays in der Mittelkonsole und Touchpads „ ideal, um den Fahrer über angepasste und kontextbezogene Informationsdarstellungen eine Interaktion zu erleichtern“. Das Unternehmen geht davon aus, dass bereits im Jahr 2014, jeder sechste neu zugelassene Pkw in West-Europa, USA und Japan mit Touchscreens ausgestattet wird.

„Das Bedienkonzept der berührungsempfindlichen Oberflächen aus der Unterhaltungselektronik kann jedoch nicht eins zu eins ins Auto übertragen werden“, erklärt Guido Meier-Arendt, HMI-Experte bei Continental. „Wo bei klassischen Bedienelementen – wie Drehregler oder Schaltern und Knöpfen – Auge, Ohr und vor allen Dingen die bedienende Hand eine direkte Rückmeldung bekam, waren berührungsempfindliche Anzeigen im Auto bislang auf diesem wichtigen Rückkanal stumm geblieben.“

Für die haptische Rückmeldung ermittelt Continental die exakte Fingerposition während der Bedienung. Touch-Sensoren auf rein elektrisch (kapazitiv), elektromechanisch (resistiv) oder optisch messender (über einen Infrarot-Sensor) Basis übernehmen diese Aufgabe. Sie lokalisieren die Fingerposition zuverlässig auf weniger als einen Millimeter genau. Mit der Positionserkennung fällt die Entscheidung, in welcher Form eine haptische Rückmeldung erfolgen soll. Ob tatsächlich ein Touch-Element ausgelöst wird, ist darüber hinaus von der Betätigungskraft abhängig, die über weitere Sensoren oder durch Signalverarbeitungsschritte auf Basis bestehender Daten ermittelt werden.

Eine Kapazitätsmessung ermittelt die Position des Fingers im elektrischen Feld des kapazitiven Touchscreen.

Eine Kapazitätsmessung ermittelt die Position des Fingers im elektrischen Feld des kapazitiven Touchscreen. Continental

Die für die Ausführung der mechanischen Bewegung erforderlichen Aktuatoren können in einem Frequenzbereich von bis zu 200 Hertz und mehr unterschiedliche haptische Informationen erzeugen. Je nach Bedienkonzept kann die Rückmeldung in Form eines leichten Gegendrucks bis hin zu einer Vibration erfolgen. So lassen sich unterschiedliche und auf die Herstellerbedürfnisse abgestimmte Rückmeldestrategien realisieren. „Versuchsreihen haben dabei gezeigt: Haptische Rückmeldungen werden deutlich besser vom Fahrer angenommen als visuelle oder akustische Signale“, erklärt Guido Meier-Arendt.

Continental hat die grundlegende Vorentwicklung abgeschlossen und ist jetzt in der Lage, an spezifischen Umsetzungen für neue Fahrzeugmodelle gemeinsam mit den Automobilherstellern zu arbeiten. „Die Kombination von berührungsempfindlichen Oberflächen mit einer haptischen Rückmeldung ist sozusagen eine fühlbare Innovation, um den Fahrer noch besser in seiner Fahraufgabe zu unterstützen“ erklärt Eelco Spoelder, Leiter des Geschäftsbereichs Instrumentation & Driver HMI. „Unsere Kunden können diese Technologie nutzen, um die Sicherheit der Fahrzeuginsassen zu erhöhen, aber auch um eine Art magischen Effekt beim Bediener mit der haptischen Rückmeldung zu erzeugen – nach dem Motto: sicher und erlebnisreich ankommen.“