„Unsere modulare Plattform aus offener Hard- und Software fügt sich in das Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 ein.“ Dr. Volker Franke, Harting.

„Unsere modulare Plattform aus offener Hard- und Software fügt sich in das Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 ein.“ Dr. Volker Franke, Harting.Harting

Harting: Der Name mag etwas sperrig sein, die Technik ist es nicht. Laut Dr. Volker Franke, Geschäftsführer von Harting Applied Technologies, erfreut sich die IIC Mica (Integrated Industry Computer Modular Industry Computing Architecture) einer starken Nachfrage. Die Plattform besteht aus einem kompakten und robusten Computer, getestet nach EN 50155 und anderen Industrie- und Bahnnormen. „Darauf setzt das Virtual Industrial Computing auf, eine Kombination etablierter Linux-Technologien“, erklärt Franke. Die Touch-Benutzeroberfläche ist vollständig in HTML5 und Javascript implementiert, kann daher ohne spezielle Tools angepasst werden. Ebenso fallen bei einer Nutzung keine Lizenz- oder Leasinggebühren an.

Das Framework ermöglicht es, Anwendungen auf Feldgeräten zu virtualisieren, ohne den bislang für eine Virtualisierung notwendigen Overhead. Alle Anwendungen laufen in virtuellen Containern, sogenannten Sandboxen, die bereits sämtliche Bibliotheken und Treiber für die jeweilige Anwendung enthalten. „Dadurch gehören Abhängigkeiten und Inkompatibilitäten der Vergangenheit an“, so Franke. Zudem arbeiten die einzelnen Applikationen dadurch isoliert voneinander.

Der modulare Aufbau von Mica ermöglicht spezifische Ausprägungen.

Der modulare Aufbau von Mica ermöglicht spezifische Ausprägungen.Harting

Durch diese Kombination ist das System mehr als nur ein industrietaugliches, fortgeschrittenes Äquivalent zu einem Raspberry Pi oder einem Beagle Bone. Es stellt eine komplette Infrastruktur zur Verfügung, um Intelligenz in existierende Fertigungssysteme zu implementieren, Daten zu sammeln oder kleine und mittlere Industrie-4.0-Projekte sowie Proof of Concepts umzusetzen. Mica ist ausgestattet mit einem 1-GHz-ARM-Prozessor, 1 GB RAM sowie einem 4-GB-Flash-Speicher, der per µSD-Karte nochmals um bis zu 32 GB erweiterbar ist. Der Stromverbrauch liegt in der Basisversion unter 5 W. Aufgrund des großen Interesses entwickelt Harting Serienmodelle und Lösungen, deren Auslieferung ab 2016 beginnt.

SPS IPC Drives 2015 – Halle 10, Stand 140