Die Fronten zwischen IDA und PNO schienen aussichtslos verhärtet – bis Hannover. Dort gaben Martin Müller, Vorsitzender der IDA-Group, und PNO-Vorstand Edgar Küster bekannt, dass man künftig die White Spots bei Ethernet-basierenden Kommunikationslösungen gemeinsam erkunden will. Sowohl die IDA-Group als auch die PNO starten 2002 mit der Markteinführung ihrer jeweiligen Lösungen (IDA bzw. PROFInet) und streben dabei die Verwendung weltweit akzeptierter Standards an. Diese weitgehend identische Vorgehensweise ermöglicht nun eine pragmatische Zusammenarbeit. Mit dem Ziel, gemeinsam die Unterschiede zwischen den Lösungen zu minimieren und bei neuen Themen durch frühzeitige Abstimmung ein weiteres Auseinanderdriften der beiden Standards zu verhindern, wurden zwei Themen identifiziert: Geräteintegration und Plug-and-Work! Für die Bearbeitung dieser Themen werden Joint IDA/PNO Working Groups eingesetzt, die bereits im September 2002 erste Ergebnisse vorlegen sollen. Zusätzlich zu den Joint Working Groups werden in gemeinsamen Statusrunden von IDA-Group und PNO Entscheidungen über das weitere gemeinsame Vorgehen vorbereitet.


Bei der Integration von Geräten in Automatisierungslösungen besteht heute die Situation, dass Gerätehersteller für jeden Standard unterschiedliche Gerätebeschreibungen erstellen und pflegen müssen. Für die Anbieter von Software-Werkzeugen bedeutet dies, dass alle relevanten Gerätebeschreibungen zu berücksichtigen sind. Mit dem Ziel, diese Aufwände durch die Definition eines gemeinsamen Standards zu minimieren, wird sich die Joint Working Group Geräteintegration an dem IEC-Standard ‘Device Profile Guidelines‘ orientieren und Skalierungsmöglichkeiten der Geräteintegration auf Basis vorhandener Beschreibungsmittel wie XML, DD, DTM etc. standardisieren. Auch wenn Geräte heute über eine standardisierte Ethernet-Schnittstelle verfügen, ist nicht sichergestellt, dass Produkte unterschiedlicher Hersteller und Standards an einem Netz gleichzeitig kommunizieren können oder einheitlich konfigurier- und diagnostizierbar sind. Um diese Situation künftig zu vermeiden, erarbeitet die Joint Working Group ‘Plug-and-Work‘ entsprechende Spezifikationen für die automatische Adressvergabe über zentrale DHCP-Server sowie für die manuelle Adressvergabe über Engineering Tools.