Christian Eder ist Marketing Manager bei der Congatec AG in Deggendorf.

Christian Eder ist Marketing Manager bei der Congatec AG in Deggendorf.

Wie wird sich die Finanzkrise auf den Embedded- und IPC-Markt auswirken? 
Christian Eder, Congatec:
Die Finanzkrise wird sehr viele Firmen dazu bewegen, vorsorglich oder auch absatzbedingt Kosten einzusparen. Das daraus resultierende Outsourcing wird dem ohnehin stark wachsenden Markt der integrierbaren Computermodule zusätzlichen Auftrieb verleihen. Wie schon im Jahre 2002 wird die Computer-On-Module Branche auch von dieser Krise profitieren.

Fahrzeugbau, Elektronik und Telekommunikation und der Maschinenbau sind laut einer Bitkom-Studie die Hauptabsatzmärkte für Embedded-Technologie. Welche Branchen könnten aber in Zukunft noch interessant werden oder sind es schon?
Die Anzahl der Computermodule in der Automatisierungstechnik wird auch in diesem Jahr wieder steigen. Stark wachsende Anwendungsbereiche für unsere Produkte in 2009 sind digitale Anzeigesysteme, Verkaufs- und Spielautomaten.

Von der wirtschaftlichen zur technischen Seite. Die Anwender fordern einheitliche Standards. So kann man im Embedded-Bereich schon von einem Formfaktorkrieg sprechen. Wie stehen die Chancen für Standards?
In der Vergangenheit wurden Standards, eigentlich sind es ja Spezifikationen, schon mal von einer Firma festgelegt und dann, bewusst zeitlich verzögert, dann freigegeben. Wie man sieht, funktioniert das heute nicht mehr. Qseven wurde von drei Firmen initiiert, bald darauf haben zehn Firmen an der Spezifikation mitgewirkt und mittlerweile haben bereits fünf der derzeit 21 Mitgliedsfirmen eigene Qseven-Produkte vorgestellt. Qseven ist, im Gegensatz zu COM Express, rein auf kleine und mobile Anwendungen ausgelegt. Für einen Krieg sind die Ziele und Überschneidungen einfach viel zu gering.

Eine weitere Herausforderungen gerade in der Telekommunikationsbranche und im Maschinenbau sind die langen Garantiezeiten. Wie begegnen Sie dieser Herausforderung?
Wir geben zwei Jahre Gewährleistung auf unsere Module. Außerdem bieten wir eine optionale Verlängerung dieser Frist an, was aber nur in den wenigsten Fällen genutzt wird.

Im gleichen Atemzug nennen Anwender möglichst hohe Zuverlässigkeit. Was tun sie, um dieser Forderung gerecht zu werden?
Das Design unserer Produkte wird vor der Fertigungsfreigabe sehr intensiv getestet. Der 100 -%-Fertigungstest und die begleitenden Qualitäts- und Dauertests sind weitere Maßnahmen, um die Ausfallraten möglichst gering zu halten. Die durchschnittliche MTBF unserer Module liegt bei rund 100000 Stunden, das entspricht einem Dauereinsatz von über elf Jahren.

Als Abschluss ein Blick in die nahe Zukunft. Welche Technologietrends werden die Embedded World und das Jahr 2009 prägen?
Die Jagd nach immer schnelleren und damit meist auch immer leistungsfähigeren Computern wird dem Trend nach stromsparenden Modulen weichen. Damit werden diese Module noch robuster werden und Einzug in Anwendungen mit besonderen Temperaturanforderungen halten.