Suna Akman-Richter ist Marcom Manager bei der DSM Computer AG in München.

Suna Akman-Richter ist Marcom Manager bei der DSM Computer AG in München.

Wie wird sich die Finanzkrise auf den Embedded- und IPC-Markt auswirken?
Suna Akman-Richter, DSM Computer:
Sicherlich wird diese nicht ganz spurlos am Industrie-Markt vorbeiziehen. Jedoch sind die Anwendungsgebiete in denen Embedded- und Industriecomputer eingesetzt werden gerade in den letzten Jahren enorm gestiegen. Neue Prozessortechnologien geben den Impuls für weitreichende Applikationsmöglichkeiten und öffnen damit neue Zielmärkte für industrielle Steuerungen.

Fahrzeugbau, Elektronik und Telekommunikation und der Maschinenbau sind laut einer Bitkom-Studie die Hauptabsatzmärkte für Embedded-Technologie. Welche Branchen könnten aber in Zukunft noch interessant werden oder sind es schon ?
Branchen wie die der regenerativen und alternativen Energien konnten durch das hohe Maß an Umweltbewusstsein in den vergangen Jahren deutlich punkten. Auch Märkte wie POI/POS (Point of Interest/Point of Sale), Gebäudeautomation sowie Digital Signage haben aussichtsreiche Zuwachsraten verbucht. Die Branchen, in denen Embedded-Systeme bereits heute schon eingesetzt werden, und die Märkte, die damit noch erschlossen werden können, sind sicherlich so spannend wie der Beginn dieser Technologie vor fast 40 Jahren in einer Raumfähre, die zum Mond aufbrach um die Welt nachhaltig zu verändern.

Von der wirtschaftlichen zur technischen Seite. Die Anwender fordern einheitliche Standards. So kann man im Embedded-Bereich schon von einem Formfaktorkrieg sprechen. Wie stehen die Chancen für Standards?
Das langfristige Ziel sollte sein, einen einheitlichen Standard im Embedded-Bereich zu bestimmen, der einem großen Kreis an Herstellern zugänglich gemacht wird. Damit erhöht sich auch die Zuverlässigkeit der Systeme, die in zahlreichen Anwendungen eingesetzt werden. Der Anwender hat so die Möglichkeit schnell an kostengünstige und vor allem ausgereifte Lösungen zu gelangen. DSM kooperiert im Embedded-Sektor bereits jetzt schon sehr eng mit anderen Herstellern um dies zu verwirklichen.

Eine weitere Herausforderungen gerade in der Telekommunikationsbranche und im Maschinenbau sind die langen Garantiezeiten. Wie begegnen Sie dieser Herausforderung?
Die Gewährleistung der DSM-Systeme beträgt zwei Jahre, darüber hinaus haben die Kunden die Möglichkeit eine erweiterte Gewährleistung für die Industriesteuerungen individuell zu vereinbaren. Ganz klar, für den Anwender steht die Zuverlässigkeit der Systeme an erster Stelle. Denn diese sind in den meisten Fällen in schwerzugänglichen Maschinenanlagen verbaut. Hier ist es wichtig, dass der Kunde ein absolut technisch einwandfreies und wartungsarmes System zur Verfügung gestellt bekommt. Die DSM hat hierzu bereits Anfang der 90er Jahre mit der Einführung einer strengen und dreifachen Qualitätssicherung reagiert. Durch diese strenge Kontrolle wird sichergestellt, dass mögliche Fehler bereits im Vorfeld erkannt und beseitigt werden.

Im gleichen Atemzug nennen Anwender möglichst hohe Zuverlässigkeit. Was tun sie, um dieser Forderung gerecht zu werden?
Die Komplexität der Systeme und deren hohen Anforderungsanspruch an die Funktionalität in den unterschiedlichen Einsatzbereichen gaben uns den Anlass die Produktqualität der einzelnen Komponenten genauer unter die Lupe zu nehmen. Unser Credo ist es, die Systeme immer und immer wieder auf Herz und Nieren zu prüfen. Somit reduzieren wir die Ausfallzeiten der Systeme auf fast Null. Dieser Prozess ist sicherlich sehr aufwändig, doch der Erfolg ist auf Seiten der DSM. Der Kunde erhält die Gewissheit, dass seine Steuerung auf die jeweiligen Einsatzbedingungen explizit geprüft worden sind. Mit einer spezielle Thermosimulations-Software können wir bereits auf Basis eines 3D-Entwurfes thermodynamische Vorgänge simulieren. Diese Testergebnisse fließen dann in die Entwicklung der kundenspezifischen Systeme mit ein. Protokollierte EMV-Prüfungen und ausgereifte Burn-In Tests runden das Qualitätsprogramm der DSM ab.

Als Abschluss ein Blick in die nahe Zukunft. Welche Technologietrends werden die Embedded World und das Jahr 2009 prägen?
Ein ganz klarer Trend: Digital Signage. Diese vernetzten, audio- und visuellen Informationssysteme setzen sich aus einer Kombination von Präsentationstechnik in Form eines Panelsystems sowie der Software für Content-Management und dem Netzwerk zusammen. Typische Einsatzbereiche sind Bahnhöfe, Flughäfen, Hotels, Großmärkte, Industrieunternehmen und Einzelhandelsketten. Die Bandbreite der damit verbundenen Zielmärkte eröffnet uns Herstellern im Embedded- und IPC-Markt einen ganz neuen Absatzsektor. Wir sehen also, die Technik rund um die Embedded World bleibt auch für 2009 weiter spannend.