„Wir erleben eine unglaublich erfolgreiche weltweite Adaption, mit Europa als Treiber,“ freut sich Stefan Hoppe, Global Vice President der OPC Foundation.Aber auch in Nordamerika steht OPC UA im Fokus. Als Beleg führt Hoppe allein drei aktive Testbeds im Industrial Internet Consortium (IIC) an. Entscheidenderist für ihn aber die Unterstützung von Konzernen wie Emerson und Rockwell, die nun OPC UA Produkte anbieten. Stolz zeigt sich Hoppe auf die Entwicklungen in Asien: „OPC UA ist inzwischen ein lokaler chinesischer Standard und eine feste Größe in der Staats-Strategie ‚Made in China2025.“ Seiner Prognose nach werden aus Asien innerhalb der nächsten zwei Jahre mehr OPC Mitglieder stammen und eine stärkere Adaption erfolgen als aus Nordamerika.

VDMA als Multiplikator

In Deutschland forciert vor allem der VDMA mit seinen 38 Fachverbänden die Idee der OPC UA Companion Standards: Galten die Spritzgießer als Vorreiter gefolgt von `Machine Vision´ und der Robotik sind es aktuell bereits elf Fachverbände im VDMA, die sich mit OPC UA aktiv befassen. „Die wirkliche Herausforderung der Zukunft ist, diese verschiedenen Companion Specs aus einem Verband miteinander zu koordinieren,“ betont Hoppe. Schließlich sollten ein Roboter und eine Spritzgießmaschine nicht komplett unterschiedliche Schnittstellen zum MES oder Energiemanagement haben. Dessen ist man sich auch beim VDMA bewusst und hat mit der Synchronisierung der Spezifikationen begonnen.

Noch nicht in Sicht: OPC UA über Time Sensitive Networking

Die gestiegene Implementierung sorgt auch gerade im Januar eröffnete OPC Labor Europa in Stuttgart für eine hohe Auslastung. Dort werden in Zukunft auch Companion Standards zertifiziert, beispielsweise den gerade veröffentlichten OPC UA OPEN-SCS Standard für die Serialisierung im pharmazeutischen Bereich. Das OPC Labor rüstet sich aktuell, um in Zukunft auch die Zertifizierung für OPC UA over TS-Geräte anzubieten – eines der heißen Themen auf der SPS IPC Drives. „Im Raum Stuttgart haben wir alle notwendigen Partner mit denen wir dieses Zertifizierungspaket anbieten werden, nach außen gibt es aber nur das OPC Labor als Ansprechpartner,“ schaut Hoppe in die Zukunft. Und Zukunft trifft es auch: „Er wird noch dauern bis OPC UA über TSN umgesetzt werden kann.“ Seine Argumente: Weder ist TSN fertig noch die notwendige PubSub-Funktion für OPC UA freigegeben.

„Keine Frage, wir stehen zu OPC UA over TSN,“ betont Hoppe und führt eine Demo auf dem OPC-Stand als Beleg an, „auch wenn von IEEE-Seite die Standardisierung der Konfiguration eines TSN-Netzwerks noch gar nicht abgeschlossen ist.“ Als Ziel wurde die einheitliche horizontale Machine-to-Machine Kommunikation ausgerufen. Der heute schon sichere Informationsaustausch zwischen Maschinen per OPC UA wird dann mit dem echtzeitfähigen TSN-Layer neue Szenarien ermöglichen. „TSN ist für die Kommunikation aber nicht die einzige Option – auch OPC UA over 5G wird unglaublich spannende Szenaren in der Zukunft lösen“, ist Hoppe überzeugt.

End User machen Druck

Aktuell erlebt die OPC Foundation geradezu eine Welle von Beitritten – alleine im letzten Jahr sind 100 neue Mitglieder eingetreten. Christian Stickling vom ostwestfälischen Haushaltsgerätehersteller Miele berichtete über die Motivation zum Beitritt in die OPC Foundation: „Wir sehen in OPC UA ein sicheres Fundament für die Kommunikation der Zukunft. Deshalb hat sich Miele in der Gerätefertigung dafür entschieden, konsequent den OPC UA Standard einzusetzen und fordern diesen auch von unseren Lieferanten der Fertigungstechnik.“

Nach LG CNS ist in Korea nun mit Samsung der Gigant für Consumerprodukte eingetreten um die eigene Fertigung zu optimieren. Aus der Tobacco Industrie sind Philip Morris International, British Tobacco, Imperial Tobacco und Japan Tobacco International neue Mitglieder und haben in Zusammenarbeit mit ihren Zulieferern eine ‚Tobacco Maschine Communication‘ (TMC) als OPC UA Companion Spezifikation erstellt und bereits freigegeben.