24569.jpg

B&R

Nach dem im vergangenen Jahr der Umsatz bei B&R um 47 % gestiegen war, erwartetet Geschäftsführer Hans Wimmer ein gemäßigteres Wachstum. „Es kann nicht immer ein Rekordjahr, was das Umsatzwachstum betrifft, sein“, leitete er seine Bilanz ein. „Mit angepeilten 410 Millionen Euro dürfte wir allerdings sicher rechnen.“ Aufgeteilt nach Regionen steht Europa mit 65 % gut da. Asien folgt mit 17 % und Amerika trägt mit 16 % zum Gesamtumsatz bei. „Gegenüber den Vorjahren sind die Anteile, allerdings nur auf die direkt Auslieferungen von B&R an Kunden bezogen, insgesamt etwa gleich geblieben“, so Wimmer.

In der Summe wird das österreichische Unternehmen in diesem Jahr rund 150.000 Steuerungen, 120.000 Industrie-PCs und Panels sowie 145.000 Antriebssysteme verkaufen. Große Fortschritte sieht Wimmer bei der Internationalisierung: Mittlerweile hat das Unternehmen 168 Büros in 68 Ländern weltweit. „In Nordamerika haben wir jetzt 20 Standorte, in China zehn und in Indien sechs“, erläutert Wimmer. Momentan beschäftigt das Unternehmen etwa 2.300 Mitarbeiter, davon ungefähr 1.600 in Österreich. Erfolgreich integriert hat B&R die 2010 übernommene, im nahe gelegenen Gilgenberg ansässige Firma Mondial Electronic, die den Eggelsbergern Zugang zum Markt der mobilen Automatisierung verschafft hat. Die Panels und Bediengeräte des Unternehmens für mobile Arbeitsmaschinen sind mit der Automatisierungssoftware Automation Studio programmierbar und integrierbar.

Neu am Markt ist ein auf die Anforderungen der mobilen Automatisierung zugeschnittenes Steuerungssystem, das auf dem X20-I/O-System beruht und Powerlink als Datenkommunikationstechnik nutzt. Darüber hinaus hat man im vergangenen Jahr unter anderem die IO-Link-Schnittstelle in das Automatisierungssystem eingearbeitet und auch Roboter von Stäubli oder Bildverarbeitungssystem von Cognex in das Gesamtsystem integriert. Ziel ist darüber hinaus auch die ‚Generic-Motion-Control‘-Technologie weiterzuentwickeln, um koordinierte Bewegungen zahlreicher Achsen in ein und demselben System zu ermöglichen.

Auf der SPS/IPC/Drives in Nürnberg präsentieren die Östereicher unter anderem neue Multitouch-Displays, Servoaktuatoren und Condition-Monitoring-Module. Die Multitouch Technologie ist in einem Automation Panel mit 21,5″-Bildschirm in Full-HD-Auflösung für die Tragarm- Montage installiert. Dieser weist frontseitig eine durchgängige Glasoberfläche auf, das Panel ist daher leicht zu reinigen und bietet dem Bediener eine gute Haptik. Die von Smart-Phones her bekannte Multitouch-Technologie bietet durch Erkennen und Auswerten der Positionen mehrerer gleichzeitig auftretender Berührungen die Möglichkeit für neue Bedienkonzepte im Maschinenbau. Sie verspricht eine Steigerung der Benutzerfreundlichkeit durch Vereinfachen und zugleich sichererem Gestalten der Anlagenbedienung. So ist etwa denkbar, mit einer Hand ein Menü zu öffnen, in dem mit der anderen Hand Parameter gesetzt werden können. Dadurch wird der Sprung in ein Untermenü und wieder zurück vermieden und die Bedienung übersichtlicher. Der Bediener kommt schneller ans Ziel, da auf komplexe Menüebenen verzichtet werden kann.

X20-Modul vereinfacht Condition

Vorausschauende Wartung auf Basis von Daten aus permanenter Zustandsüberwachung wird viel diskutiert, im Maschinenbau aber aufgrund der hohen Kosten traditioneller Systeme wenig praktiziert. Ein neues eigenintelligentes X20-Modul zur Schwingungsauswertung macht die bisher benötigte zusätzliche Hard- und Software überflüssig und könnte dafür sorgen, dass Condition Monitoring bald selbstverständlicher Bestandteil jeder Maschine wird. Dieses dedizierte Condition-Monitoring-Modul bietet auf zwei Slots Breite vier Eingangskanäle mit IEPE-Schnittstelle (Integrated Electronic Piezo-Electric) zur Abfrage von Beschleunigungssensoren. Über diese Schnittstelle werden die Sensoren mit Strom versorgt, ihre Signale abgetastet und gleich im Modul zu mehr als 70 Parametern wie einstellbaren Schadensfrequenzen verarbeitet. Von etablierten Lösungen unterscheidet sich das X20-Modul dadurch, dass es die Auswertung ohne externen Rechner selbst durchführt und so Feldbus wie System-CPU entlastet. Parametersetzung und Reaktionsprogrammierung innerhalb des Automation Studio verringert den Softwareaufwand und die Schnittstellenproblematik.