Neuroth expandiert als Teil von Analog Devices

Im xDSL-Zentrum

Während Analog Devices zum Jahreswechsel die Übernahme des in Wien ansässigen Unternehmens Thomas Neuroth AG bekannt gab, blickte das hochkarätige Entwickler-Team vor Ort mit großem Optimismus in die Zukunft.

Mit der Übernahme von Neuroth und der Einbindung des neuen Entwicklungszentrums in Wien für ICs im Bereich der Telekommunikation baut Analog Devices seine weltweite Präsenz aus. Neuroth entwickelt hochintegrierte Schaltungen für symmetrischen DSL-Breitbandzugang (SDSL) und hat umfassende Erfahrung in der Entwicklung von Produkten für HDSL und G.SHDSL Applikationen. Analog Devices ist schon jetzt der führende Großlieferant für analoge integrierte Schaltungen und “end-to-end”-Chiplösungen für ADSL. Laut Experten der Industrie wird die ADSL-Technologie von Analog Devices in mehr als 75 Prozent der weltweit verwendeten ADSL-Geräte eingesetzt, und acht von zehn der weltweit größten öffentlichen Telefonnetze sind mit der ADSL-Technologie von ADI ausgestattet.
Der anhaltende Boom des Internet, der den Bedarf der User nach möglichst breitbandigen Zugängen kaum decken kann, sorgt für konstant hohe Nachfrage. Heute übliche unsymmetrische Zugänge, sie stellen derzeit die Mehrheit am Markt dar, werden künftig verstärkt durch symmetrische Zugangstechnologien abgelöst werden. Als unsymmetrisch werden jene Internetanschlüsse bezeichnet, bei denen in einer Richtung sehr dichter Datenstrom und in der Gegenrichtung ein wesentlich geringeres Aufkommen herrscht bzw. vorgegeben wird. Bei ADSL, wo es auf die möglichst hohe Download-Rate ankommt, ist das ebenso der Fall, wie bei Kabelmodems, die ebenfalls beim Uplink im Vergleich zum Downlink sparen. Symmetrische Zugänge werden spätestens dann gebraucht, wenn Breitbandanwendungen wie Videoconferencing und dergleichen verstärkt Platz greifen.
Flaschenhals Fachpersonal
Die Firma Thomas Neuroth und die Mitarbeiter am Standort Wien sind also nun Teil des Entwicklungsteams für Breitbandkommunikation innerhalb von Analog Devices, wobei voraussichtlich im Juni 2001 das Unternehmen in das Technologiezentrum “TechGate” in der Donau City übersiedelt. Hier wird genügend Raum für die geplante Erweiterung des Entwicklungszentrums von ADI vorhanden sein. Während noch zum Jahreswechsel 20 Leute bei Neuroth werkten, will man schon bald um etliche Mitarbeiter wachsen. Nicht umsonst bestehen gute Kontakte zu FH und Uni, wobei sich auch der Umstand positiv auswirken dürfte, dass Ing. Thomas Neuroth als Präsident des Forschungszentrums Telekommunikation Wien fungiert. Die räumliche Nähe des Zentrums, es ist einen Stock höher über der zukünftigen Neuroth-Bleibe im TechGate situiert, wird gute Kooperationsmöglichkeiten bieten, wie Neuroth versichert. Dazu kommt der Kontakt mit Hightech-Unternehmen im Umfeld, sowie die moderne Ausstattung des TechGate, die eine “Booster-Wirkung” abgeben.
Kernkompetenz im Konzern
Russ Johnsen, Vice President und General Manager bei der Communication Products-Division der Analog Devices Inc. führte bei einer Pressekonferenz aus, dass “ADI Design Zentren auf der ganzen Welt hat und die Präsenz in Wien weiter ausgebaut wird”. Zu einer Konkurrenzsituation wird es dabei nicht kommen, auch wenn zum Beispiel in der Aquisition von Chiplogic, einem Entwickler für Breitbandanwendungen und xDSL-Technologie, eine Strategie erkennbar ist, die Marktführerschaft von Analog Devices auszubauen. Thomas Neuroth, Vorstand und Gründer der Thomas Neuroth AG erklärt: “Diese Akquisition gibt Neuroth eine strategisch wichtige Rolle und erlaubt uns, wesentliche Beiträge zum Produktportfolio der drahtgebundenen Kommunikationschips zu leisten. Wir bieten IP-Cores für hochintegrierte Lösungen, applikationsspezifische ICs (ASICs), maßgeschneiderte Funktionsblöcke, “mixed-signal”-Zellen und umfassen somit ? ?From the Idea to Silicon? ? alle Designaktivitäten des gesamten Entwicklungsprozesses.” Details der Übernahme wurden übrigens nicht bekanntgegeben, allerdings dürfte die Initiative von Wien ausgegangen sein, da man sich nach strategischen Allianz-Partnern umgesehen hatte.
Bei Analog Devices Österreich freut man sich über diese Entwicklung sehr, die Strukturen dürften sich aber deswegen nicht enger verbinden als bisher. Wie Walter Raiger ausführt, sind Produktentwicklung und Vertrieb weltweit als eigenständige Systeme tätig, wenn auch vielleicht da und dort Synergien genützt werden könnten. Ing. Walter Raiger, GF Analog Devices Österreich: “Wir werden nicht in das TechGate ziehen, allerdings wird es am EDV-Sektor bald zu Neuerungen kommen. Dies wird auf jeden Fall den E-Commerce-Bereich betreffen, was langfristig auch bei uns eine Personalaufstockung von derzeit 25 auf bis zu 50 nötig machen könnte.” o

Ing. Thomas Neuroth
Tel. (01) 877 56 45-10
tne@neuroth.co.at
http://www.neuroth.at

Analog Devices
Tel. (01) 888 55 04-0
analog.austria@analog.com
http://www.analog.com