Gemeinsam mit der Unternehmensberatung Roland Berger veröffentlichte die Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen (Fka) zum zweiten Mal in diesem Jahr den Index Elektromobilität. Der Index berücksichtigt die Indikatoren Technologie sowie Markt. Der Bereich Markt umfasst dabei den aktuellen Marktanteil von Elektrofahrzeugen am Gesamtmarkt. Unter den Indikator Technologie fallen hingegen Faktoren wie die nationale Förderung von F&E-Programmen im Bereich Elektromobilität, die technologische Leistungsfähigkeit (etwa Reichweite, Ladetechnologie, Fahrzeugkonzept und Sicherheit) oder das Preis-Leistungsverhältnis aktuell erhältlicher Modelle. Insgesamt vergleicht der Bericht die sieben Automobilnationen Deutschland, Frankreich, Italien, USA, Japan, China und Südkorea.

Der Index Elektromobilität in Kürze: China und die USA mit ähnlicher Indikatorausprägung. Im Bereich Technologie liegt Frankreich leicht vor Deutschland. Der Kreisdurchmesser zeigt den Anteil von BEV und PHEV am Gesamtmarkt.

Der Index Elektromobilität in Kürze: China und die USA mit ähnlicher Indikatorausprägung. Im Bereich Technologie liegt Frankreich leicht vor Deutschland. Der Kreisdurchmesser zeigt den Anteil von BEV und PHEV am Gesamtmarkt. fka, Roland Berger

In Sachen Technologie verliert Deutschland die Spitzenposition knapp an Frankreich. Die Fka führt dies auf eine steigende Anzahl an Plug-in-Fahrzeugen in den Portfolios deutscher OEMs zurück, wodurch die Leistungsfähigkeit der elektrifizierten Fahrzeuge leicht absinkt. Plug-In-Fahrzeuge haben konzeptbedingt eine geringere elektrische Reichweite, Höchstgeschwindigkeit und oftmals eine einfachere Ladetechnologie.

Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei hohem technologischem Niveau zeichnet laut des Berichts die drittplatzierten japanischen OEMs aus. Diese setzen Veränderungen hauptsächlich durch die Modernisierung bereits bestehender Baureihen um und haben infolgedessen geringe Investitionen im F&&E-Bereich, was eine höhere Platzierung verhindert.

Eine nur leichte Positionsverbesserung kann China vorweisen. Chinesische OEMs setzen vor allem auf technisch weniger wertige Segmente. Amerikanische Autobauer hingegen wenden sich vom Hochpreissegment ab und platzieren vollelektrifizierten Fahrzeuge eher in mittleren Segmenten. Die anhaltende Dominanz hochpreisiger Fahrzeuge führt zu einer vergleichsweise niedrigen technologischen Leistungsfähigkeit aufgrund des schlechteren Preis-Leistungs-Verhältnisses.

China weiterhin auf Wachstumskurs

Im Bereich Industrie kann China seine Spitzenposition weiter ausbauen. Die Autobauer profitieren von schnellen Marktwachstum und starker Nachfrage nach heimischen Fahrzeugen. Zudem greifen die chinesischen Hersteller zu über 90 Prozent auf Lithium-Ionen-Zellen aus lokaler Fertigung zurück. Deutsche OEMs verzeichnen starkes Wachstum in der Fahrzeugproduktion, jedoch konstatiert der Bericht, dass die fehlende Zellfertigung nur eine Platzierung auf Platz 4 möglich macht. Schlusslicht bildet Italien, wo kein deutlicher Anstieg in der erwarteten Produktion festzustellen ist.

Beim Indikator Markt verzeichnet China eine beinahe Verdopplung des Absatzes, liegt aber hinter Frankreich, das bei geringerem absolutem Volumen einen höheren Markanteil verzeichnen kann, auf dem zweiten Platz. In Deutschland, Frankreich und den USA steigen die Zulassungszahlen im zweistelligen Bereich. In Japan nahm dagegen das absolute Marktvolumen ab. Insgesamt lag der Anteil von teil- oder vollelektrischen Fahrzeugen nur in China und Frankreich über die Ein-Prozent-Marke.

Der komplette Index Elektromobilität kann hier nachgelesen werden.