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Jot feierte Mitte Oktober 2013 sein 25. Jubiläum im finnischen Oulu, der nördlichsten Großstadt der Europäischen Union.
Das momentane Flaggschiff ist der Funktionstester M10, der sich aus verschiedenen Boxen zusammensetzt, die sich beliebig in Produktionsprozesse einsetzen lassen.
Mika Kettula, CEO von Jot Automation, anlässlich des Firmenjubiläums.
Lauri Antila blickt zuversichtlich in Zukunft: Die Lösungen von Jot werden auch die nächsten 25 Jahre gefragt sein.
Der Router genannte Nutzentrenner wird auf der Messe Productronica 2013 vorgestellt.

Nokia war noch kein Riese, die Branche der Mobiltelefone steckte noch in den Kinderschuhen. Doch für Veikko Lesonen war es im Jahr 1988 ein guter Zeitpunkt, um das Fundament für eine Erfolgsgeschichte zu legen, mit Board-Handling-Systemen im Gepäck. Genauso wechselhaft wie die Mobilfunkindustrie rasant war, entwickelte sich das Unternehmen. Veikko Lesonen gründete nicht nur das Unternehmen, sondern verkaufte es, um es später wieder im Besitz zu nehmen: Im Jahr 2003 wurde das Unternehmen von Elektrobit aufgekauft, die dann wiederum 2007 an die Rohwedder-Gruppe veräußert wurde. Als 2010 aufgrund der Insolvenz von Rohwedder Jot Automation wieder zum Verkauf angeboten wurde, kaufte der Gründer das Unternehmen prompt zurück. Heute ist es Teil der Head Invest Group, einem finnischen Industrieunternehmen im Besitz von Veikko Lesonen und seiner Familie. Mit fast 400 Mitarbeitern ist das Unternehmen in 13 Ländern auf vier Kontinenten präsent.

„Seit unserer Gründung im Jahr 1988 sind Milliarden von Mobiltelefonen mithilfe unserer Lösungen gefertigt worden“, erklärt Lauri Antila. Der Vice President of Marketing and Business Development von Jot Automation erläutert, was dahinter steckt: „Unsere robusten, vollautomatischen Produktions- und Prüflösungen sind umfassend, kosteneffizient, benutzerfreundlich und fortschrittlich genug, um sich an komplexe technische und Produkterfordernisse anzupassen.“ Mit anderen Worten: Die Test- und Produktionslösungen des Unternehmens basieren auf standardisierten Plattformen in Verbindung mit Bildverarbeitungssystemen und weiteren Automatisierungs- und Sensortechnologien. Das modulare Baukastenprinzip erlaubt individuelle, auf die jeweilige Anwendung adaptierte Lösungen. Diese entstehen durch den engen Kundenkontakt: „Wir entwickeln unsere Produkte in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Unser Ziel ist es, unseren Kunden einen reibungslosen, fehlerfreien Prozess bei hoher Leistung und minimalem Platzbedarf sicherzustellen.“

Komplette Testlösungen

Der mit Abstand größte Unternehmensbereich sind die Testlösungen. Das Angebot umfasst Testkomponenten, Adapter, Testkästen, Testhandler sowie komplette Testlösungen, einschließlich Testinstrumenten. „Ergänzend zu elektrischen Testvorrichtungen bieten wir Lösungen für Software-Flashen, Funktionalitätstests für Komponenten, Module und Endprodukte an“, betont Antila. So nutzt Jot integrierte Bildverarbeitungssysteme und zahlreiche hochentwickelte Sensoren und Automationstechnik, um beispielsweise Touchscreen-Smartphones und Kfz-Steuergeräte zu testen und Verwendungsszenarien simulieren zu können. Das Portfolio umfasst das Testen von Ton- und Funkfrequenzen, Schaltern (einschließlich Drehmoment und Leistung), Maßhaltigkeitsprüfung und Lichtmessungen, beispielsweise Funktionalitätstests von LEDs und Signalleuchten.

Eine Besonderheit stellt das Funktionstestsystem M10 dar. Einer der Vorzüge der Lösung besteht darin, dass genau dieselbe Testlösung von der F&E auf die Produktion übertragen werden kann, damit die Produktion effizient und schnell anlaufen kann. Der zweite Vorteil der Lösung ist der, dass sich die M10 aufgrund ihrer modularen Systemarchitektur leicht an Produktionsmengenschwankungen im Lebenszyklus des Produkts sowie zwischen den Produktionslinien und Fabriken anpassen lässt. Das System M10 besteht aus den M10 Test Boxes, dem M10 Test Rack und dem M10 Test Handler. Die M10 Test Boxes besitzen eine integrierte Testelektronik und sind sowohl als HF- als auch als Nicht-HF-Varianten erhältlich, die das Testen sowohl auf Modul- als auch auf Plattenebene unterstützen. In der Produktionsumgebung lassen sich die M10 Test Boxes zusammen mit Testinstrumenten von Drittherstellern an das M10 Test Rack anpassen.

Dieser Geschäftsbereich hat das Unternehmen in seinen Expansionsbestrebungen vorangetrieben. Daher befinden sich die Produktionsstätten in Bejing (China) und in Tallinn (Estland). „Das Augenmerk liegt auf globale Key-Account-Partnerschaften mit selektierten Kundenbranchen“, sagt Antila. Seit Gründung des Unternehmens wurden unter anderem Milliarden von Mobiltelefone mithilfe der Lösungen des Unternehmens gebaut. Weltweit, schätzt Anitla, könne das finnische Unternehmen 20.000 Installationen in über 30 Ländern vorweisen. Die Key-Accounts kommen aus den fünf Fokusbranchen Telekommunikation, Automobilelektronik, Life Science, EMS und Robotics.

Customer Value Leadership Award 2013

Frost & Sullivan hat Jot Automation den „Customer Value Leadership Award“ für dessen Produktions- und Prüfautomation verliehen. Das Unternehmen engagiere sich maßgeblich für die Entwicklung und Bereitstellung innovativer Lösungen, die mit technologischen Neuerungen einhergehen. Durch seinen effektiven, serviceorientierten Ansatz, der auf eine global diversifizierte Kundschaft zugeschnitten sei, hebe sich JOT Automation eindeutig vom Wettbewerbsumfeld ab, lautete die Begründung der Auguren.

Clevere Montageautomation

Parallel zum Testergeschäft hat sich Jot auch in der Montage- und Fertigungsautomation etabliert. Das Angebot reicht von Desktop-Roboterzellen für Lean-Produktionsumgebungen bis hin zu vollautomatischen Produktionslinien. „Die Rekordlänge unserer Produktionslinien beträgt etwa 100 Meter, aber wir kommen in der Regel mit weit weniger Raum aus“, merkt Antila an. Die jüngsten Neuentwicklungen umfassen die Montageautomation von Smartphone-Touchscreens mit Bildverarbeitungssystemen, Laser-Nutzentrenner für Leiterplatten sowie vollautomatische und erweiterbare Lösungen für Endprüfungen und Leiterplattentests.

Auf der Productronica 2013 wird Jot die modulare Systemarchitektur Router vorstellen, die aus einer Schneideeinheit besteht und sowohl in Einfach- als auch Doppelspindelausführung erhältlich ist. Das System lässt sich mit unterschiedlichen Zuführungsvorrichtungen ausrüsten wie etwa mit Ablage- und Flachriemenförderer. Der automatische Ablagebetrieb erleichtert Materialzuführung und -entnahme und sorgt für einen gleichmäßigen Materialfluss. Der Router wurde für ein staubfreies, präzises und sauberes Nutzentrennen von Leiterplatten konzipiert. Mittels Maschinensichtprüfung werden genaue Ausrichtung und hohe Schnittpräzision garantiert, Staub wird durch die Staubabsaugung aus dem Maschineninneren entfernt. Die Doppelspindel verfügt über eine motorisierte Höhenverstellung, wodurch die Spindel präzise positioniert und der Werkzeugverschleiß optimiert werden kann. Die Doppelspindellösung bietet mehr Schnelligkeit und Flexibilität.

Productronica 2013: Halle A3, Stand 160