In den vergangenen zwei Jahren ist der Anteil an I4.0 Anwendern in Deutschland nur leicht gestiegen. Industrie 4.0 verbreite sich eher schleppend, heißt es dazu bei Ernst & Young.

In den vergangenen zwei Jahren ist der Anteil an I4.0 Anwendern in Deutschland nur leicht gestiegen. Industrie 4.0 verbreite sich eher schleppend, heißt es dazu bei Ernst & Young. Ernst & Young

Die Umfrage bei 550 deutschen Unternehmen für diese repräsentative Ernst & Young-Studie ‚Industrie 4.0: Status Quo und Perspektiven‘ (PDF, 49 Seiten) führte Bitkom Research durch. Als Industrie 4.0 werden die intelligente Fabrik und die Vernetzung von Produkten untereinander bezeichnet.

Laut dieser Studie hat je ein weiteres Fünftel der Unternehmen den Einsatz entsprechender Anwendungen bereits geplant (20 %) beziehungsweise diskutiert diesen (23 %). Im Durchschnitt rechnen die Unternehmen, die mit der Industrie 4.0-Technik Potentiale zur Kostenverminderung sehen, mit Einsparungen von mehr als 5 % Prozent durch entsprechende Lösungen; 17 % rechnen sogar mit Ersparnissen von mindestens 10 %. Von den befragten Unternehmen sehen 59 % in den hohen Investitionskosten das größte Hemmnis, Industrie 4.0 im Betrieb einzuführen. Auch der Fachkräftemangel (57 %) wird wie auch in den Vorjahren als großes Hindernis gesehen. Es folgen Sicherheitsbedenken (48 %) und mangelnde Standards (46 %).

Nutzung digitaler Abbilder von Komponenten in der Produktion

Nutzung digitaler Abbilder von Komponenten in der Produktion EY

„Die Zahl der Industrie 4.0-Anwender steigt langsam aber stetig“, beobachtet Stefan Bley, Partner bei EY. Vielen Unternehmen fehle allerdings das Geld oder das Know-how, um das Thema selbst voranzutreiben, sagt Bley. „Kooperationen oder standardisierte Software könnten kleineren Unternehmen helfen, entsprechende Lösungen in der Produktion einzusetzen.“ Bley verweist in diesem Zusammenhang auf die im September von Maschinenbauern und der Software AG gegründete Softwarefirma Adamos, die mit standardisierten Lösungen die Digitalisierung von kleineren und mittleren Unternehmen unterstützen will.

Zweck der Nutzung von digitalen Abbildern in den Unternehmen

Zweck der Nutzung von digitalen Abbildern in den Unternehmen EY

Verbreitung und Investitionen

Vorreiter in Sachen Industrie 4.0 ist der Automobilbau. Hier setzt bereits jedes zweite Unternehmen auf die vernetzte Produktion. Auch die Konsumgüterindustrie hat die Vorteile erkannt. 46 % der Unternehmen aus dieser Branche haben entsprechende Anwendungen im Einsatz. Es folgen die Elektrotechnik (37 %) und der Maschinenbau – er liegt mit 34 % auf Platz 4.

Im Durchschnitt investieren Anbieter und Planer derzeit 5 % des Jahresumsatzes in den Bereich Industrie 4.0. Die Investitionen fließen vor allem in Personal (43 %) sowie Softwaresysteme und -konzepte (38 %). 76 % der Unternehmen wollen ihre Investitionen in Industrie 4.0 im kommenden Jahr weiter ausbauen. 2016 waren es noch 10 Prozentpunkte weniger (66 %).

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Art der Industrie-4.0-Angebote von Unternehmen EY

Zahl der Iindustrie 4.0-Anbieter hat sich verdoppelt

Als gutes Zeichen wertet Bley, dass sich die Anzahl der Anbieter von Industrie-4.0 (I-4.0) -Lösungen im Vergleich zum Vorjahr auf 11 % verdoppelt hat. Weitere 14 % planen, künftig als Anbieter auf dem Markt aufzutreten. Attraktiv ist die I-4.0-Technik für die Unternehmen vor allem deshalb, weil viele Prozesse in der Produktion dadurch optimiert werden können.