An der aktuellen Untersuchung nahmen 844 Unternehmensvertreter in einer Online-Befragung teil. Darunter Geschäftsführer, Produktions- und  Werksleiter sowie Meister, Betriebsräte und weitere Entscheider. Vertretene Branchen waren die Automobil- und Kunststoffindustrie, Maschinen-­ und Anlagenbau, Elektrotechnik, Luft-­ und Raumfahrt sowie Medizintechnik und Gesundheitswesen.

Während in einer vorangegangenen Studie von 2014 weniger als 30 % der Befragten angaben, eine explizite Industrie-4.0-­Strategie zu haben, sind es in der aktuellen Studie bereits über 50 %. Sogar 65 % geben an, über entsprechende Fähigkeiten im Unternehmen zu verfügen. 2014 waren es nur 45 %. Auch bezüglich der Ausstattung hat sich offenbar einiges getan: 59 % nutzen Breitbandnetze und verfügen über ein zuverlässiges WLAN, 35 % über einen IP-­fähigen Maschinenpark. 598 der Unternehmen haben über 2 700 Projekte umgesetzt, wovon 331 mit Investitionen von mehr als 1 Million Euro verbunden waren. Für die Umsetzung benötigten die Unternehmen meist drei bis zwölf Monate.

Konkret eingesetzt wird Industrie 4.0 im Bereich der vernetzten und intelligenten Sensorik (27 %), der Mensch-­Maschine-­Schnittstelle (25 %), der echtzeitfähigen beziehungsweise selbstoptimierenden Kommunikation (24 %) sowie hinsichtlich Big Data, Cloud und Echtzeitsimulationen (20 %). Generelle IT-­Kompetenz wird vor allem in Fertigung (26 %), Montage (20 %), Logistik (21 %), Qualitätssicherung (17 %) und indirekten Bereichen wie Planung, Steuerung, Instandhaltung (26 %) aufgebaut.

Größter Nutzen durch Durchlaufzeitreduzierung

Als größten wirtschaftlichen Nutzen geben die Umfrageteilnehmer die Reduzierung der Durchlaufzeiten an (14,5 %). 13 % sehen ihn in der Steigerung der Prozessqualität. Danach folgen Kostensenkung (10 %) und Umsatzsteigerung (7,9 %). Unter den mittelbaren weiteren Nutzen liegen die Transparenz von Zustandsdaten und die bessere Informationsbereitstellung (je 49 %) knapp vor effizienteren Prozessen (46 %).

Auf die Frage, welche Kompetenzen die Einführung von Industrie 4.0 den Produktionsmitarbeitern abverlange, antworten 85 mit „die Bereitschaft des lebenslangen Lernens„, gefolgt von der aktiveren Beteiligung an Problemlösungs-­ und Optimierungsprozessen (71 %). 70 % nennen die Stärkung des interdisziplinären Denkens und Handelns und 67 % die Fähigkeit zum permanenten Austausch mit Maschinen und vernetzten Systemen. 39 % glauben, dass ein verstärkter Aufbau sozialer Kompetenzen zu erwarten sei, 47% sind davon überzeugt, dass durch Industrie 4.0 die Fähigkeit, eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen, gestärkt wird. Unklarheit über den wirtschaftlichen Nutzen herrscht noch bei 63 %.

Die gesamte Studie „Industrie 4.0 – Wo steht die Revolution der Arbeitsgestaltung?“ gibt es ab Mitte September auf der Webseite von Ingenics zum Download.