Bild 1: Die PC-Schränke schützen vor Zugriffen von Unbefugten und vor Verschmutzung.

Bild 1: Die PC-Schränke schützen vor Zugriffen von Unbefugten und vor Verschmutzung.Lohmeier

Klassische PC-Schränke sind für den Einsatz beim Messen, Steuern, Regeln und Prüfen von Prozess- und Maschinendaten konzipiert. Immer häufiger finden sie Anwendung in der industriellen Bildverarbeitung und der dezentralen Visualisierung mithilfe von industriellen Flat-Panel-Monitoren – dort dienen sie oftmals als Prüfstand oder ermöglichen die Roboterführung.

Typische Anwendungen sind beispielsweise die Lage-Ermittlung von bestimmten Bauteilen, die Schweiß- oder Klebestellenüberprüfung in einer industriellen und automatisierten Fertigung sowie die Nutzung als Überwachungsstand bei Positionierungsaufgaben oder bei der Spaltvermessung in der Automobilfertigung.

Schrank-Aufbau

Der PC-Schrank (Bild 1) ist in drei Ebenen unterteilt. Im oberen Bereich befindet sich das Monitorgehäuse. Dessen Tür ist mit einer durchsichtigen, bruchfesten Makrolonscheibe ausgestattet, deren Sichtfläche Abmessungen von 470 x 435 mm aufweist. An dieser Stelle ist nicht nur Platz für moderne Flachbildschirme, sondern beispielsweise auch für Steckdosenleisten. Die Tür des Monitorgehäuses lässt sich nur bei geöffneter Tastaturklapplade entriegeln, so dass es einen zusätzlichen Verschluss überflüssig macht.

Bild 2: Der PC-Schrank zeigt sich mit geöffneter Tastaturklapplade.

Bild 2: Der PC-Schrank zeigt sich mit geöffneter Tastaturklapplade.Lohmeier

In der Mitte befindet sich die Tastaturbox. Sie lässt sich auf Wunsch abschließbar ausführen und beinhaltet eine ausziehbare Maus- und Tastaturablage sowie einen Gelenkarm zur sicheren Kabelführung im Inneren der Box. Da sie als in sich gekapseltes Gehäuse ausgeführt ist und die Kabeleinführung über abgedichtete Verschraubungen stattfindet, behält der PC-Schrank auch bei geöffneter Tastaturklapplade die Schutzart IP54 bei. Zwei USB-Schnittstellen zum schnellen Anschluss oder Wechseln von Tastatur und Maus sind auf dem Auszug integriert.

Der untere Bereich der Gehäuse ist der Haupteinbauraum für den PC. Typischerweise setzt man hier 19-Zoll- oder Box-PCs ein – letztere sind auf fest installierten oder teleskopierbaren Zwischenböden montiert. Der Unterschrank offeriert verschiedene Installationsmöglichkeiten für die benötigten Einbauten: Die obengenannten Zwischenböden lassen sich hier einbauen, ebenso Montageplatten oder Verdrahtungsrahmen sowie optional weitere 19-Zoll-Einschubkomponenten. Für die Peripherie-Bauteile wie eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), Drucker oder ähnliches Zubehör ist ebenfalls ausreichend Einbauraum vorhanden. Zur Beleuchtung dient eine Schaltschrankleuchte, wahlweise in LED-Ausführung, die ein Türkontaktschalter steuert. Standardmäßig erfolgt die Kabeleinführung durch ein dreiteiliges Bodenblech. Falls gewünscht, lassen sich aber auch Bürstenleisten, Kabelverschraubungen oder Modulplatten für Kabeldurchführungsleisten einbauen.

Besonderheit des Konzeptes

Eine besondere Rolle bei der Konstruktion spielt die Tastaturbox. Das Hauptziel war, die Schutzart des PC-Schranks auch bei geöffneter Tastaturklapplade (Bild 2) nicht zu vermindern – dies erreichten die Entwickler durch eine gekapselte Ausführung . Die Tastaturbox nimmt den gesamten Tastaturauszug und die interne Kabelführung auf. Die USB-Kabel vom PC lassen sich durch abdichtende Kabelverschraubungen in die Box führen, das heißt, selbst wenn die Tastaturklappe außen am Schrank geöffnet bleibt, können keine Schmutzpartikel, Stäube oder Emulsionen durch die offene Klapplade ins Schrankinnere gelangen und stellen somit keine Gefahr für die die installierte Elektronik dar.

Auf einen Blick

Im industriellen Umfeld sind PC-Schränke beim Messen, Steuern, Regeln und Prüfen von Prozess- und Maschinendaten nicht mehr wegzudenken. Klar, dass da gut ausgestattete Varianten, etwa mit gekapselter Tastaturbox, ausreichend Schnittstellen und intelligenter Klimatisierung die Nase vorn haben. 

Beim Austauschen einer Tastatur oder Maus, sollte dies schnell und unkompliziert erfolgen – daher sind zwei USB-Schnittstellen für den Benutzer gut zugänglich auf dem Auszug angebracht. Der Platz auf dem Auszug ermöglicht zudem die Verwendung handelsüblicher PC-Standardtastaturen. Dies bringt den Vorteil, keine besonders kleinen oder flachen Spezialtastaturen verwenden zu müssen, wie sie in anderen marktüblichen Tastaturschubladen Einsatz finden. Letztere sind zudem meist teuer und schwer erhältlich, so dass sich die Kosten sowie die Beschaffungszeit deutlich reduzieren lassen.

Keep cool

Da die Tastaturbox den PC-Schrank in der Mitte teilt, haben Nutzer die folgenden Möglichkeiten, falls der untere Bereich Klimatisierung bedarf: ein kleines Türanbau-Kühlgerät, das allerdings unter Umständen im Weg ist, wenn Bediener vor dem Schrank stehen oder ein Kühlgerät für den Seitenanbau, das den Platz und die Rangiermöglichkeiten rund um den PC-Schrank ebenfalls einschränkt. Üblicherweise sind die Platzverhältnisse um den Schrank herum allerdings kritisch – daher ist meist ein auf dem PC-Schrank installiertes Dachkühlgerät eine sinnvolle Variante. In herkömmlichen Schaltschränken blasen Dachkühlgeräte kalte Luft bis ganz unten. Dem Problem der durch Zwischenböden und die Tastaturbox unterteilten PC-Schränke begegnete Lohmeier durch flache Luftleitkanäle (Bild 3), die seitlich zwischen den Schrankholmen nach unten führen, so dass der untere Schrankbereich stets ausreichende Kühlung bekommt.

Bild 3: Flache Luftleitkanäle sorgen dafür, dass auch der untere Schrankbereich stets ausreichende Kühlung erhält.

Bild 3: Flache Luftleitkanäle sorgen dafür, dass auch der untere Schrankbereich stets ausreichende Kühlung erhält.Lohmeier

Die äußere Erscheinung

Die PC-Schränke sind mit Standardabmessungen von 600 x 1600 x 600 mm und mit zwei Einbautiefen (550 oder 750 mm) erhältlich. Verfügbar sind zwei Versionen: eine stationäre Installation mit einem festen Sockel in 100 oder 200 mm Höhe oder eine mobile Variante mit Rollensockel. Ihre stabile Stahlblechkonstruktion ist in RAL7035 pulverbeschichtet und mit Designelementen in RAL7016 versehen. Auf Wunsch sind kundenspezifische Modifikationen an den Gehäusen möglich. Lohmeier realisiert auch Innenausbauten mit Zwischenböden, Schienen, Kabelführungen, Beleuchtung oder Stromverteilungen sowie energieeffiziente Klimatisierungskomponenten für Türen, Seitenwände oder Dach.

Klimatechnik inklusive Beschaffung und Logistik

Dass individuelle, elektromechanisch vorbereitete Schaltschranklösungen sich für Kunden in vielerlei Hinsicht als günstiger erweisen, gilt insbesondere auch für die Schaltschrankklimatisierung, die zum Beispiel bei unzureichender Planung die Gehäuseschutzart mindern und somit kostspielige Maschinenausfälle zur Folge haben kann. Lohmeier und das Unternehmen Pfannenberg arbeiten auf diesem Gebiet zusammen und liefern passgenaue Plug-and-play-Varianten für Kunden aus den verschiedenen Bereichen. „Das beginnt bereits bei der Beratung“, erklärt Hans-Werner Meyer, technischer Geschäftsführer bei Lohmeier. „Wir veranstalten gemeinsam mit Pfannenberg Kunden Workshops, in denen die individuellen Anforderungen erarbeitet werden. Anschließend sorgen wir für eine einheitliche Beschaffung, bieten umfassende Bearbeitungsleistungen und stellen schließlich montagefertige, leicht installierbare Schaltschranklösungen inklusive Klimatisierung zur Verfügung.“ Lohmeier liefert Standardgehäuse oder montagefertige Modifikationen der Standardmodelle mit eingebauten Klimatisierungskomponenten von Pfannenberg, also Filterlüftern, Klimageräten, Heizungen und Thermostaten. Ein Monteur allein kann die Kühlgeräte und Filterlüfter werkzeuglos installieren. Dies vereinfacht den Ein- und Ausbau der Geräte, falls ein Weitertransport von Anlagen oder Maschinen nötig ist. Die Kühlgeräte sind ausschnittkompatibel, das heißt, Kunden können einheitliche Schaltschränke nutzen und nach Bedarf und ohne Mehraufwand die passende Klimatisierung wählen.