Unterstützt wird diese Entwicklung durch den Trend zu einer enger werdenden Produktdefinition zwischen einzelnen Automatisierungs- und Kontrolllösungen, vor allem im Bereich der Produktlinien der speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) und der Prozessleittechnik (DCS). Eine aktueller Analystenkommentar von Frost & Sullivan zum Markt für Automatisierungs- und Kontrollsysteme untersucht das derzeitige Marktszenario und wirft einen Blick auf die zukünftige Landschaft und die einzelnen impulsgebenden Faktoren in den Fabriken der Zukunft. Optimistischen Schätzungen der Marktforscher zufolge soll der europäische Markt für Prozessleittechnik und speicherprogrammierbare Steuerung bis zum Jahr 2017 auf rund 8,9 Milliarden US-Dollar anwachsen.

„Anbieter bringen zurzeit hybride Produkte auf den Markt, bei denen die Funktionen von SPS und DCS kombiniert werden, um dem hohen Wettbewerbsdruck standhalten zu können und das Interesse von Endverbrauchern zu wecken“, erläutert Frost & Sullivan Senior Research Analyst Karthik Sundaram. „Trotz ihrer wirtschaftlichen Vorteile, hat das Aufkommen derartiger Produkte die Wahrnehmung durch die Endverbraucher erheblich getrübt und es bleibt abzuwarten, ob diese technische Strategie die erhofften Ergebnisse nach sich ziehen wird.“

Klar ersichtlich ist, dass sich die Einflussfaktoren, die den Markt für Automatisierungs- und Kontrollsysteme traditionell bestimmen, im Wandel befinden. Zurzeit übt das Produktportfolio eines Unternehmens den stärksten Einfluss im Markt für Automatisierungs- und Kontrollsysteme aus, knapp gefolgt von Service und Support sowie kostenrelevanten Überlegungen. Dies dürfte sich jedoch ändern. „Die Betonung auf das Produktportfolio der Industrieautomatisierung wird voraussichtlich in den nächsten Jahren abnehmen“, erklärt Sundaram. „Der Bedarf an globalisiertem Service und Support dürfte hingegen, zusammen mit den Kostenfaktoren, an Bedeutung gewinnen.“

Fabrik der Zukunft

Frost & Sullivan sieht für die ‚Fabrik der Zukunft‘ im wesentlichen fünf entscheidende Megatrends: Cyber Security, mobile und drahtlose Technologie, unternehmensspezifisches Ökosystem, Cloud Computing und Nachhaltigkeit. Das Betriebspersonal wird zum Beispiel in den Fabriken der Zukunft nicht mehr an einen festen Arbeitsplatz innerhalb eines Kontrollraums gebunden sein. Durch den Vormarsch der Tablet-Computer und von mobilen Plattformen wird es ortsunabhängig möglich, Produktlinien zu verfolgen, Wartungsprozesse durchzuführen und Prozessabläufe zu überwachen. Die Einführung von sicheren Cloud-Computing-Technologien ermöglicht den Zugang zu relevanten strategischen Daten über das Internet, mit deren Hilfe Entscheidungen in Echtzeit gefällt werden können sowie die Betriebseffizienz gesteigert werden kann.

„Im Wesentlichen werden zukünftige Fabriken über sichere drahtlose Netzwerke verfügen, die einen hoch automatisierten Produktionsprozess unterstützen und hierbei nahtlos mit der über die Clouds arbeitende Unternehmenssoftware verbunden sind“, betont Sundaram abschließend. „Eine High-End-Fabrik wird auch über bereichsübergreifende Fertigungsmechanismen verfügen, welche die bestmögliche Optimierung der Abläufe, die so genannte ‚Operational Excellence‘, vorantreiben und die Nachhaltigkeit unterstützen werden.“