Manche Probleme zeigen sich oft erst im Betrieb – eine Umfragereihe zum Thema Funk in der Industrie gibt Aufschluss über Verbesserungsmöglichkeiten.

Manche Probleme zeigen sich oft erst im Betrieb – eine Umfragereihe zum Thema Funk in der Industrie gibt Aufschluss über Verbesserungsmöglichkeiten.Fraunhofer ESK

Befragt hat das Institut seit 2011 zum zweiten Mal rund 50 Teilnehmer aus Unternehmen verschiedener Branchen. Der Funk gewinnt an Bedeutung: Knapp 70 % der Befragten setzen mittlerweile drahtlose Kommunikation in ihren Betrieben ein. Damit decken sie unter anderem den Bedarf an einer mobilen Vernetzung und ermöglichen Kommunikation an Orten ohne technische sowie bauliche Verkabelungsmöglichkeiten. Dabei löst Funk vor allem Aufgaben im Monitoring (74 %), dem Fernzugriff (66 %) und der Steuerung von Anlagen und Prozessen (57 %).
Mit der zunehmenden Vernetzung rücken zuverlässig und sicher gestaltete Systeme in den Vordergrund. Gerade hier herrschten aber bei der vorherigen Erhebung 2011 sowie noch heute die größten Vorbehalte der Teilnehmer gegen Funk im industriellen Umfeld.

Zuverlässigkeit lässt sich mit Plug-and-Play noch nicht umsetzen

Nicht nur hinsichtlich Sicherheit und Zuverlässigkeit sehen die Teilnehmer Diskrepanzen zwischen Bedarf und Verfügbarkeit. Auch Installation und Wartungsaufgaben ohne Experten sollten nach Meinung der Befragten einfacher gestaltet und ohne externe Hilfe möglich sein.

Dabei sei die Zuverlässigkeit der Funksysteme laut Dr. Barbara Staehle, Gruppenleiterin am Fraunhofer ESK, eigentlich recht weit und die Qualität der Funknetze ließe sich mit Lösungen wie dem Instituts-Tool ‚Awair‘ auch während des Betriebs überwachen. Allerdings stellt die Wissenschaftlerin für den zuverlässigen Einsatz der drahtlosen Technik die von den Teilnehmern gewünschte Plug-and-Play-Installation mit heutiger Technik noch nicht in Aussicht.

Gerade bei komplexeren Systemen oder für Lokalisierungsaufgaben, welche die Befragten qualitativ am wenigsten überzeugen konnten, sei dies nicht empfehlenswert: „Im Moment gilt leider noch: Je weniger Aufmerksamkeit man der Konfiguration schenkt, desto weniger zufriedenstellend ist in der Regel nachher das Ergebnis. Weil es keine One-size-fits-all-Funktechnologie gibt, sollten die Gegebenheiten vor Ort beim auswählen und anpassen eines geeigneten Systems berücksichtigt werden“, erläutert Staehle. Das Institut arbeitet an einer Strategie, komplexe Systeme einfacher zu beherrschen.

Die Umfrage erfolgte als Online-Befragung. Ermittelt hat das Institut, welche Funklösungen die Unternehmen für welche Zwecke einsetzen und welche Vorbehalte sie dem Funk entgegenbringen. Ziel der Umfrage war es, einen veränderten Handlungsbedarf seit der ersten Erhebung vor vier Jahren aufzudecken, um die Forschung noch besser auf die Anforderungen der Industrie ausrichten zu können.