v.l.n.r.: Willy Van Puymbroeck, Michael Wiesmüller, Gaby Schaunig, Sabine Herlitschka, Bert De Colvenaer und Peter Schiefer

v.l.n.r.: Willy Van Puymbroeck, Michael Wiesmüller, Gaby Schaunig, Sabine Herlitschka, Bert De Colvenaer und Peter Schiefer Infineon

SemI40 wird sich in den nächsten drei Jahren auf die Bereiche „intelligente Produktion“ und „cyber-physikalische Produktionssysteme“ konzentrieren. Eine zentrale Rolle nimmt dabei der sichere Datenverkehr innerhalb und außerhalb von Fabriken ein: Hier werden Prozesse entwickelt, die eine sichere Kommunikation von weltweit vernetzten Anlagen mit unterschiedlichen Merkmalen gewährleisten – zum Beispiel hinsichtlich Alter, Betriebssystem oder Schnittstellen. Indem Risiken durch Schadprogramme frühzeitig erkennbar werden, sollen mögliche Auswirkungen auf die Produktion drastisch sinken.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung dynamischer Simulationen. Sie ermöglichen, die Fertigung exakter und effizienter zu planen sowie Qualität, Auslastung und Durchlaufzeit zu verbessern. Entscheidungen im Produktionsablauf sind vielfach Routineentscheidungen und verlaufen nach definierten Mustern. Diese Entscheidungen sollen die Anlagen künftig zunehmend selbst treffen – automatisiert und bei konstanter Qualität. Damit soll der Mensch entlastet und frei für komplexere Aufgaben werden.

Fabriken “lernen“ nicht nur laufend, sie müssen auch wandlungsfähig sein: Um auf Veränderungen entlang der gesamten Lieferkette schneller reagieren zu können, müssen die Produktionsprozesse flexibler auf Veränderungen reagieren. Betroffen sind etwa Konfiguration, Warenfluss oder Auftragsverhalten der Kunden. Vorteile sind Energieeinsparungen und ein insgesamt effizienterer Ressourceneinsatz.

v.l.n.r.: Willy Van Puymbroeck, Peter Schiefer, Sabine Herlitschka und Bert De Colvenaer

v.l.n.r.: Willy Van Puymbroeck, Peter Schiefer, Sabine Herlitschka und Bert De Colvenaer Infineon

Gesellschaftliche Auswirkungen auf die Arbeitsplätze der Zukunft

SemI40 erforscht auch die sozialen Auswirkungen auf die Arbeitsplätze der Zukunft: Durch Industrie 4.0 verändern sich Arbeitsfunktionen und Qualifikationen der Beschäftigten auf lange Sicht. Anforderungen an die Jobprofile der Zukunft müssen bereits heute berücksichtigt werden. Sie sind verstärkt mit systemorientiertem Arbeiten verbunden und erfordern Ausbildungs- und Qualifikationsmaßnahmen, die den veränderten Produktionsprozessen entsprechen. Durch diese Weiterentwicklungen trägt SemI40 dazu bei, mehr als 20.000 Arbeitsplätze in den beteiligten Betrieben zu sichern. Weltweit beschäftigen die Projektpartner rund 300.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Als Private Public Partnership erhöht SemI40 die globale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Elektronikindustrie. Es vereint Investitionen aus Industrie, einzelnen Ländern sowie durch ECSEL (Electronic Components and Systems for European Leadership) Joint Undertaking. SemI40 wird, neben Investitionen der Industrie, co-finanziert durch Förderungen aus Österreich (BMVIT), Deutschland, Frankreich, Italien und Portugal sowie dem ECSEL Joint Undertaking.

Infineon leitet weiteres europäisches Forschungsprojekt

Mit Iosense (kurz für „Internet of Sensors“) begann unter der Leitung von Infineon Technologies Dresden im Mai 2016 ein weiteres europäisches Innovationsprojekt. Dabei stehen Sensoren und Sensorsysteme für das so genannte Internet der Dinge im Fokus. Die forschenden Unternehmen bilden die Anbieter-Seite von Industrie-4.0-Lösungen ab. Mit dem anwenderorientierten Projekt SemI40 und dem anbieterorientierten Projekt Iosense behandelt Infineon die wesentlichen Aspekte von Industrie 4.0.

SemI40 vereint 37 Partner aus fünf Ländern. Dabei arbeiten unter anderem das Institute of Technology GmbH, die Austria Technologie & Systemtechnik, AVL List, das Fraunhofer Austria Research GmbH und Infineon Technologies Austria AG (Projektleitung) sowie Infineon Technologies IT-Services aus Österreich mit. Die Vertreter aus Deutschland sind unter anderem Elmos Semiconductor, das Institut für Automation und Kommunikation E.V. Magdeburg, Metralabs, Robert Bosch und Semikron Elektronik.