Sowohl im Bereich Infotainment als auch beim HMI ging es auf der CES in diesem Jahr vor allem um Fahrzeuge, die einen erhöhten Automatisierungsgrad aufweisen (jenseits von Level 2).

Sprachassistent

Wie schnell Technologie- und Produkt-Trends aus der Consumer-Branche mittlerweile ins Automobil einziehen, das zeigte sich auf der CES besonders gut. Während ausgesprochen viele (fertige) Consumer-Produkte mit integrierten Sprachassistenten an den Ständen zu sehen waren, sprachen auch zahlreiche Automobilzulieferer über Lösungen auf Basis von Alexa (Amazon), Bixby (Samsung), Casey (Bosch) Cortana (Microsoft), Google Assistant, Siri (Apple) und Watson (IBM),aber auch Baidus chinesische Technologie zur Spracherkennung erwähnten viele.

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Faurecia zeigt sein Cockpit der Zukunft und integriert Amazons Sprachassistentin Alexa ab sofort als festen Bestandteil im Automobilinterieur.
In dieser Demo zeigt Continental die wichtigsten Elemente des Cockpits/Centerstacks der Zukunft, wobei links und rechts jeweils die Bildschirme der Rückspiegel zu sehen sind.
In einem Maserati integrierte Harman eine Kombination aus gekrümmten OLED- und TFT-Displays, die von einer zentralen Plattform aus angesteuert werden.
Panasonic diagnostizierte den Fahrer per Kamera und stellte es grafisch dar: Aufregung, Gemütszustand, Wärmeempfinden, Müdigkeit.
Visteon stellte ein 4K-Cluster mit Fahrerüberwachung, ADAS-Visualisierung und Displays für den Inhalt der Seitenspiegel vor.
Das neue Lenkrad von ZF ist mit Gestensteuerung und Handerkennung ausgestattet – inklusive Unterstützung ab Level 3.

Ganz konkret stellte beispielsweise Harman eine Watson-basierte Lösung vor, die auf die Frage „Warum leuchtet das rote Check-Engine-Light“ in der Harman-Cloud nachschaut, eine Reparatur-Relevanz ermittelt und gleich einen vorab mit der Werkstatt abgestimmten Überprüfungstermin vorschlägt. Die gleiche Funktionalität demonstrierte auch Continental auf Basis von Amazons Alexa – allerdings ergänzt um eine Telefonfunktion und den automatischen Kalendereintrag.

Der Außenspiegel wird digital

Für Unternehmen wie Continental, Gentex, Harman oder Visteon scheint es im Prinzip schon gesetzt, dass aus den Rückspiegeln Kameras mit intelligenten Displays werden. Ein gutes Beispiel zeigte Harman, wo sich beim Links/Rechts-Blinken jeweils der linke/rechte Teil des Spiegelbilds im Cockpit-Display verbreiterte.

Innenraumkonzepte

Unternehmen wie Faurecia, Panasonic oder Rinspeed beschäftigten sich auch damit, wie der Innenraum hochautomatisierter Fahrzeuge im Jahr 2030 aussehen soll, wobei Rinspeed und Panasonic eher davon ausgehen, dass diese Fahrzeuge für einen taxiähnlichen Fahrdienst oder als „Shared Car“ (Carsharing) unterwegs sein werden. So war beispielsweise die „Living Space Autonomous Cabin“ von Panasonic genauso mit einer biometrischen Fahrgasterkennung ausgestattet wie das Concept-Car von Rinspeed.

CES 2018

Die all-electronics-Redaktion war für Sie auf der CES 2018 unterwegs – und nahm nicht nur Infotainment in den Fokus. Lesen Sie hier mehr zu Connectivity-Trends, automatisiertem Fahren, Automotive-Lösungen und den skurrilsten Gadgets.

Panasonic hat sich des Themas ziemlich umfassend angenommen und setzt dabei unter anderem auf aktive Oberflächen mit Holzanmutung und cleverer Hinterleuchtung sowie auf intelligente Innenraum-Beobachtung/Steuerung und private Sound-Zonen. Durch Drehen des Sitzes und Herausfahren eines privaten Displays sind auch Videokonferenzen während der Fahrt möglich. Über Cloud-Dienste, die ihre Services/Videos auf den touch-sensiblen Fenster- und Dach-Bildschirmen darstellen, können die Mitfahrer unterwegs shoppen oder auch einfach nur entspannen.