Unterzeichner des Memorandum of Understanding zur Gründung des Vereins Industrial Data Space.

Unterzeichner des Memorandum of Understanding zur Gründung des Vereins Industrial Data Space.Matthias Heyde/Fraunhofer

Das Konzept des Industrial Data Space soll eine branchenübergreifende, sichere Vernetzung in einem offenen Datenraum ermöglichen. Unternehmen behalten dabei die Kontrolle über ihre Daten. Zu einem Datenaustausch zwischen zertifizierten Partnern kommt es nur dann, wenn sie für einen Mehrwertdienst benötigt werden. Weiterhin bilden die Datendienste des Industrial Data Space die Basis für die Entwicklung eigener Mehrwertdienste. Unternehmen sollen ihre Daten zudem mit öffentlichen Datengütern kombinieren können: zum Beispiel Wetter-, Verkehrsinformationen oder Geo-Daten sowie semiöffentliche Daten, etwa von einer spezifischen Wertschöpfungskette.

Anwendungsfälle für Industrial Data Space identifiziert

In dem vorwettbewerblichen Förderprojekt „InDaSpace“ entwickeln Fraunhofer-Wissenschaftler in den kommenden drei Jahren ein Referenzarchitekturmodell und leiten Anwendungsfälle. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt mit rund 5 Millionen Euro. „Wir haben wesentliche Zwischenziele erreicht“, sagte Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Die Anforderungen an das zu entwickelnde Referenzarchitekturmodell seien konkretisiert sowie Anwendungsfälle in den Themenfeldern Transparenz in Lieferketten, Automobilität sowie Transparenz und Compliance pharmazeutischer Produkte identifiziert worden.

Das Referenzarchitekturmodell ist laut Fraunhofer als eine Blaupause für den sicheren Austausch und die effiziente Kombination von Daten anzusehen. Für den Einzelfall kann es konfiguriert werden und bildet so die Grundlage für verschiedene Implementierungen im Markt. Fraunhofer wird an ausgewählten Anwendungsfällen verifizieren und prüfen, ob bestehende Ansätze wie Technologien und Standards umsetzbar sind. In der Pilotphase wird das Modell mit der Testbed-Initiative der Plattform Industrie 4.0 verknüpft.

Unternehmer und Fraunhofer-Vertreter beschlossen außerdem für Januar 2016 die Gründung des gemeinnützigen Vereins „Industrial Data Space“, der die Anforderungen an den Industrial Data Space bündelt, den Erfahrungsaustausch organisiert und Leitlinien für die Zertifizierung, Standardisierung und Verwertung der Ergebnisse des Förderprojekts entwickelt. Ein entsprechendes Memorandum of Understanding unterzeichneten: Atos, Bayer, Boehringer Ingelheim, Fraunhofer, Komsa, Pricewaterhouse Coopers, Rewe, Salzgitter, Sick, Thyssen-Krupp, Tüv Nord, Volkswagen, Zvei.