Amnon Sashua und sein Kollege Shai Shalev-Schwarz haben eine mathematische Formel entwickelt, die Sicherheit zu offenen Haftungs- und Schuldfragen für den Fall eine Unfalls mit autonomen Fahrzeugen geben soll. Ihr entwickeltes „Responsibility Sensitive Safety“-Modell beschreibt genaue und messbare Parameter für die menschlichen Konzepte von Verantwortung und Vorsicht. Es definiert einen sicheren Zustand, in welchem das autonome Fahrzeug unmöglich einen Unfall verursachen kann, unabhängig davon, wie sich andere Fahrzeuge verhalten.

Schuldfrage

Das RSS-Modell definiert einen sicheren Zustand (“Safe State“), in dem das Fahrzeug keinen Unfall verursachen kann – unabhängig von der Handlungsweise anderer Fahrzeuge. Intel

In seiner Rede forderte Shashua Industrie und Gesetzgeber dazu auf, gemeinsame Standards zu entwickeln, die die Schuld an einem unvermeidlichen Unfall zwischen menschlich und autonom gesteuerten Fahrzeugen eindeutig zuwiesen. Bisher gingen alle bestehende Regeln und Regulierungen noch von einem menschlichen Fahrer aus, der die Kontrolle über das Fahrzeug ausübe. Für autonom gesteuerte Autos brauche es jedoch neue Parameter.

Das RSS-Model könne zu diesem Ziel beitragen, da es sicherstelle, dass autonome Fahrzeuge nur innerhalb eines Rahmens betrieben werden könnten, der innerhalb klarer, gemeinsam verarbschiedeter Schulddefinitionen als sicher gelte. „Eine gemeinsame, offene Methodik zu haben, um die Wirksamkeit der Technologie einschätzen zu können, erscheint mir als guter Ausgangpunkt“, sagte Sashua.

Das Modell kann sowohl von industriellen als auch staatlichen Organisationen formalisiert werden, um eindeutige Definitionen für Fehlverhalten festzulegen. Diese Definitionen könnten in Zukunft bei der Festsetzung von Versicherungspolicen berücksichtigt werden und in Verkehrsordnungen einfließen.