Macht Fernwartung 4.0 möglich: Das Störmeldesystem WA40 nutzt zur Programmierung NFC-Technologie. 2016 erhielt es das Prädikat ‚Best Of‘ im Rahmen des Industriepreises.

Macht Fernwartung 4.0 möglich: Das Störmeldesystem WA40 nutzt zur Programmierung NFC-Technologie. 2016 erhielt es das Prädikat ‚Best Of‘ im Rahmen des Industriepreises. Unitro Fleischmann

Bei dem Störmeldesystem der Systemfamilie Windows Annunciator setzt Hersteller Unitro Fleischmann auf aktuelle Cortex-Prozessoren sowie eine spezielle LED- Lichtleitertechnik. In Verbindung mit der eingesetzten RGB-Mehrfarben-LED-Leuchtfeldtechnik bringt diese das Signalfeld bereits in der kleinsten Fenstergröße (400 mm²) brillant zum Leuchten. Bediener können so eine auftretende Meldung auch aus größerer Entfernung erkennen und zuordnen. Und noch etwas wird für Bediener einfacher: Per Ethernet-Schnittstelle erhalten sie die Statusabfrage direkt auf das Smartphone. Gleiches gilt für Meldungsquittierungen, wobei optional ein Historienspeicher verfügbar ist. Tritt ein Ereignis ein, kann über ein zusätzliches Telefonmodem ein aktiver Fernalarm abgesetzt werden. Das System zeigt bis zu 40 Meldungen im Kompakt-Schalttafel-Einbaugehäuse (144 x 288 x 150 mm) oder bis zu maximal 200 Meldungen durch Master-Slave-Technik bei fünf Systemen mit je 5 x 8 Meldeeingängen (max. 230 V AC/220 V DC) in modularer Steckkartentechnik.

Neu ist bei dem System der Einsatz der drahtlosen Near Field Communication (NFC). Über diese Technik werden Parameter per Smartphone über eine frontseitige NFC-Antenne übertragen sowie ausgelesen. Auch im spannungslosen Zustand bleibt die Kommunikation mit dem Gerät möglich: Bei Spannungsausfall wird der Zustand gespeichert. Üblicherweise parametrieren Anwender das Gerät mithilfe eines Laptops oder Tablets, wofür der Hersteller den Unitro WA-Programmer (ab W7pro) kostenfrei anbietet. Einmal konfiguriert, lässt sich die Parameterdatei anschließend entweder direkt über einen USB-Port in das Gerät laden oder über die Smartphone-App WA40-Annunciator über die NFC-Antenne. Programmierbar sind unter anderem folgende Parameter: Bis zu 200 Meldungstexte für die Einschubstreifen und die Web-Anzeige, Verzögerungszeiten, Farben, NC/NO-Stromkreise sowie eine beliebige Zuordnung der Ausgangsrelais zu den Meldeeingängen und zu den Sammelmeldeausgängen.

Predictive Maintenance in der Industrie 4.0

Ansicht der Smartphone-App Annunciator.

Ansicht der Smartphone-App Annunciator. Unitro Fleischmann

Konkret verarbeitet das System Zählwerte, Zeitwerte, Grenzwerte, Betriebswerte und Störwerte und macht so eine vorausschauende Wartung mittels intelligenter Datenauswertung möglich. Die Anzeigefenster können die Farben Rot, Grün, Gelb, Blau und Weiß abbilden: So schaltet beispielsweise die grüne Betriebsanzeige eines Aggregates bei Überschreiten einer vorgegebenen Laufzeit auf gelb und signalisiert durch Blinken eine Wartungs-Warnmeldung (nach DIN 19235 und US Norm ISA-18.1). Über einen Relaisausgang und ein Telefonmodem veranlasst sie dann einen Wartungsauftrag. Seine dezentrale Intelligenz mit Relaisausgängen, die sich frei zuordnen lassen, sowie intelligente Sensorik machen das System zu einem intelligenten HMI-Modul, das sich als Teil eines cyber-physischen Systems auch zur selbstkonfigurierenden M2M-Kommunikation eignet.

Durch die Schnittstellen LON Bus FT 5000 sowie Ethernet mit IEC-61850-Protokoll eignet sich das System für den vernetzten Einsatz in der Gebäude-und Industrieautomation. Außerdem lässt sich das Gerät zur Überwachung von technischen Betriebs- und Versorgungseinrichtungen im Bereich Energieversorgung und -erzeugung als auch im kommunalen Bereich einsetzen.

Industrie 4.0 in KMU

Unitro in der Forschung: Im Rahmen des BMBF-Projekts ‚Produktionsforschung 2016‘ arbeitet Unitro Fleischmann zusammen mit vier weiteren Partnern zum Thema Industrie 4.0 in kleineren- und mittleren Unternehmen (KMU). In dem Projekt ‚MiMiK‘ erforschen die Partner die intelligente Vernetzung von Produkten, Anlagen und Maschinen einschließlich einer unternehmensübergreifenden Kommunikation am Beispiel der Elektronikindustrie. Dabei gilt es, die Mitarbeiter als wichtigen Produktionsfaktor im Mittelstand mit einzubinden. Durch KMU-gerechte Informations- und Kommunikationsschnittstellen wollen die Forschungspartner Informationswege und Reaktionszeiten bei Produktionsanpassungen in der kompletten Wertschöpfungskette reduzieren.