Gemäß den Marktforschern von Gartner hat der Begriff Internet of Things (IoT) letztes Jahr auf der ersten Welle des sogenannten Hype Cycle of Emerging Technologies den Höhepunkt erreicht. IoT als aufstrebende Technologie zu bezeichnen ist zwar nicht wirklich zutreffend, die erste Welle im Hype Cycle ist aber ein klares Indiz dafür, dass IoT omnipräsent ist und auf allen Ebenen, in beinahe allen Branchen, darüber gesprochen wird – mit Betonung auf gesprochen. Das würde nämlich darauf hindeuten, dass das Internet der Dinge gelinde gesagt nur ein Marketing-Begriff ist.

Die meisten Entwickler sind jedoch schon einen Schritt weiter: bei der realen Anwendung von Dingen (Geräten), die miteinander vernetzt sind. Dabei handelt es sich um Sensoren und Aktoren in Büro-, Fabrikations- und Wohngebäuden, in der Medizintechnik oder in der Gesundheitsvorsorge. Ob die Geräte nun direkt mit dem Internet verbunden sind oder über einen Hub, spielt in Zukunft keine große Rolle.

Die Umgebung kennen

Sensoren fühlen unsere Umgebung, liefern die Daten in ein PAN (Personal Area Network), HAN (Home Area Network), LPWAN (Low Power Wide Area Network) oder welches Netzwerk auch immer. Entscheidend ist, was mit all diesen Daten – Stichwort Big Data – geschieht, denn schlussendlich sollen Endanwender durch das Erfassen von Daten und daraus abgeleiteten Aktionen neben mehr Komfort, Sicherheit und Kosteneinsparungen auch von einfacher Handhabung profitieren.

Daraus ergeben sich Chancen für Gerätehersteller und Dienstleister. Diese Bereiche werden in sehr naher Zukunft enger zusammenarbeiten. Erste Projekte sind bereits in Diskussion und konkrete Anwendungen werden im Markt getestet. Auch hier könnte sich wieder zeigen, dass sich nicht zwingend der Größere, sondern der Beweglichere am Markt dursetzen wird. In einem konkreten Fall könnte das beispielsweise bedeuten, dass ein (Smart-) Sensorhersteller, ein Cloud-Anbieter, ein Telekommunikationsunternehmen und eine Versicherungsgesellschaft zusammen eine Komplettlösung für Gebäudesicherheit anbieten.

All diese Überlegungen zeigen auf, wohin die Reise mit Internet of Things – oder noch weiter gefasst Internet of Everything – gehen wird: In eine Welt voller Sensoren, die Daten mehr oder weniger direkt in die Cloud liefern. Die Cloud und die Datensicherheit, wie steht es damit? Genau hierin besteht eine weitere große Herausforderung. Es ist hinlänglich bekannt, was eine Manipulation von Prozessen von außen für Auswirkungen haben kann, zum Beispiel bei einem Verkehrsleitsystem oder in der Gesundheitsversorgung. Nebst Schutz von Leib und Leben und jeder Privatsphäre sind auch technische Aspekte zu berücksichtigen, außerdem enstehen unter Umständen zusätzliche Kosten für Authentifizierung und Verschlüsselung.

Nun, die Reise ist gestartet und viele Branchen stellen sich der Herausforderung, Geschäftsmodelle in Richtung IoT weiterzuentwickeln – ebenso wie auch Avnet Memec.