Moritz Lechner ist Co-CEO Sensirion AG.

Moritz Lechner ist Co-CEO Sensirion AG.Sensirion

elektronik industrie: Bitte stellen Sie Sensirion kurz vor.

Moritz Lechner: Sensirion ist der weltweit führende Hersteller von Sensoren und Sensorlösungen. Nebst den Feuchte- und Temperatursensoren umfasst die Produktpalette Flüssigkeitssensoren wie auch Gasfluss- und Differenzdrucksensoren. Das Unternehmen ging 1998 aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich hervor und beschäftigt heute rund 600 Mitarbeitende – unter anderem in den USA, Südkorea, Japan, China, Taiwan und Deutschland. Geforscht, entwickelt und produziert wird am Hauptsitz in Stäfa nahe Zürich. Seit der Gründung sind der Auftragseingang wie auch der Umsatz jährlich stark gestiegen. Unsere Belegschaft hat sich in den letzten zwei Jahren verdoppelt.

elektronik industrie: Was macht Sensirion so erfolgreich?

Der SHTC1 ist laut Sensirion der weltweit kleinste Feuchte- und Temperatursensor.

Der SHTC1 ist laut Sensirion der weltweit kleinste Feuchte- und Temperatursensor.Sensirion

Moritz Lechner: Innovation treibt uns voran. Damit wir auch in Zukunft die Konkurrenz übertreffen, müssen wir unsere Innovationskultur bewahren und den Mut haben, uns immer wieder neu zu erfinden. Vor zwei Jahren haben wir zum Beispiel den weltweit kleinsten Feuchte- und Temperatursensor SHTC1 entwickelt. Erst kürzlich konnten wir diesen Sensor bei gleichbleibender Performance noch einmal um rund einen Viertel verkleinern. Unsere neuste Generation von Feuchte- und Temperatursensoren ist zurzeit konkurrenzlos. Damit eröffnen sich uns Märkte, welche unsere Mitbewerber noch nicht bearbeiten können.

elektronik industrie: Was sind die Vorteile des Standortes Schweiz?

Moritz Lechner: Für uns sind es die Mitarbeitenden, die besonderen Talente. Wir möchten die Besten ihres Fachs aus dem In- und Ausland für uns gewinnen, denn damit sichern wir uns den Vorsprung. Hierfür brauchen wir eine Umgebung, in welcher Innovationen entstehen können. Um ein solches Umfeld zu schaffen, investiert Sensirion rund einen Viertel des Umsatzes in die Forschung und Entwicklung. Damit finden innovativ denkende Menschen bei uns eine bewusst geschaffene Plattform, auf der sie sich austoben können. Die sehr guten Hochschulen und die somit auch gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeitenden verschaffen uns einen entscheidenden Vorteil bei der Forschung und Entwicklung. Rund jeder vierte Mitarbeitende bei uns besitzt einen Universitätsabschluss mit Doktortitel.

elektronik industrie: Wie sehen Sie die Zukunft?

Moritz Lechner: Neben der Sensorproduktion sehen wir uns als wichtigen Akteur im zukunftsträchtigen Internet der Dinge. Sensorik sowie der Weg in die Cloud werden einen erstaunlichen Einfluss auf jeden Aspekt unseres Lebens gewinnen. Neue Anwendungen und Dienste kommen auf. Es entstehen komplexe Sensorsysteme. Bei diesem Wandel sind wir ganz vorne mit dabei. Wir entwickeln uns daher auch immer mehr weg vom reinen Hardwareproduzenten hin zu einem vollumfänglichen Software- und Lösungsanbieter. Unser grundsätzliches Ziel ist es, die Welt „smarter“ zu machen. Dazu müssen Sensoren Informationen über die Umgebung sammeln, ähnlich wie dies die menschlichen Sinne tun. Daran arbeiten wir.

elektronik industrie: Was sieht der Normalverbraucher von Ihren Produkten?

Moritz Lechner: Der Endverbraucher sieht unsere Produkte nicht, kommt aber tagtäglich mit ihnen in Kontakt. Wenn Sie zum Beispiel ein Auto besitzen, dann haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Feuchte- und Temperatursensor von uns im Innenrückspiegel. Dieser aktiviert die Klimaanlage und verhindert ein Beschlagen der Windschutzscheibe. Sobald sich das Innenraumklima verändert und ein Beschlagen nicht mehr möglich ist, wird die Klimaanlage automatisch wieder abgestellt und der Energieverbrauch entsprechend reduziert.

Weiter kommen Sie in vielen Gebäuden mit unseren Durchflusssensoren in Kontakt. Diese regeln das Raumklima, erhöhen das Wohlbefinden und optimieren die Energieeffizienz von Gebäuden. Solche Beispiele gibt es unendlich viele, mitunter auch im Gesundheitswesen, für Haushaltsgeräte, mobile Endgeräte oder Industrieanwendungen. Fast immer geht es dabei um die Verbesserung von Gesundheit, Komfort und Energieeffizienz.