Auf dem Fünften Nationalen IT-Gipfel der Bundesregierung in Dresden sorgten die diesjährigen Ergebnisse der Studie „Offen für die Zukunft – Offen in die Zukunft“ für lebhafte Diskussionen und für Zuversicht. Über eintausend internationale Experten wurden vom Münchner Kreis gemeinsam mit weiteren Projektpartnern vor dem IT-Gipfel zur zukünftigen Bedeutung der Digitalisierung für Wirtschaft und Gesellschaft befragt. Große Chancen für Deutschland sehen die befragten Experten in der Verbindung von IKT und klassischen Anwendungsindustrien: E-Energy, E-Commerce, E-Health, Embedded Systems, E-Mobility. In diesen Wachstumsmärkten habe Deutschland Potenziale, die eine Vorreiter- und Spitzenposition ermöglichen, vor allem in der Systemintegration und Standardisierung. Gleiches gilt für die elektronische Vernetzung von Gegenständen des Alltags – dem Internet der Dinge. Es fehle in Deutschland allerdings noch zu oft an so genannten hybriden Innovationen, die neue Ideen in Produkten und Dienstleistungen mit neuen Markt- und Geschäftsstrategien kombinieren und vorantreiben. Genau hierin sehen die Experten aber eine wichtige Voraussetzung für den internationalen Erfolg.

Auf den dynamischen IKT-Märkten ist es nach Meinung der befragten Experten sehr schwierig geworden, längerfristig zu bestehen. Marktführer seien heute wesentlich leichter herauszufordern. Die flexiblen Wertschöpfungsnetzwerke sind offen für neue Akteure. IKT schafft hier die Voraussetzung, mit relativ geringem Investitionsaufwand eine hohe Reichweite zu erzielen. Darin liegt auch eine Chance für kleine und mittelständische Unternehmen. Angesichts dieser Entwicklungen müsse das europäische Defizit an Vermarktungskompetenz und unternehmerischer Initiative dringend beseitigt werden, so die Befragten.

Voraussetzung für die Entfaltung des erwarteten Nutzens von IKT in Unternehmen sind laut Studie flexible und skalierbare IT-Systeme und -Werkzeuge, die die Unternehmensgröße, die Anpassungsfähigkeit eines Systems und die Verbreitung innerhalb des Unternehmens ausreichend berücksichtigen. Die Experten fordern für den betrieblichen Bereich darüber hinaus einen Leitfaden für den kompetenten Umgang mit IKT und eine Kommunikationsetikette, die von den maßgeblichen Entscheidungsträgern im Betrieb unterstützt und praktiziert werden muss. Als konkrete Maßnahmen werden die Initiierung von Spin-offs oder die Ausarbeitung von Vermarktungsplänen vorgeschlagen.