Die Robotikbranche geht für 2014 von einem Umsatzwachstum von 7 % aus.

Die Robotikbranche geht für 2014 von einem Umsatzwachstum von 7 % aus.Cinema 2000 – Fotolia.com

Die deutschen Hersteller von Robotik und Automation, das heißt von Robotik, Integrated Assembly Solutions und Industrieller Bildverarbeitung, produzieren jeden neunten Roboter, der 2013 in der Welt installiert wurde. „Die weltweite Nachfrage nach Produkten und Lösungen der Robotik und Automation aus Deutschland ist hoch und steigt beständig an“, betonte Baumtrog.

Die Exportquote stieg von 45 % im Jahr 2008 auf 55 % im Jahr 2013. In absoluten Werten erhöhte sich das Exportvolumen in diesem Zeitraum um 37 % auf 5,7 Milliarden Euro. Mit einer Verdreifachung des Umsatzes in der Zeit zwischen 2008 und 2013 gingen von China die stärksten Wachstumsimpulse aus. „China ist seit 2010 der größte Auslandsmarkt für Robotik+Automation. Ein weiterer Wachstumstreiber war vor allem in den letzten drei Jahren Nordamerika“, berichtete Baumtrog.

Deutschland weist höchste Roboterdichte in Europa auf

Der Erfolg der deutschen Industrie hängt unmittelbar mit dem Einsatz von Automation zusammen: 2012 kamen auf 10.000 Beschäftigte in Verarbeitenden Gewerbe 273 Roboter. „Die sogenannte Roboterdichte – ein gutes Maß für den Automatisierungsgrad – war damit mehr als doppelt so hoch wie in Frankreich und mehr als viermal höher als im Vereinigten Königreich“, sagte der VDMA-Vorstand. Eine höhere Roboterdichte konnten nur Japan und Korea aufweisen.

Die deutsche Automobilindustrie beschäftigt trotz ihres extrem hohen Robotereinsatzes über 770.000 Mitarbeiter. Zwischen 2010 und 2013 stieg die Beschäftigung dort um gut 7 % und erreicht weltweit mit über 1.100 Robotern auf 10.000 Beschäftigte eine der höchsten Roboterdichten. „Die hohen Roboterinvestitionen der deutschen Automobilindustrie in diesem Zeitraum, im Schnitt fast 9.000 Stück pro Jahr, gehen also mit einem spürbaren Aufbau von Beschäftigung einher“, erklärte Baumtrog.

China ist größter Robotermarkt weltweit

Der chinesische Robotermarkt ist nicht nur der am schnellsten wachsende, sondern nach Analysen des Weltroboterverbandes IFR seit 2012 auch der größte der Welt. „Bei einer erst geringen Roboterdichte von etwa 20 Robotern pro 10.000 Industriebeschäftigten ist das weitere Wachstumspotenzial enorm“, so Baumtrog. Die IFR prognostiziert für den Zeitraum von 2014 bis 2016 eine Zunahme der weltweiten Roboterlieferungen um jährlich 5 %. Ende 2016 werden dann 1,7 Millionen Industrieroboter auf der Welt im Einsatz sein.

Industrie 4.0 und Mensch-Roboter-Kooperation verändern Arbeitswelt

„So wie das Internet die Kommunikation zwischen Menschen verändert hat, wird es auch die Art und Weise verändern, wie die Menschen mit Maschinen interagieren. Zusätzlich werden sich Maschinen und Geräte in der Produktion direkt miteinander unterhalten“, betonte Baumtrog. „Die größte Umwälzung in der Robotik wird dabei die direkte Zusammenarbeit von Mensch und Roboter sein. Das setzt umfangreiche Sicherheitstechnik voraus.“

Nach Analysen der IFR ist davon auszugehen, dass zwischen 2013 und 2016 weltweit mindestens 95.000 neue professionelle Serviceroboter mit einem Wert von rund 12,3 Milliarden Euro verkauft werden. „Dabei können unsere Mitgliedsfirmen ihre Innovationen aus der Industrierobotik in das Wachstumsfeld der professionellen Servicerobotik übertragen“, sagte Baumtrog. „Diese Synergieeffekte werden die weitere Entwicklung vorantreiben.“

Die nicht-industriellen neuen Einsatzfelder für die Robotik+Automation beschränken sich nicht auf die Servicerobotik. „Handhabungssysteme stellen in den automatisierten Apotheken von Großkliniken sicher, dass jeder Patient die richtig zusammengestellte tägliche Medikation erhält“, berichtet der VDMA-Vorsitzende. Viele neue Einsatzfelder für die Robotik und Automation werden hinzukommen.

Europa setzt auf Ausbau der Robotik

Europa setzt auf die Robotik und hat zu diesem Zwecke das größte Forschungsrahmenprogramm zur Weiterentwicklung dieser Technologie ins Leben gerufen. Etwa 700 Millionen Euro Fördergelder werden der europäischen Robotik in den kommenden sieben Jahren zur Verfügung gestellt. Europa repräsentiert bereits 32 % des globalen Marktes für Industrierobotik und plant, diesen Anteil noch stark auszuweiten. Dabei hat sich Europa nicht nur die Technologie vorgenommen sondern arbeitet auch aktiv an den ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen, die eine neue Ära der Robotik und Automation aufwirft.