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Bis 8000 Umdrehungen pro Minute lassen sich mit diesem Hohlwellen-Drehgeber exakt messen. Die Kabelverschraubung muss selbst bei stärksten Vibra­tionen das Kabel sicher führen.
Die Schlauchdruckschraube macht es möglich, einen Schutzschlauch direkt mit der Kabelverschraubung zu kombinieren. Vorteil: Ein sicherer Schutz der Sensorleitungen.
Gerhard Peerenboom, Frank Schmucker und Matthias Wilm (von links) aus dem Hause Lenord+Bauer: "Diese Kabelverschraubungen halten selbst unter den schwierigen Einsatzbedingungen der Bahn perfekt dicht."

In ICE-Zügen sowie in vielen U-Bahnen und Straßenbahnen weltweit sind magnetische Sensoren des in der Automatisierungstechnik beheimateten Unternehmens Lenord+Bauer im Einsatz. Die Oberhausener sind mit dem Bahnstandard Iris zertifiziert, der vergleichbar mit dem aus der Automobilindustrie bekannten Standard ISO/TS 16949 ist. „Damit haben wir die hohe Qualität unserer Produkte und Prozesse eindrucksvoll untermauert“, freut sich Matthias Wilm, der im Vertrieb Schienenverkehrstechnik bei Lenord+Bauer arbeitet. Die Produktpalette umfasst hochauflösende magnetische Drehzahlsensoren, Temperatur- und Schocksensoren sowie Positions- und Steuerungssysteme. Die für raue Umgebungen entwickelten Komponenten kommen neben der Schienenverkehrstechnik auch im Bereich erneuerbare Ener­gien, insbesondere der Windenergie, im Werkzeugmaschinenbau, in Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen sowie im allgemeinen Maschinen- und Anlagenbau zum Einsatz.

Langjähriges Know-how für Qualität und Flexibilität

Beim Firmenrundgang wird klar: Lenord+Bauer überlässt nichts dem Zufall und verfügt neben einer gut aufgestellten Konstruk­tionsabteilung auch über eine ausgezeichnete Fertigungstiefe: „Auf diese Weise können wir die Kundenanforderungen sehr schnell in Produkte umsetzen“, betont Wilm.

Unter harten Einsatzbedingungen von –40 °C bis + 120 °C gewährleistet die UNI Dicht Kabelverschraubung an diesem kompakten Drehzahlsensor die hohe Schutzart IP 68.

Unter harten Einsatzbedingungen von –40 °C bis + 120 °C gewährleistet die UNI Dicht Kabelverschraubung an diesem kompakten Drehzahlsensor die hohe Schutzart IP 68. Pflitsch

Um die hochauflösenden Sensoren in der geforderten Präzision zu fertigen, setzt der Oberhausener Hersteller auf moderne Produktion und Entwicklungstools. Im eigenen Applikations- und Prüflabor werden die Produkte bereits während der Entwicklung getestet. Darüber hinaus hat Lenord+Bauer bereits vor Jahren in der Entwicklung und Produktion die Bereiche Mechanik und Elektronik verschmolzen. Diese enge Verzahnung von mechanischer und elektronischer Entwicklung, Konstruktion und Fertigung sichert Anwendern und der Firma selbst den nötigen Wettbewerbsvorteil. Die zuverlässige Qualität der Produkte ist sichergestellt. Dadurch werden Innovationszyklen verkürzt und Reaktionszeiten, wie bei individuellen Entwicklungen, minimiert.

Lebenslang dicht mit IP 68

Bei den Kabelverschraubungen vertraut Lenord+Bauer seit langem auf das Uni-Dicht-System des Hückeswagener Herstellers Pflitsch: Denn aufgrund der großflächigen Abdichtung durch einen Dichteinsatz aus TPE-V erreichen diese Kabelverschraubungen serienmäßig die hohe Schutzart IP 68 und Zugentlastungswerte, die über der Norm liegen. „Im Vergleich zu anderen Lösungen wird dabei der Kabelmantel nicht irreparabel eingeschnürt, wodurch die Abdichtung über einen langen Lebenszyklus gewährleistet bleibt“, erklärt Gerhard Peerenboom, zuständig für das Produktdesign, den Vorteil der Verschraubung. „Der TPE-V-Werkstoff ist außerdem über einen weiten Temperaturbereich von -40 bis +135 °C sicher einsetzbar, was unsere Bahnkunden auch fordern.“ Auch die Vi­brations- und Temperatur-Schocktests, die Lenord+Bauer nach Industriestandards durchführt, überstanden die Kabelverschraubungen problemlos.

Mit Kundenmehrwert überzeugen

Ein weiterer Vorteil des Systembaukastens: In die Messing- und Edelstahl-Verschraubungskörper passen unterschiedliche Dichteinsätze für die verschiedenen Kabelquerschnitte des Automatisierungsunternehmens. „Das reduziert unsere Lagerhaltung und macht die Konfektionierung einfacher“, betont Frank Schmucker, Entwicklungsingenieur für Sensoren. „Pflitsch liefert uns die Verschraubungskörper und die Dichteinsätze sowie das Zubehör. Unsere Mitarbeiter stellen sich daraus die individuellen Kabelverschraubungen passend zum jeweiligen Auftrag zusammen.“

Bei den kompakten Minicoder-Drehzahlsensoren für Werkzeugmaschinen kommen die Mehrfach-Dichteinsätze zum Einsatz, durch die sich mehrere Kabel, auch mit unterschiedlichen Querschnitten, durch eine Kabelverschraubung führen lassen. „Das spart wertvollen Montageplatz“, merkt Schmucker an. Und Pflitsch könne diese Dichteinsätze sehr wirtschaftlich fertigen.

Hand in Hand

Um in der Bahntechnik zum Einsatz kommen zu können, müssen Komponenten und Systeme in rauen Umgebungsbedingungen zuverlässig arbeiten. Für die Sensoren des nach IRIS zertifizierten Automatisierers Lenord+Bauer werden die Kabelverschraubungen Uni Dicht des Hückeswagener Herstellers Pflitsch genutzt. Diese punkten mit Vorteilen, wie einer hohen Schutzart, die durch eine großflächige Abdichtung erzielt wird, oder einem Werkstoff, der für einen breiten Temperaturbereich ausgelegt ist.

Ändern sich Kabelquerschnitte, können die bestehenden Kabelverschraubungen durch Reduktionen und Erweiterungen darauf angepasst werden. Mit speziellen Winkelverschraubungen lassen sich rechtwinklige Kabelabgänge sicher bewältigen. Und mit Schlauchverschraubungen gelingt die zuverlässige Anbindung zu verschiedenen Schutzschläuchen, um Sensorkabel zusätzlich mechanisch zu schützen. „Selbst für Anwendungen in Ex-Bereichen können wir auf den Baukasten von Pflitsch zurückgreifen“, unterstreicht Peerenboom. Denn der Hückeswagener Hersteller hat seine Uni-Dicht-Bauteile nach ATEX zertifiziert.

Bei Neuentwicklungen erhält der Automatisierer bereits in der Frühphase von den Fachberatern des Kabelmanagementspezialisten vor Ort und den Technikern im Werk Unterstützung. Somit lässt sich bereits frühzeitig sicherstellen, dass die optimale Lösung für zukünftige Anwendungen im Bereich Schienenverkehrstechnik realisiert wird. „Dabei stehen für uns Aspekte wie Dichtigkeit, Langlebigkeit, Temperatur- und Vibrationsbeständigkeit ganz oben im Pflichtenheft“, fasst Frank Schmucker die Entscheidungskriterien für das Pflitsch-System zusammen. Dass das Baukastensystem zusätzliche Vorteile für Bestellung und Logistik bringt, freut nicht nur den Einkäufer bei Lenord+Bauer.