Der Karl-Küpfmüller-Preis der VDE/ITG wird alle vier Jahre an herausragende Wissenschaftler auf dem Gebiet der Nachrichten- und Informationstechnik verliehen. Professor Dr.-Ing. Kurt Antreich, Emeritus für Entwurfsautomatisierung der TU München, hat den mit 5000 Euro dotierten Karl-Küpfmüller-Preis 2004 der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (ITG) erhalten. Mit der Preisverleihung würdigte die Jury Antreichs weltweit anerkannten Leistungen auf dem Gebiet der Informationstechnik.


In seiner Laudatio hob Professor Dr. Manfred Glesner von der TU Darmstadt unter anderem die Pionierleistungen des im Jahre 1934 im böhmischen Komotau geborenen Wissenschaftlers im Rahmen der Entwicklung moderner CAD-Werkzeuge hervor. Mit einem in den achtziger Jahren von Antreich und seiner Forschungsgruppe entwickelten CAD-Tool namens GORDIAN sei es erstmals gelungen, komplexe Layoutprobleme zu lösen. „Die GORDIAN-Arbeiten haben eine ganze Reihe von Forschungsaktivitäten inspiriert und beeinflusst, so auch wichtige Arbeiten an der University of California in Berkely“, verdeutlichte Glesner. Auch im Bereich der Entwurfsautomatisierung (EDA) habe der Preisträger Hervorragendes geleistet, sagte Glesner. Gemeinsam mit seinem Team konnte der Preisträger ebenfalls Meilensteine auf dem Gebiet der automatischen Testmustergenerierung (Automatic Test Pattern Generation) – kurz ATPG genannt – setzen. Diese sogenannten ATP-Algorithmen haben auf Grund ihrer hohen Fehlererkennungsraten in der Industrie zu signifikanten Qualitätsverbesserungen im Rahmen der Chipproduktion geführt.


Auch auf dem Gebiet der Logiksynthese hat Professor Antreich essenzielle Beiträge geleistet. Das von ihm und seiner Forschungsgruppe entwickelte Synthesewerkzeug TOS hat – wie alle seine Ideen und Algorithmen – den Weg in die industrielle Anwendung längst beschritten. (jj)


www.vde.com