Ein Schuhkarton großer Roboter des Fraunhofer Instituts für Autonome Intelligente Systeme ist neuer Vize-Weltmeister im Katastrophenschutz-Wettbewerb für Rettungsroboter bei den diesjährigen RoboCup-Weltmeisterschaften in Lissabon.


Parallel zur Fußball-Europameisterschaft zeigten dort 15 so genannte Rescue Roboter aus aller Welt in drei unterschiedlich schwierigen Katastrophenszenarien ihr Können. Ihre Aufgabe ist es, automatisch Karten der Katastrophenumgebung zu erstellen, in denen Verschüttete eingezeichnet sind. Das gab es bislang nur in mäßiger 2D-Qualität. KURT3D von Fraunhofer AIS in Sankt Augustin bei Bonn dagegen produziert dreidimensionale räumliche Bilder. Rettungsroboter sollen zunächst vornehmlich als Kundschafter eingesetzt werden, um den Rettungskräften einen Eindruck von der Lage in einem zerstörten Gebäude zu vermitteln.


„Unser Erfolg in diesem Jahr basiert auf dem 3D-Laserscanner und unserer Software, mit der man mehrere dreidimensionale Laserbilder zu einem präzisen Szenenmodell zusammensetzen kann. Darin kann nicht nur die Lage eines Opfers genau angegeben werden, sondern auch sämtliche Hindernisse auf dem Weg dorthin werden sichtbar,“ so Dr. Joachim Hertzberg vom Fraunhofer Institut für Autonome Intelligente Systeme unmittelbar nach dem wissenschaftlichen Erfolg seines Projektteams in Lissabon.


Der RoboCup Rescue ist ein Wettbewerb nach Regeln, die von Jahr zu Jahr höhere Ansprüche an die Wissenschaftler und ihre Roboter stellen, damit die Wettbewerbsbedingungen einem echten Katastropheneinsatz immer mehr angepasst werden können.(jj)


Nähere Informationen zu KURT3D unter:


www.ais.fraunhofer.de/KURT2/applications.htm