Der Multicore-Prozessor QorIQ P4080 von Freescale Semiconductor wird mit acht e500mc Rechenkernen das Flaggschiff der Nachfolgergeneration der bekannten PowerQUICC-Kommunikationsprozessoren.

Um die Applikationsentwicklung zu beschleunigen und optimale Einblicke in den Multicore-Baustein zu ermöglichen, hat sich Freescale mit der auf Simulationssoftware spezialisierten Firma Virtutech zusammengetan, um eine bisher einmalige Hybridsimulationsumgebung zu realisieren. In dieser Umgebung wird das Simics Fast-Functional Modell von Virtutech mit einem detaillierten Leistungsprofilmodell des QorIQ P4080-Prozessors kombiniert. Noch bevor das erste Silizium verfügbar ist, können Entwickler auf eine Umgebung zurückgreifen, in der alles deterministisch abläuft, alles begutachtet und alles kontrolliert werden kann — und das ganz ohne echte Hardware. Mit Hilfe des Hybridmodells können Entwickler Kerne und Code partitionieren und verschiedene Szenarien durchspielen. Sie können Betriebssysteme einbinden und hochfahren, aber auch Software entwickeln, debuggen und testen.

Der Multicore-Prozessor QorIQ P4080 soll in 45 nm Prozesstechnologie gefertigt werden und für eine Maximalfrequenz von 1,5 GHz ausgelegt sein. Auf dem Chip integriert finden sich erweiterte Power Architecture Technology basierte Kerne, eine dreistufige Cache-Hierarchie, CoreNet-Strukturen sowie Hardware zur Datenpfad-Beschleunigung – und der Baustein soll weniger als 30 W verbrauchen. Jeder Kern hat seinen eigenen dedizierten 128KB L2 Backside-Cache und kann auf zwei 2 MByte gemeinsamen Frontside L3-Cache zugreifen. Die acht Kerne können symmetrisch in SMP- (Symmetric Multi Processing), oder völlig asymmetrisch in AMP-Konfiguration (Asymmetric Multi Processing) arbeiten, sie können aber auch in verschiedenen Abhängigkeitskombinationen in SMP- und AMP-Gruppen unterteilt werden.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, verschiedene Betriebssysteme (OS) oder auch gar kein Betriebssystem auf den Kernen laufen zu lassen. Der Prozessor soll über eine eindrucksvolle Liste an Hochgeschwindigkeits-I/Os verfügen, darunter zwei 10 Gbit/s Ethernet (XAUI) Controller, acht 1 Gbit/s Ethernet (SGMII) Controller, drei PCI Express v2.0 Controller/Ports, die für bis zu 5 GHz ausgelegt sind, sowie zwei serielle RapidIO 1.2 Controller/Ports für bis zu 3,125 GHz.(jj)