Philips hat einen Chipsatz entwickelt, der den bisher üblichen Wagenschlüssel durch ein Chipkarten ähnliches System ersetzen kann. Ein Transponder in Form eines Schlüsselanhängers tauscht dann mit der Bordelektronik Daten zur Freigabe der Zugangs- und Fahrberechtigung aus. Der schlüssellose Zugang zum Fahrzeug – der technische Ausdruck dafür lautet „keyless entry“ – besteht aus einem Chip, einer Sendeeinheit und einer Knopfzelle zur Stromversorgung. Berührt der Fahrer den Türgriff, sendet die Bordtechnik codierte Funksignale an den elektronischen Schlüsselanhänger. Der Chip seinerseits antwortet mit einem Verifikationscode. Stellt die Bordeinheit fest, dass die Codes übereinstimmen, entriegelt sie die Türen.


Für den Datenaustausch spielt es dabei keine Rolle, wo der Fahrer den Transponder aufbewahrt; ob er also etwa in der Jackentasche steckt, im Aktenkoffer verstaut ist oder in der Hand gehalten wird. Der Transponder kann als Schlüsselanhänger oder als Chipkarten ähnliches Objekt ausgeführt werden und bietet den Autoherstellern damit neue Gestaltungsfreiräume, um die Kundenaufmerksamkeit auf ihr Produkt zu lenken. Nicht nur das Öffnen von Türen und Kofferraum, sondern auch das Starten des Motors wird durch die schlüssellose Technik komfortabler. Statt wie bisher einen Schlüssel ins Zündschloss zu stecken, muss der Fahrer nur noch einen Knopf am Lenkrad drücken, womit er erneut eine elektronische Verifikation auslöst. Einzige Voraussetzung für das Starten des Motors ist, dass sich der elektronische Schlüsselanhänger im Fahrzeuginnenraum befindet.


Dieses Schließ- und Startsystem schafft nicht nur mehr Komfort für die Benutzer, sondern auch größtmögliche Diebstahlsicherheit für Fahrzeuge. Denn „keyless entry“ ist einerseits durch einen Zufallsgenerator, andererseits durch Verschlüsselungsverfahren geschützt. Zwar könnten heute auch so genannte biometrische Verfahren eingesetzt werden, die aber den Nutzungskomfort einschränken. So versagt hier zum Beispiel die Identifizierung durch den Fingerabdruck, wenn die Fahrer häufig wechseln – etwa bei Leih- oder Dienstwagen, die von mehreren Menschen benutzt werden. Elektronische Sicherungssysteme für den Fahrzeugstart sind schon seit 1994 im Einsatz und haben geholfen, die Fahrzeugdiebstähle drastisch zu reduzieren. Die Kriminalitätsstatistik liefert einen eindrucksvollen Beleg für diese Entwicklung. Seit der Markteinführung der ersten „keyless entry“-Generation ist die Diebstahlsrate von Fahrzeugen mit elektronischen Wegfahrsperren um mehr als 90 Prozent gesunken. Seit 1995 bestehen europäische Versicherungen darauf, dass neu zugelassene Fahrzeuge mit solchen Wegfahrsperren ausgestattet sind.