Die in Ent­wick­lung befindlichen Echt­zeit-Oszillo­skope werden weitere Inno­va­tionen aufweisen, darunter einen neuen 10-Bit-A/D-Wand­ler. Außerdem werden sie mehrere, hochgenau synchro­ni­sierte Kanäle mit maxi­maler Band­breite besitzen. „Keysight ent­wickelt seinen Indium-Phosphid-Prozess ständig weiter, um seinen Kunden neueste Spitzentechno­logie bieten zu können“, sagte Jay Alexander, Senior Vice President und Chief Technology Officer bei Keysight Technologies. „Unsere Erfah­rung in Mikro­wellen­-Halb­leiter­techno­logie hat es uns ermög­licht, mit unserem Indium-Phosphid-Prozess der nächs­ten Gene­ra­tion einen Durchbruch bei der Leistungs­fähig­keit von Echt­zeit- und Äqui­va­lentzeit-Oszillo­skopen zu erzie­len. Der neue Prozess wird nach und nach auch weiteren Keysight-Produkten zu Gute kommen.“

Keysight bietet der­zeit Hoch­leistungs­oszillo­skope mit Bandbreiten bis 63 GHz und mehr­kanalige Äqui­va­lent­zeit-Oszillo­skope mit Band­breiten von über 70 GHz an. Tektronix ist mit seinen Highend-Geräten in ähnlicher Größenordnung. Technologie-Spitzenreiter ist aktuell allerdings Teledyne Lecroy, die bereits seit geraumer Zeit die 100-GHz-Echtzeitbandbreite erreicht haben und diese Geräte auch liefern können. Wie weit die Keysight-Wettbewerber 2017 sein werden, lässt sich nur spekulieren. Teledyne besitzt jedenfalls auch eine eigene InP-Technologie und InP-Fertigung, auf die die LeCroy-Truppe gegebenenfalls zurückgreifen kann. Von Tektronix ist bisher nichts in InP-Technologie verlautbart worden.

Wer benötigt diese sündhaft teuren Oszilloskope, die nur in sehr geringen Stückzahlen bis herunter zur Losgröße 1 gefertigt werden? Es sind Entwickler von Hoch­geschwin­dig­keits­schnitt­stellen wie beispiels­weise IEEE P802.3bs 400G, Designer die an kohärenter optischer Modulation mit Daten­raten im Terabit/s-Bereich arbeiten. Angesichts von Daten­raten oberhalb von 56 Gbit/s NRZ und mehrwertigen 56-GBaud-Leitungscodes benöti­gen Entwickler für die Vali­die­rung ihrer Produkte nicht nur Oszillo­skope mit größeren Band­breiten, sondern auch mit höherer Amplitudenauflösung und geringerem Eigen­rauschen.

Bisher ist Keysight nach eigenen angaben der einzige Oszillo­skopherstel­ler, der InP-Chipsätze einsetzt. Durch die Inves­tition in den InP-Prozess ist es gelungen, die Transis­tor-Transitfrequenz bis auf über 300 GHz zu erhöhen und so die Band­breite sowohl der Chips als auch der End­produkte signifikant zu vergrößern.