Mit der FX3U stellt Mitsubishi Electric auf der SPS/IPC/DRIVES die dritte Generation seiner SPS-Familie vor. Die Kompakt-SPS-Baureihe soll die gestiegenen Anforderungen der Industrie z. B. nach standardisierter Programmierung und erweiterten Kommunikationsmöglichkeiten erfüllen. Neben den technischen Eigenschaften befragte die IEE-Redaktion Harald Voigt, den zuständigen Produktmanager, auch nach den Einsatzgebieten sowie dem Marktpotenzial für eine weitere Kompakt-SPS-Baureihe.


Herr Voigt, warum benötigt der Markt eine weitere Kompaktsteuerung?


„Trends wie Fernwartung und Teleservice oder die zunehmende Anzahl integrierter Funktionen z. B. zur Bewegungssteuerung verlangen nicht nur zusätzliche Kommunikationsschnittstellen und eine schnellere Befehlsverarbeitung, sondern auch mehr Speicherkapazität und leistungsfähige Funktionsbausteine. Hier stoßen bisherige Kompaktsteuerungen zunehmend an ihre Grenze. Deswegen haben wir mit der FX3U eine völlig neue Baureihe entwickelt. Da die Steuerung neben dem Systembus auch noch einen Adapterbus besitzt, kann man bis zu zehn Module zusätzlich anschließen. So lässt sich die Kompakt-SPS noch flexibler an die Anforderungen anpassen.“


Wie leistungsfähig ist denn die Steuerung?


„Die für den internationalen Betrieb mit 100 bis 240 VAC oder 24 VDC ausgelegten Grundgeräte gibt es mit bis zu 128 E/As. Über Erweiterungsmodule und geeignete Netzwerke (CC-Link oder AS-Interface) ist eine Erweiterung auf bis zu 384 E/As möglich. Weitere Neuerungen sind der große Speicher (64 k Programmschritte), eine schnelle Befehlsverarbeitung (0,065 µs Zykluszeit), ein erweiterter Programmierbefehlssatz (insgesamt 209 Befehle) sowie verbesserte Funktionen und Module, besonders für Positionieraufgaben, aber auch ein Profibus DP Master und ein Ethernetmodul.“


Für welche Anwendungsfelder wurde sie entwickelt?


„Die neue SPS-Generation zielt in erster Linie auf den modernen Maschinen- und Industrieanlagenbau. Typische Einsatzorte sind z. B. Druck-, Textil- und Verpackungsmaschinen oder Klär-, Windkraft- und Lackieranlagen. Da sie die neuesten internationalen Normen und Industriestandards erfüllt, eignet sich die kompakte Baureihe auch für international ausgerichtete OEM-Hersteller. Die standardisierte Technologie für alle Steuerungsaufgaben setzt Synergien frei und vermeidet Doppelarbeit, so dass die Unternehmen Kosten bei der Entwicklung, der Produktion und beim Service sparen.“


Was für ein Marktpotenzial sehen Sie für die neue Baureihe?


Durch die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von der Gebäude- und Verkehrsleittechnik über die Holz- und Kunststoffindustrie bis hin zum Sonderfahrzeug- und Sondermaschinenbau sind die Erwartungen an unser neues Flaggschiff ziemlich hoch. In Europa wollen wir unseren Marktanteil bei Kleinsteuerungen innerhalb der nächsten fünf Jahre auf 20 % verdoppeln. Dabei sind wir sehr zuversichtlich, da die FX3U-Serie weit in den Leistungsbereich modular aufgebauter Steuerungen vordringt. Und das Preis-Leistungs-Verhältnis spricht klar für die Kompaktsteuerung.“


 


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