Ulrich Arlt, Rockwell Automation: „Mit den neuen Doppel-Achs-Baureihe können Anwender ihren Platzbedarf im Schaltschrank um bis zu 70 % reduzieren.“

Ulrich Arlt, Rockwell Automation: „Mit den neuen Doppel-Achs-Baureihe können Anwender ihren Platzbedarf im Schaltschrank um bis zu 70 % reduzieren.“Rockwell Automation

Herr Arlt, wie fügt sich die Servoantriebsreihe in das bestehende Portfolio ein?

Die Kinetix 5700 ist natürlich ein Servoverstärker für Ethernet/IP-Netzwerke, der sich nahtlos in die Steuerungsarchitektur von Rockwell Automation einfügt. Er kombiniert die technologischen Vorteile der Kinetix-5500-Baureihe mit einem 2-Achs-Servoverstärker.

Was haben die Antriebe, was die anderen nicht haben oder nicht können?

Die neue Baureihe verfügt über zusätzliche Funktionen wie beispielsweise Sicherheit über Netzwerk via CIP Safety. Darüber hinaus wurden zusätzliche Technologien zum Tunen der Servoachsen implementiert, was die Inbetriebnahme natürlich deutlich verkürzt.

Welche Zielmärkte adressiert Rockwell Automation damit?

Dank der Platzeinsparung der Doppelachsmodule ist diese Produktreihe besonders attraktiv für die Anwendung bei einer hohen Achsenanzahl. Deswegen ist der Markt bei Anwendungen zu sehen, bei denen sehr viele Servoverstärker zum Einsatz kommen oder wenn eine hohe Leistung und Vielfalt bei den Gebersystemen gefordert ist.

Wie haben Sie die Baugröße verkleinert?

Dazu haben wir bewährte mit neuen Technologien kombiniert. Beispielsweise sind Leistungsschalter der neuesten Generation im Einsatz. Ziel war es, Kunden eine Lösung zur Verfügung zu stellen, für die ein sehr geringer Schaltschrankplatz ein wichtiges Thema ist.

Passen die neuen Antriebe wie die 5500er Baureihe auch in kompakte Schaltkästen, damit sie unter der Maschine montiert werden können?

Durch die kompakte Bauform passen die Kinetix 5700 Servoverstärker mit allen zur Verfügung stehenden Steckern in einen 300 mm tiefen Schaltschrank.

Bis 15 kW gibt es die Servoantriebe im Doppelpack, darüber bis 60 kW bei gleicher Bautiefe als Einachs-Servos.

Bis 15 kW gibt es die Servoantriebe im Doppelpack, darüber bis 60 kW bei gleicher Bautiefe als Einachs-Servos. Allen-Bradley/Rockwell Automation

Wurden besondere Maßnahmen ergriffen, um Hitzestaus zu vermeiden?

Natürlich haben wir dabei alle Aspekte der Wärmeentwicklung beziehungsweise -vermeidung bedacht, frühzeitig simuliert und getestet. So ist sichergestellt, dass es keine unerwarteten Situationen im Betrieb gibt.

Bei beengten Verhältnissen erfährt die Verdrahtung besondere Aufmerksamkeit. Wie erleben Sie die Akzeptanz der Einkabellösung, die Rockwell Automation Ende 2012 mit der Servobaureihe 5500 eingeführt hat?

Die Akzeptanz dieser Lösung ist sehr hoch. Gerade in Regionen, in denen die Lohnkosten eine recht große Rolle spielen, setzen unsere Kunden gerne auf diese Lösung. Mit ein Grund hierfür ist der im Vergleich zur traditionellen Zweikabellösung sehr geringe Arbeitsaufwand bei der Verdrahtung. Diese ist bis zu 60 % schneller als bei traditionellen Servosystemen.

Gibt es Überlegungen, neben Ethernet/IP auch andere Systeme zu unterstützen, speziell in Deutschland/Europa?

Diese Überlegungen gibt es derzeit nicht. Rockwell Automation setzt weiterhin auf das offene Ethernet/IP-Netzwerk.

Bis zu welchen Leistungsklassen sind die 2-Achs-Module denn verfügbar?

Die 2-Achs-Module gibt es bis zu einer Leistungsklasse von 15 kW. So erhält der Kunde zweimal 15 kW bei einer kleinen Bauform. Damit ist aber noch lange nicht Schluss. Werden stärkere Achse benötigt, gibt es den Servoverstärker als Einachser mit bis zu 60 kW – in einer kompakten Bauform mit stets gleicher Tiefe.

Mit Jacobs Automation hat Ihr Unternehmen ein flexibles Linearantriebssystem im Programm. Sind diese Antriebe kombinierbar, speziell was die Programmierung im Automation Studio betrifft?

Die Antriebs-Baureihe lässt sich mit dem iTrak-System kombinieren und synchronisieren. Der Programmierer benutzt dabei die gleichen Programme und Befehle, egal ob er einen Mover des iTrak-Systems ansteuert oder eine rotierende Achse, die über den Kinetix 5700 geregelt wird.

Das Interview führte Stefan Kuppinger, Chefredakteur IEE

SPS IPC Drives 2015 – Halle 9 Stand 205