Ausschlaggebendes Kaufkriterium bei der Entscheidung für ein neues Auto ist immer häufiger der „kleine Unterschied“: Winzige intelligente Systeme – die Mikrosysteme – sorgen in modernen Automobilen für Sicherheit und Umweltfreundlichkeit; sie ermöglichen Unterhaltungs- und Informationstechnik im Fahrzeug und lotsen den Fahrer an Hindernissen vorbei zum Ziel. Im Wettbewerb um Marktanteile setzt die internationale Automobilindustrie zunehmend auf die Mikrosystemtechnik.


Der Konferenzband „Advanced Microsystems for Automotive Applications 2001“ gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Entwicklung und zeigt Innovationen, die demnächst im Automobil zu erwarten sind. Ein wachsender Teil der innovativen Entwicklungen für Autos basiert auf Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik. Im Jahr 1980 machten elektronische Komponenten lediglich 2 Prozent des Gesamtwertes eines Autos aus. Bis zum Jahr 2000 stieg ihr Anteil auf 17 Prozent, in manchen Fahrzeugen sogar auf 30 Prozent. Für die kommenden Jahre erwarten Experten ein durchschnittliches jährliches Wachstum des Autoelektronik-Sektors um 8,5 Prozent. Dabei spielen Mikrosysteme eine wichtige Rolle. Ein moderner Mittelklassewagen enthält mehr als 100 Sensoren, von denen mindestens 40 in Mikrosysteme integriert und mit intelligenten Komponenten ausgestattet sind. Viele von ihnen, wie beispielsweise die Drucksensoren des Motormanagements oder die Beschleunigungs- und Drehratensensoren im Airbag und in der Fahrwerksteuerung, gehören längst zur Standardausstattung eines Automobils.


Automobilhersteller und Zulieferer aus Europa, den USA und Japan stellen in dem Begleitband zur internationalen Konferenz „Advanced Microsystems for Automotive Applications 2001“ ihre Innovationen und Zukunftsstrategien vor. Die insgesamt 27 Fachbeiträge widmen sich neben der Weiterentwicklung bereits bestehender Mikrosysteme auch völlig neuen Themenfeldern. Vorgestellt werden unter anderem Vorschläge zur Standardisierung sowie Konzepte für Netzwerke, für Systeme zur Verbesserung der Luftqualität im Fahrzeuginnenraum, zur Kontrolle des Motorenöls und zur Überwachung von Druck und Profil der Reifen. Mit Hilfe von sogenannten OLEDs, organischen Display-Systemen mit geringem Energieverbrauch, hoher Brillanz und fertigungstechnischen Vorteilen, könnten künftig eine Vielzahl von neuen Multimedia-Anwendungen im Automobil Wirklichkeit werden. Herausgegeben wird das in englischer Sprache erschienene Nachschlagewerk zur Mikrosystemtechnik im Automobil vom EU-Verbindungsbüro Norddeutschland, repräsentiert von der VDI/VDE-Technologiezentrum Informationstechnik GmbH.


S. Krueger, W. Gessner (Hrsg.): Advanced Microsystems for Automotive Applications 2001 ISBN 3-540-41809-1, Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York, 2001 306 Seiten, 193 Abbildungen, 198 DM