Größter Unterschied zwischen bisherigen Ansätzen und der Direct Control ist, dass bisher die Maschinensteuerung mit der Robotersteuerung kommunizieren musste. Mit der Integration übernimmt die CNC neben der Antriebsregelung des Roboterarms auch Sicherheitsfunktionen, wobei die Programmierung des Roboters rein über die Sinumerik erfolgt. Die direkt gesteuerten und in die CNC-Regelkreise eingebundenen Roboterarme erhöhen dabei die Zuverlässigkeit sowie die Bahn- und Positioniergenauigkeit. Zudem verbessern sie die Dynamik bei robotergestützten Bearbeitungsaufgaben. Anwender konfigurieren die von Direct Control unterstützen Roboterarme im Siemens-Projektierungstool Sizer.

Digitale Zwillinge

Von Comau bereitgestellte Datensätze zur jeweiligen Mechanik werden in einen Kanal der CNC eingespielt. Außerdem gibt es für die Roboterarme digitale Zwillinge für die NX Cam Robotics-Software. Dieses kinematische 3D-Robotermodel und der virtuelle NC-Kern Sinumerik VNCK simulieren die in der CAD-CAM-Kette erzeugten Teileprogramme realitätsnah. Mögliche Anwendungsgebiete sind die additive Fertigung, Fiber Placement, Zerspanung sowie zerstörungsfreie Prüfungen.

Interessant ist diese Kooperation vor dem Hintergrund, dass B&R Hauptlieferant von Steuerungen für Comau-Roboter ist. B&R ist allerdings seit Anfang Juli 2017 zum Comau-Konkurrenten ABB.