Precision Micro betreibt ein kontinuierliches abteilungsübergreifendes Qualitäts-verbesserungsprogramm, das mitunter auch Investitionen erforderlich macht: Erst vor Kurzem wurde erneut eine CMM-Koordinationsmessanlage installiert.

Precision Micro betreibt ein kontinuierliches abteilungsübergreifendes Qualitäts-verbesserungsprogramm, das mitunter auch Investitionen erforderlich macht: Erst vor Kurzem wurde erneut eine CMM-Koordinationsmessanlage installiert. Precision Micro

Stanzen ist gerade bei großen Losgrößen ein etabliertes Verfahren in der Blechverarbeitung. Mit filigranen und konturreichen Teilen ist die Stanztechnik aber mitunter überfordert. Eine echte Alternative ist hier das photochemische Ätzen, denn in einem subtraktiven chemischen Prozess können hochpräzise Metallteile erzielt werden – und das auch noch in großen Stückzahlen wirtschaftlich. Demnach ermöglicht die Ätztechnik eine exakte Metall-Bearbeitung mit einer hohen Genauigkeit und einer minimalen Standardtoleranz. Mittels digitaler Werkzeugerstellung lassen sich zudem auch Design-Änderungen schnell und wirtschaftlich realisieren.

Precision Micro hat sich auf die photochemische Ätztechnik spezialisiert. Die seit Jahresbeginn noch einmal exponentiell gestiegene Nachfrage nach ihren Produkten hat die Firma größtenteils der besonders dynamischen Entwicklung der Automobilindustrie zu verdanken: Innerhalb kürzester Zeit wurden gleich mehrere Projekte unter anderem für Motorkomponenten in Auftrag gegeben. Abteilungsübergreifend betreibt das Unternehmen ein kontinuierliches Qualitätsverbesserungsprogramm („Continuous Quality Improvement“, abgekürzt CQI) mit dem Ziel, Produkt- und Fertigungsstandards weiter zu steigern. Die neue optische Koordinationsmessanlage von Mitutoyo ergänzt nun die bereits bestehenden fünf Inhouse-Pendants und ist Teil der progressiven CQI-Bemühungen des Unternehmens. Mit dieser Investition soll sichergestellt werden, dass die Qualitätskontrolle mit dem jüngsten Anstieg des Produktionsvolumens beziehungsweise mit erwarteten weiteren Produktionszuwächsen Schritt zu halten vermag.

Nur noch ein Viertel der früheren Prüfzeit

Die CMM-Anlage ist um mehr als 80 Prozent schneller ist als die älteren Modelle. Außerdem ist sie größer, sodass mehr Teile zur Prüfung aufgegeben werden können, weshalb Carl Smith, Quality Manager von Precision Micro anmerkt: „Als unmittelbare Folge unserer CQI-Projekte können wir nun Wiederholgenauigkeiten erreichen, die annähernd Six-Sigma-Standards entsprechen.“ Ein Beispiel für die Vorteile sind laut Smith die Einsparungen bei den Prüfzeiten, die man bei einer selbstgefertigten Standard-Automobilkomponente erzielt habe: „Wir können nun eine präzise Prüfroutine für eine bestimmte Menge dieser Komponenten in nur 4 h durchführen. Die gleiche Aufgabe hat vorher 16 h in Anspruch genommen.“ In Anbetracht dessen, dass das Unternehmen jeden Monat über 1 Mio. Automobilteile umfassend prüfen muss, gibt es laut Smith durch die Kombination aus hoher Genauigkeit und Geschwindigkeit der neuen CMM keine Prüfengpässe mehr. Und: „Trotz der hohen Produktionszahlen ist gewährleistet, dass unsere Kapazitäten für die Dimensionsmessung zukunftssicher sind.“

Die neue optische Koordinationsmessanlage ist Teil eines Investitionsprogramms, das außerdem eine Materialreinigungslinie umfasst, mit der Precision Micro die abteilungs-spezifische Leistung um weitere 50 Prozent steigern wird. Beide Investitionen sind auf die allgemeine Geschäftsstrategie des Unternehmens abgestimmt, das Teil einer globalen Engineering-Gruppe ist: Im Jahr 2012 erwarb der Luft- und Raumfahrt-, Verteidigungs- und Energiekonzern Meggitt PLC die Firma. Precision Micro strebt eine Umsatzsteigerung um 50 Prozent bis zum Jahr 2020 an. Für das kommende Jahr sind weitere Investitionen geplant.