Entwickler von Beleuchtungssystemen finden heute "sehr einfach" für ihre Anwendung geeignete LEDs, sagt Wolfgang Endrich, Geschäftsführer von Eurolighting, über den LED-Markt.

Entwickler von Beleuchtungssystemen finden heute „sehr einfach“ für ihre Anwendung geeignete LEDs, sagt Wolfgang Endrich, Geschäftsführer von Eurolighting, über den LED-Markt.

Eurolighting

Die erste Leuchtdiode kam 1962 auf den Markt, aber erst 25 Jahre später folgten weiße LEDs. Bereits im Juni 1997 berichtete die elektronik industrie unter der Überschrift „Die weiße LED ist da“ über das Potenzial der Halbleiter-Beleuchtungstechnik. Inzwischen haben sich der Lichtstrom (Helligkeit), die Lichtausbeute (Maßeinheit: Lumen pro Watt) und die Lebensdauer von LEDs ganz wesentlich verbessert. Wolfgang Endrich, Geschäftsführer des deutschen LED-Spezialisten Eurolighting, beschreibt sieht die Marktentwicklung so: „Die Preise für Leuchtdioden haben sich extrem verbessert. Die Bauformen sind trotz hoher Leistung wesentlich kleiner geworden, die Produktvielfalt hat sich stark erhöht, sodass heute Leuchtdioden mit aufgesetzten Linsen zum Standardrepertoire der Industrie gehören. Oder beispielsweise vierfarbige LEDs mit drei verschiedenen Farbchips sowie als Glanzpunkt der Entwicklung COB–LEDS für Leistungen bis zu 100 Watt beziehungsweise über 10.000 Lumen.“ Im Ergebnis hat dies laut Endrich dazugeführt, dass es für den Entwickler von Beleuchtungssystemen „heute sehr einfach ist, seinen Wünschen entsprechende Leuchtdioden zu finden“.

Nach Einschätzung von Stephan Greiner, Vice President EMEA von Cree, geben in diesem Jahr LEDs „die wichtigsten Impulse für die Beleuchtungsbranche“.

Nach Einschätzung von Stephan Greiner, Vice President EMEA von Cree, geben in diesem Jahr LEDs „die wichtigsten Impulse für die Beleuchtungsbranche“. Cree

„In etwa fünf Jahren könnte das praktische Limit bei der Lichtausbeute für kommerzielle LEDs erreicht sein“, schätzt René Hütter, Regional Director CE bei Lumileds. „Das könnte dann bei etwa 250 lm/W für kaltweißes Licht und 225 lm/W für warmweißes Licht liegen.“ Nach Einschätzung von Stephan Greiner, Vice President EMEA von Cree, geben in diesem Jahr LEDs „die wichtigsten Impulse für die Beleuchtungsbranche“; bisher sei „erst ein relativ niedriger Prozentsatz des Leuchtenbestands“ auf LED-Technologie umgestellt, aber auch beim Retrofitting sieht Stefan Greiner, dass verstärkt LED-Technik zum Einsatz kommt.

Human-centric Lighting bewegt die Branche

Eckdaten

Bei der weiteren Steigerung der Lichtausbeute der kommerziell verfügbaren LEDs scheint in wenigen Jahren ein Ende in Sichtweite zu sein. Human-centric Lighting (HCL) mit LEDs inspiriert die Beleuchtungsindustrie zu Lösungen, die zuvor nicht denkbar waren, und DOB-LED-Module gibt es jetzt mit einer Lebensdauer von 50.000 Stunden. LED-Module in AC-Technik benötigen weder Netzteil noch Treiber. Inzwischen kommt die nächste Generation von LEDs auf Basis von GaN-on-Si-Wafern (Galliumnitrid-auf-Silizium) anstelle von saphir-basierten Wafern auf den Markt. Diese LEDs sind kostengünstiger in der Herstellung, und ermöglichen weitere Funktionalitäten auf dem LED-Chip.

Human-centric Lighting (HCL) war ein großes Stichwort der Light & Building. Diese LED-Beleuchtungen ahmen die spektrale Veränderung des Tageslichts im Laufe des Tages automatisch gesteuert nach. Das hat positive Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden, die Aktivität und die Konzentrationsfähigkeit. Viele Einsatzbereiche wollen davon profitieren: In der Gastronomie oder in Läden und Geschäften soll HCL eine Wohlfühl-Atmosphäre schaffen. Im Arbeits- oder Lernumfeld steht dagegen mehr die Steigerung der Aufmerksamkeit und Leistung im Vordergrund. Eine Beschreibung für den Aufbau einer HCL-Beleuchtung finden Sie in der Ausgabe 2 des elektronik journals beziehungsweise auf www.all-electronics.de per infoDIREKT 907ejl0216.

LED-Hersteller wie Lumileds sehen im HCL allerdings nur einen Teilbereich der weitaus größeren Thematik Lichtqualität: „Für jeden Zweck die richtige Lichtqualität“, erklärt René Hütter, womit er das Lichtspektrum der jeweiligen LEDs meint: „Für die Beleuchtung einer Schaufensterauslage gibt es einfach andere spektrale Bedürfnisse als an einer Fleischtheke oder in einem Gewächshaus.“

GaN-on-Si-LEDs im Kommen

Strahlformende LED-Module der Stellar-Baureihe von Plessey Semiconductors auf Basis der GaN-auf-Silizium-Technik: Die Module bestehen aus Magic-LEDs und einer strahlformenden Optik auf dem LED-Chip.

Strahlformende LED-Module der Stellar-Baureihe von Plessey Semiconductors auf Basis der GaN-auf-Silizium-Technik: Die Module bestehen aus Magic-LEDs und einer strahlformenden Optik auf dem LED-Chip. Plessey Semiconductors

Der britische LED-Hersteller Plessey sieht den LED-Markt geprägt von sehr ähnlichen Produkten, die in den begrenzten Möglichkeiten der saphir-basierten Wafer für LEDs liegen. Es gebe zu wenig Unterschiede oder Innovation im Markt. Deshalb erfolge der Wettbewerb „nur über den Preis und die Effizienz”, erläuterte Neil Harper, Product Marketing Director von Plessey. Aus seiner Sicht kann die GaN-on-Si-Technik diesen Zustand durchbrechen. Basis dafür sind Silzium-Wafer, auf denen direkt eine Galliumnitrid- (GaN) Schicht im GaN-Reaktor anstatt der üblichen Saphir-beschichteten GaN-Wafer. „Wir erreichen dadurch Wettbewerbsvorteile bei den Produktionskosten sowie der thermischen Leistungsfähigkeit und können weitere Funktionen in die LED-Komponente integrieren, etwa Sensorik und Optik”, erklärt Harper weiter.

"Nach unserer Einschätzung hat die GaN-auf-Si-Technik das Potenzial, den bestehenden LED-Markt auf Saphir-beschichteten Si-Wafern umzukrempeln", sagt Neil Harper, Marketing-Leiter von Plessey in Großbritannien.

„Nach unserer Einschätzung hat die GaN-auf-Si-Technik das Potenzial, den bestehenden LED-Markt auf Saphir-beschichteten Si-Wafern umzukrempeln“, sagt Neil Harper, Marketing-Leiter von Plessey in Großbritannien. Plessey Semiconductors

Plessey zeigte bereits zwei neue Produktfamilien für den High-End-Markt in der Beleuchtungstechnik auf Basis der GaN-auf-Si-Technik: die quadratische Hochleistungs-Produktfamilie i2-LED mit Gehäuselösungen für bis zu 48 V Eingangsspannung sowie die Stellar-Familie von Lichtstrahl-formenden LED-Modulen. Bei letzeren kombiniert der Hersteller die Leuchtcharakteristik der GaN-auf-Si-LEDs mit einem besonderen optischen Design zu Modulen. “Dadurch vermindern wir das Gewicht und die Kosten beim Design der Endprodukte in High-Power- und richtungsabhängigen Beleuchtungsanwendungen”, führte Neil Harper weiter aus.

Jacob Tarn, Executive Vice President und COO für das LED-Geschäft von Samsung Electronics, kündigte auf der Messe auch bei den qualitativ hochwertigeren CSP-LED-Lösungen den Sprung zur GaN-on-Si-Technik an. Bei CSP (Chip Scale Package) sind die LEDs mit Gehäuse nicht wesentlich größer als die LED-Chips selbst. Samsung nutzt diesen Herstellungsprozess seit mehreren Jahren zur Herstellung von Blitz-LEDs für Mobilgeräte. Dabei setzt der Hersteller ein spezielles Verfahren zur Beschichtung der GaN-on-Si-Wafer mit Phosphor ein (PoW, Phosphor on Wafer). Zudem will Samsung Electronics ab dem 4. Quartal diesen Jahres LEDs nicht mehr auf 4-Zoll- sondern auf 8-Zoll-Wafern produzieren.

Osram stellt neue LEDs zur Allgemeinbeleuchtung vor

Hoher Lichtstrom von 1100 lm und robustes, korrosionsfestes Gehäuse: die neue Duris P 10-LED-Baureihe für die Außenbeleuchtung von Osram Opto Semiconductor.

Hoher Lichtstrom von 1100 lm und robustes, korrosionsfestes Gehäuse: die neue Duris P 10-LED-Baureihe für die Außenbeleuchtung von Osram Opto Semiconductor. Osram Opto Semiconductor

Osram Opto Semiconductors stellte auf der Messe erstmals die Ultra-Hochleistungs-LEDs der Baureihe Duris P 10 vor, deren typischer Lichtstrom bei 140 lm/W Lichtausbeute insgesamt 1100 lm beträgt. Dabei bedeckt eine Silikonlinse das 7 mm x 7 mm große Leadframe-Gehäuse. Die LEDs haben einen Farbwiedergabe-Index (CRI) von mindestens 70 und zielen auf die professionelle Beleuchtung im Außenbereich wie Straßen und Tunnels sowie auf Hallen- und allgemeine Industriebeleuchtung. Auf Grund „der kompakten Bauweise, der geringeren Anzahl der benötigten Sekundäroptiken und des einfacheren Handlings in der Leuchtenproduktion“ sieht der LED-Hersteller für diese LEDs „um bis zu 50 % geringere Systemkosten für den Leuchtenhersteller“. Desweiteren ermögliche die „wesentlich verbesserte Lötstellen-Zuverlässigkeit zwischen LED-Gehäuse und Platine auch bei wechselnden Umgebungstemperaturen einen langfristigen Betrieb“.

Herzstück der Baureihe Duris-P 10 sind vier je 2 mm² große UX3-Chips, die bereits in der Oslon-LED-Familie zum Einsatz kommen. Die Duris-P 10-LEDs sind ab sofort erhältlich – genau wie die Baureihe P 8, die kleinere Gehäusemaße und einen Lichtstrom von 290 lm aufweist. Im Jahresverlauf soll noch die Baureihe P 9 (450 lm) hinzukommen. Auf einem zweiten Messestand informierte Osram Opto Semiconductors über neuartige Einsatzmöglichkeiten verschiedener IR-Leuchtdioden wie Eye-Tracking, Iris-Scan oder Systeme zur Gestenerkennung.

Neues Binning verbessert Farbtreue der LEDs

Standard 3-SDCM-Binning im CIE-Farbraum 1931 2° xy (links) und „TEN°“-Binning im Farbraum CIE 2015 10° u’v’ (rechts). Osram zufolge werden durch das „TEN°“-Binning Farbunterschiede bei LEDs gleicher Lichtfarbe deutlich besser vermieden.

Standard 3-SDCM-Binning im CIE-Farbraum 1931 2° xy (links) und „TEN°“-Binning im Farbraum CIE 2015 10° u’v’ (rechts). Osram zufolge werden durch das „TEN°“-Binning Farbunterschiede bei LEDs gleicher Lichtfarbe deutlich besser vermieden. Osram Opto Semiconductor

Zudem präsentierte Osram Opto Semiconductors für weiße LEDs ein neues Binning, also eine neue Sortierung der hergestellten LEDs nach Farbtemperaturen, das der Hersteller in dem von der internationalen Beleuchtungskommission neu entwickelten Farbraum CIE 2015 u’v‘ in einem 10°-Binning umsetzt (CIE 2015 10°). Dieser Farbraum entspricht der physiologischen Farbwahrnehmung besser als der übliche Farbraum CIE 1931 2° xy. Diese Sortierung vermeidet Farbunterschiede der ausgelieferten LEDs bei gleichen Lichtfarben deutlich besser als mit den bisherigen, eng nach CIE 1931 2° gruppierten LEDs. Osram bezeichnet diese Sortierung als „TEN°-Binning“ und setzt es jetzt erstmals bei den High-Power-COB-LEDs der Baureihe Soleriq S 13 um. Für die Leuchtenhersteller hat dieses Binning den Vorteil, dass sie weitere Prozessschritte aufgrund der unterschiedlichen Weißfarborte in der Endanwendung vermeiden können.

Samsung erweitert LED-Chip-Scale-Packages

Jacob Tarn, Executive Vice President des LED Business Teams von Samsung Electronics: „Unsere neuen Chip-Scale-Produkte überwinden die wesentlichen Einschränkungen bezüglich der Leistungsfähigkeit herkömmlicher LED-Packages."

Jacob Tarn, Executive Vice President des LED Business Teams von Samsung Electronics: „Unsere neuen Chip-Scale-Produkte überwinden die wesentlichen Einschränkungen bezüglich der Leistungsfähigkeit herkömmlicher LED-Packages.“ Samsung Electronics

Samsung Electronics stellte während der Messe mehrere neue CSP-LED-Baureihen vor – mit Leistungen von 0,6 W, 3 W sowie als CSP-Arrays von 5 W und 10 W. Diese spezielle CSP-Technologie erlaube eine erheblich kleinere Bauweise von LED-Beleuchtungsmodulen als herkömmliche CSP-LEDs, was kompaktere und flexiblere Module ermögliche, konstatiert Jacob Tarn, Executive Vice President des LED Business Teams bei Samsung Electronics. Gleichzeitig senke diese Technik die Produktions-und Betriebskosten von LED-Beleuchtungen, wobei diese neuen Chip-Scale-Produkte „die wesentlichen Einschränkungen bezüglich der Leistungsfähigkeit herkömmlicher LED-Packages überwinden“. Dies sei „die Grundlage für neue Möglichkeiten in der LED-Beleuchtung“.

Die neuen CSP-LEDs der Baureihen LM101A und LM102A arbeiten mit großen Abstrahlwinkeln von 140 ° und eignen sich damit auch für Straßenbeleuchtungen. Die beiden Baureihen gibt es in jeweils in 3-V- und 6-V-Versionen in verschiedenen Farbtemperaturen mit den drei CRI-Werten 70, 80 und 90. Die Lichtausbeute liegt bei 149 lm/W (LM 101A) und 135 lm/W (LM 102A).

Bei den COB-LEDs der LC-Serie mit 10 W, 20 W und 40 W Leistungsaufnahme hat Samsung Electronics die Farbqualität verbessert: Sie erreichen CRI-Werte von über 80, 90 oder 95.

Bei den COB-LEDs der LC-Serie mit 10 W, 20 W und 40 W Leistungsaufnahme hat Samsung Electronics die Farbqualität verbessert: Sie erreichen CRI-Werte von über 80, 90 oder 95. Samsung Electronics

Die neuen 3-W-CSP-LEDs der Baureihe LH181A bieten eine typische Lichtausbeute von rund 162 lm/W. Mit 1,91 mm x 1,91 mm ist die Grundfläche etwa 30 % kleiner als bei der Vorgänger-Baureihe. Die neu vorgestellten CSP-Arrays der Baureihe LH204A bestehen aus einem 2×2-Array mit CSP-LEDs der 5-W-Klasse, ausgelegt für 12 V. Bei der Baureihe LH309A handelt es sich um ein 3×3-Array mit CSP-LEDs für 26 V in der 10-W-Klasse. Die beiden Arrays sind für Strahler-Anwendungen gedacht.

Bei den Chip-on-Board- (COB) LEDs hat Samsung das Farbspektrum des emittierten Lichts mit CRI-Werten von über 80, 90 oder 95 speziell für den Einsatz in Einzelhandelsunternehmen optimiert. Das 10-W-Modell LC010C hat einen LES-Durchmesser (Light Emitting Surface) von 6 mm, bei der 20-W-Variante LC020C sind es 8 mm und bei der 40-W-Version LC040C 11mm. Die verfügbaren sechs Farbtöne reichen von warmweiß bis kaltweiß.

Lumileds offensiv im mittleren LED-Segment

Die LEDs der Serie Luxeon 2835 von Lumileds im mittleren Leistungssegment sind in verschiedenen Varianten speziell auf die Zielmärkte Retrofit-Leuchten sowie Muldenleuchten und Downlights ausgerichtet

Die LEDs der Serie Luxeon 2835 von Lumileds im mittleren Leistungssegment sind in verschiedenen Varianten speziell auf die Zielmärkte Retrofit-Leuchten sowie Muldenleuchten und Downlights ausgerichtet Lumileds

Der US-amerikanische LED-Hersteller Lumileds zeigte seine neue Luxeon-2835-Serie für den mittleren Leistungsbereich, deren fünf verschiedene Varianten sich in puncto Lichtleistung, Strangspannung und ESD-Schutz unterscheiden. Die beiden Varianten 2835C und 2385E sind für den Retrofit-Markt sowie für Muldenleuchten oder Downlights konzipiert und arbeiten mit einem maximalen Treiberstrom von 240 mA an 3 V oder 6 V beziehungsweise 6 V oder 9 V. Die Version 2835 E liefert bei 2700 K und einem CRI von 80 insgesamt 72 lm bei 9 V sowie 134 lm/W oder 49 lm bei 6 V. Die 2835C-Variante mit zielt mit den Eckdaten 9 V, 103 lm, 138 lm/W, 2700 K, CRI 80 und 60 mA auf dimmbare Leuchten, LED-Kerzen und Muldenleuchten. Die LEDs der 2835-Serie lassen sich auch bei doppelter Spannung betreiben, um so einen höheren Lichtstrom zu erzeugen, so dass weniger LEDs pro Leuchte erforderlich sind. In der Version mit integrierter Zenerdiode ist der Überspannungsschutz (TVS) bereits integriert. Der Hersteller bietet alle LEDs der 2835-Serie in weißen Farbtönen (CCT range) von 2700 K bis 6500 K an mit CRI-Werten von 70 und 80. Alle 6-V- und 9-V-LEDs der Serie sind „hot-color targeted“; diese Technik stellt sicher, dass der Farbton bei den typischen Anwendungsbedingungen (Temperatur) innerhalb der ANSI-Bin-Spezifikation bleibt. Der Hersteller klassifiziert die LEDs per Mikro-Farb-Binning; Leuchtenentwickler können so 3-, 4- oder 5-stufige MacAdams-Ellipsen-Kits bilden.

Wenige Tage nach der Messe meldete Lumileds eine weitere neue und besonders flache LED-Baureihe im mittleren Leistungssegment für die Innenbeleuchtung. Die LEDs der Baureihe Luxeon XR 3020 dienen als Grundeinheit für LED-Röhren (TLEDs) und sind mit 24 oder 48 LEDs auf einem thermisch leitfähigen Board erhältlich. Der Lichtstrom beträgt 1100 oder 2200 lm (160 lm/W, 100 mA).

Cree mit High- und Low-Power-LEDs                                                                 

Die keramikbasierte XQ-A-LED-Familie von Cree ist der leistungsmäßig kleinste LED-Baustein des Herstellers, der für Designs mit weißen und farbigen LEDs erhältlich ist.

Die keramikbasierte XQ-A-LED-Familie von Cree ist der leistungsmäßig kleinste LED-Baustein des Herstellers, der für Designs mit weißen und farbigen LEDs erhältlich ist. Cree

Auch wenn der LED-Hersteller Cree nicht auf der Messe präsent war, brachte er zeitlich genau passend neue LED-Baureihen auf den Markt. So sind bei den Hochleistungs-LEDs der Serie Xlamp XP mit den beiden Baureihen XP-L (1150 lm) und XP-G2 (586 lm) Lichtstrom und Lichtausbeute jeweils 9 % höher als zuvor. Kurz nach der Messe schob Cree in der Serie XLamp neue LED-Arrays der Baureihen CXA2, CXB1520 (2700 lm) und CXB1310 (3200 lm) nach. Cree-Distributoren wie MSC Technologies, Mouser Electronics oder Digi-Key offerieren etwa seit März den kleinsten LED-Baustein von Cree, die keramikbasierte LED-Familie XQ A für das mittlere Leistungssegment, der für Designs mit weißen und farbigen LEDs erhältlich ist: 89 lm, bis 118 lm/W, 2700 K bis 6500 K, CRI 70, 80 oder 90. Die LED gibt es außerdem in sechs weiteren Farben von rot bis blau für Zielmärkte wie die industrielle Beleuchtung oder industrielle Bildverarbeitung.

Auf Nachfrage von elektronik industrie äußerte sich Stephan Greiner, Vice President EMEA von Cree, zu den Markttrends: „Die LED-Beleuchtungssysteme sind an einem Punkt angekommen, an dem die einzelne LED nicht mehr der teuerste Bestandteil des Systems ist und damit auch nicht mehr dessen limitierender Faktor.“ Das habe fundamentale Auswirkungen auf die Systemleistung und -kosten. „Durch die Platzeinsparungen, die der Einsatz von LEDs ermöglicht, bleibt zudem mehr Raum für zusätzliche Technologien, die verbaut werden können. Damit bieten LEDs einen smarten Mehrwert für eine Vielzahl von Produkten“, erklärte Greiner.

Bridgelux mit neuen Array- und COB-Serien

Die COB-LED-Serie H von Bridgelux für hohe Lichtströme bis 8400 lm warmweißes Licht soll vor allem für Schaufenster-Richtstrahler eingesetzt werden.

Die COB-LED-Serie H von Bridgelux für hohe Lichtströme bis 8400 lm warmweißes Licht soll vor allem für Schaufenster-Richtstrahler eingesetzt werden. Bridgelux

Bridgelux zeigte mehrere neue LED-Serien, so die neuen Arrays der Vero- und V-Serie mit erhöhten Lichtausbeuten von 155 bis 180 lm/W bei warmweißem Licht. Die Vero-LED-Array-Serie liefert einen Lichtstrom von 480 bis 19.400 lm. Die V-Serie liegt im Bereich von 393 bis 6500 lm bei einem CRI-Wert von 80; diese LED-Serie entspricht auch den Zhaga-Standards für die Befestigungslöcher.

Ebenfalls neu ist die COB-LED-Serie H mit besonders hoher Leuchtdichte, die Bridgelux speziell für Schaufenster-Richtstrahler-Anwendungen als Ersatz für die klassischen Halogenleuchten entwickelte. Die COB-LEDs gibt es in vier Baureihen mit Lichtströmen von 850 bis 8400 lm (bei Farbwert 3000 K), CRI-Werten von 80, 90 und 93 sowie einer Farbwertabweichung SDCM 2 und 3.

Mit Xenio Point stellte Bridgelux eine modulare und smarte zhaga-kompatible LED-Plattform in drei Array-Größen vor. Sie sind im Bereich von 0 bis 10 V dimmbar; zusammen mit dem digitalen Steuerprogramm DMX512/RDM und Bluetooth Smart ermöglichen sie so Netzwerk- und Steuerfunktionen.

LG Innotek zeigt LEDs mit integriertem Schaltnetzteil

LG Innotek zeigte sogenannte DOB-LED-Module (Driver on Bord), das heißt ein Schaltnetzteil ist bereits in die Leiterplatte integriert, sodass kein separates Netzteil erforderlich ist.

LG Innotek zeigte sogenannte DOB-LED-Module (Driver on Bord), das heißt ein Schaltnetzteil ist bereits in die Leiterplatte integriert, sodass kein separates Netzteil erforderlich ist. LG Innotek

Die DOB-LED-Module (DOB, Driver on Bord) von LG Innotek enthalten neben den LEDs auch ein Schaltnetzteil auf der Leiterplatte, sodass kein separates Netzteil erforderlich ist. Die beste Leistungsfähigkeit haben laut Hersteller die 9-W-Modelle mit einem Farbwiedergabe-Index (CRI) größer 80 und einer Lichtausbeute von 140 lm/W. Auch beim Dimmen sollen diese LEDs weniger stark flackern.

Als eine smarte Lichtanwendung stellte LG Innotek eine VLC-Lichtsteuerung (Visible Lighting Communication) vor. Dabei steuern Lichtsignale im sichtbaren Bereich die Positionierung von LEDs. Ein weiteres Smart-Produkt sind dreidimensionale LED-Module für Fahzeugbeleuchtungen, die streifenförmige, viereckige oder runde Lichtdesigns ermöglichen. Im Hochleistungssegment führte der Hersteller eine LED mit einer Lichtausbeute von 180 lm/W vor, die auf die Industrie- oder Straßenbeleuchtung abzielt. Eine neue COB-LED-Einheit mit 200 W Leistungsaufnahme demonstrierte, in welche Dimensionen solche LED-Beleuchtungen vorstoßen können. Einsatzbereiche für diese extrem hellen LEDs sind beispielsweise Sportplätze.

Eurolighting mit LED-Modulen in AC-Technik

Bei den LED-Modulen in AC-Technik von Eurolighting passt eine komplette Schaltung mit 40 W einschließlich LEDs auf eine einzige Platine.

Bei den LED-Modulen in AC-Technik von Eurolighting passt eine komplette Schaltung mit 40 W einschließlich LEDs auf eine einzige Platine. Eurolighting

Der deutsche LED-Spezialist Eurolighting aus Nagold zeigte sein LED-Sortiment in AC-Technik für die Innen- und Außenbeleuchtung auf der Messe. Die AC-Technik ersetzt konventionelle Stromversorgungen; auf einem LED-Modul finden sowohl Stromversorgung als auch IC-Chips neuester Bauart Platz. Die Module eignen sich zum für den Einbau in Leuchten jeglicher Art. „Durch den direkten Betrieb mit 230 V Wechselstrom lassen sich alle Leuchtdioden zudem gleichmäßig dimmen, und es entsteht eine ausgewogene Wärmeverteilung ohne Hot-Spots“, erläutert Geschäftsführer Wolfgang Endrich. „Wir können sowohl Standard- als auch kundenspezifische Module in jeder Form und Größe bis zu 600 x 600 Quadratmillimeter realisieren: von rund bis quadratisch, als handflächengroßes 40-W-Modul oder bis 30 cm Durchmesser und 120 W Leistung, ebenso punktförmig als Strahler in COB-Technik.“ Auch stabförmige Module, die sich bis zu 4 m Länge aneinanderreihen lassen, sind möglich. „Diese neuen Treiberschaltungen werden sowohl bei Retrofit-Glühbirnen, bei Deckenstrahlern, Wandleuchten und Deckentiefstrahlern, aber auch bei Straßenlampen und sonstigen Leuchtmitteln angewendet“, erklärt Endrich weiter. Der Hersteller setzt diese Technik also zum einen in fertige LED-Leuchtmodule zum Einsatz ins Lampengehäuse um und andererseits als reine Retrofits für Quecksilberdampflampen in der kommunalen Straßenbeleuchtung.

 

Messtechnik zur Charakterisierung von LED-Leuchten

Der Messtechnik-Hersteller GL Optic hat auf der Light + Building eine neue Reihe von Goniometer-Spektrometern für photometrische LED-Messungen vorgestellt. Mit ihrer Hilfe lassen sich Lichtverteilungskurven (Helligkeit über Fläche) erstellen, die Auskunft über winkelabhängige, photometrische Daten wie Farbtemperatur (CCT), Farbwiedergabeindex (CRI) und Farbhomogenität von LEDs geben. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen erfasst das Spektrometer GL-Gonio von GL Optic die Lichtintensität und Farbmengen mit nur einer Messung und gibt diese als LTD- und IES-Daten aus. Mit diesen Messgeräten will das Unternehmen vor allem Lampenhersteller erreichen, die ihre Leuchten gemäß internationalen Standards messen, aber keine teuren Labormesssysteme kaufen wollen. Deshalb ist das Goniometer nach Angaben von Geschäftsführer Michael Gall „im Preis angemessen, ohne Kompromisse bei der Messqualität machen zu müssen“. Für Neulinge auf dem Gebiet der Lichtmessung mit Gonio-Systemen bietet der Hersteller zudem eine kostenlose Erstberatung an.