Das Baden-Württembergische Wissenschaftsministerium hat diesem Modell nun die Genehmigung erteilt. Für junge Menschen mit Abitur oder Fachhochschulreife gibt es jetzt eine weitere Alternative zum reinen Studium. Da die Industrie bei Einstellungen immer mehr Wert auf eine praxisorientierte Ausbildung legt, können ab dem Wintersemester 2002 Interessenten eine Lehre und ein Fachhochschulstudium nebeneinander absolvieren. Im Gegensatz zur seither üblichen Vorgehensweise, Lehre und Studium nacheinander abzulegen, werden beim Studium MechatronikPlus bis zu zweieinhalb Jahre eingespart. Dies ist möglich, weil Wiederholungen vermieden werden.


Das erste Semester findet abwechselnd an der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb statt; im zweiten Semester, das nahezu ausschließlich an der Fachhochschule absolviert wird, werden den zukünftigen Studierenden die erforderlichen theoretischen Grundlagen vermittelt. Danach folgen zwei Semester, in denen Betrieb, Berufsschule und Fachhochschule gemeinsam an der Ausbildung beteiligt sind. Zum Abschluss des fünften Semesters steht die Facharbeiterprüfung an, die somit nach nur zweieinhalb Jahren zum Berufsbild Mechatroniker führt. Die Absolventen können nun entscheiden, ob sie als Facharbeiter in den Ausbildungsbetrieben tätig werden oder ob sie an der Fachhochschule das Studium ab dem vierten Semester aufnehmen. Es können dann die im Fachbereich Mechatronik des Standortes Göppingen die Studiengänge Automatisierungstechnik, Elektronik, Feinwerktechnik oder Mikrosystemtechnik gewählt werden. Nach weiteren zwei bis zweieinhalb Jahren wird der Titel Diplomingenieur (FH) oder Bachelor erworben.


Die Vorteile für die Studierenden sind der Doppelabschuss in nur viereinhalb bis fünf Jahren, die Möglichkeit, eine Lehre in nur zweieinhalb Jahren zu absolvieren und die finanzielle Absicherung durch den Ausbildungsbetrieb sowohl während Lehre und Studium. Für die Betriebe, die derzeit dringenden Bedarf an technischen Berufsanfängern haben, steht ein Weg zur Verfügung, junge Menschen frühzeitig an die Firma heranzuführen. Insbesondere das zweite Praxissemester sowie die Diplomarbeit werden in der Regel im Ausbildungsbetrieb abgelegt. Aufgrund dieser für die Firmen äußerst attraktiven Ausbildungsvariante haben ein große Anzahl von Betrieben wie Boehringer, Emag, Ex-Cello, Nägele, Schuler, Stama, Widmann und viele weitere ihr Interesse bekundet.