Weil die Länge der Blätter durch ihr Eigengewicht begrenzt wird, müssen besonders leichte Systeme mit großer Materialfestigkeit entwickelt werden. Dies erleichtert die Montage, den Abbau sowie die Stabilität der Anlagen auf See. Im EU-Projekt Walid (Wind Blade Using Cost-Effective Advanced Lightweight Design) widmen sich Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie (Fraunhofer ICT) Pfinztal in enger Zusammenarbeit mit zehn Partnern aus Industrie und Forschung dem Leichtbaudesign von Rotorblättern. Die Forscher entwickeln hochbelastbare thermoplastische Schäume, die in Sandwichbauweise mit Decklagen aus faserverstärkten Thermoplasten miteinander verbunden werden. Diese Werkstoffkombination verwenden sie zum Bau der Außenhülle des Rotorblatts sowie für Segmente der inneren Tragstruktur. Diese Kombination verbessert die mechanische Festigkeit, die Leistungs- und Widerstandsfähigkeit sowie die Langlebigkeit des Rotorblatts im Vergleich zu den bislang eingesetzten duromeren, aushärtenden Harzsystemen. Zudem werden die Rotorblätter leichter und recycelbar. Die neuen Materialien eignen sich aber auch für andere Leichtbaustrukturen, beispielsweise in der Luftfahrt oder im Automobilbau. Die aufschmelzbaren Kunststoffschäume sind temperaturstabil und eignen sich sogar als Dämmmaterial in motornahen Bereichen. Erste Demonstratoren waren im Oktober auf der K-Messe in Düsseldorf zu sehen.