Komplexe Leiterplatten stiegen seit 2010 von 488 auf 588 Mio EUR.“

Komplexe Leiterplatten stiegen seit 2010 von 488 auf 588 Mio EUR.“ Marisa Robles Consee

Keine Frage: Die Musik spielt in Asien, mehr noch in China, wenn es um die Massenproduktion von Leiterplatten geht. Während heute Asien 91 Prozent der weltweiten Leiterplattenproduktion auf sich vereint, trägt Amerika noch 5 Prozent und Europa die restlichen 4 Prozent zum globalen PCB-Umsatz von etwa 58.573 Mio. Dollar bei.In Europa musste die Leiterplattenindustrie seit 2010 bis heute einen Verlust von etwa 120 Mio. Euro Umsatz, also gut 6 Prozent hinnehmen. In diesem Zeitraum schrumpfte die Anzahl der Platinenproduzenten um 19 Prozent, wodurch 6 Prozent der Arbeitsplätze unwiederbringlich vernichtet wurden, berichtet Michael Gasch, Branchenanalyst und Geschäftsführer von Data4PCB. „Die europäische Leiterplattenindustrie ist gekennzeichnet durch kleine und mittelständische Betriebe, wovon etwa 80 Prozent einen jährlichen Umsatz von weniger als 10 Mio. Euro generieren. Sie tragen jedoch 30 Prozent zum europaweiten Umsatz bei“, erläutert er. Hauptabnehmer sieht der langjährige Experte vor allem in der Industrie- und Automobilelektronik.

Hingegen haben Militär, Luft- und Raumfahrt sowie Medizintechnik die Nachfrage nach immer komplexer werdenden Baugruppen befeuert, betont Gasch: „Der Umsatz für komplexe Leiterplatten wie HDI, flexible und Starrflex-Leiterplatten sind in Europa seit 2010 von 488 Mio. Euro auf 588 Mio. Euro. gestiegen.“ Wenngleich die Leiterplatte stets und auch weiterhin ein sehr individuelles, auf die Endapplikation adaptiertes Produkt bleiben wird, gestalten sich die Ausblicke und Trendanalysen durch wirtschaftliche und politische Unwägbarkeiten immer schwieriger, gibt Gasch zu bedenken. Dabei nennt er die aktuelle amerikanische Präsidentschaftswahl, den Brexit und die anhaltenden Krisenherde im Nahen Osten, die das Konsumverhalten und damit die Nachfrage beeinflussen. „Nur so viel: Die Jahre 2016 und 2017 werden sowohl auf globaler als auch europäischer Ebene in etwa dem Jahr 2015 ähneln“, wagt er die Prognose.