Liebherr Components, hinter dem Namen verbirgt sich ein Anbieter von Steuerungs- und Automatisierungstechnik mit acht Fertigungsstandorten und knapp 3800 Mitarbeitern. Zum Umsatz wollte man zwar keine konkreten Zahlen nennen, zumal die Sparte bislang als Dienstleister vor allem innerhalb des Konzerns agiert. Die Einordnung erleichtert ein Vergleich: Schwergewichte der Automatisierungsszene wie BuR oder Beckhoff Automation haben jeweils rund 2800 Mitarbeiter und erzielen Umsätze jenseits der 600-Millionen-Euro-Marke. Es betritt also kein kleiner Marktteilnehmer die Automatisierungsbühne.

Dass die Produkte konkurrenzfähig sind, belegen zum einen die Branchen, für die Liebherr Components Lösungen entwickelt, darunter für Baumaschinen ( Erdbewegungen, Mining, Betontechnik) sowie Aerospace und Verkehrstechnik bis hin zu Turm-, Fahrzeug, und maritime Krane. Nicht zu vergessen die Hausgeräte sowie Werkzeugmaschinen und Automationssysteme. „Wir bekommen von unseren Schwestern keinen Konzern-Bonus“, erklärte Simone Stier vom Liebherr-Marketing. Ganz im Gegenteil: „Unsere Komponenten müssen eigentlich immer besser sein als vergleichbare Produkte von Wettbewerbern.“ Warum also nicht die Lösungen in der Breite vermarkten und Anwendern in Branchen mit ähnlichen Anforderungen anbieten?

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Zwei kompakte Leistungsmodule erweitern die Skalierungsmöglichkeiten bei der Umrichtertechnik.
insgesamt acht kompakte Leistungsmodule ermöglichen die Skalierung der Umrichtertechnik bis 3,5 MW.
Liebherr Components übernimmt auch die komplette Planung und Realisierung von Schaltanlagen und Steuerschränken.

Auf der SPS IPC Drives zeigte Liebherr Components Lösungen aus den Bereichen Leistungselektronik, Steuer- und Regelelektronik, Schaltanlagen und elektrischen Maschinen. Dazu zählt eine System-Lösung speziell für mobile Arbeitsmaschinen bestehend aus einer kompakten Control Unit, Digitalkamera und Display. Die frei programmierbare Steuerung ermöglicht kundenspezifische Sicherheitsfunktionen bis Performance Level d. Entsprechend den Anforderungen der Liebherr-Sparten sind das robuste Thermo-Design-Gehäuse und die Elektronik für die Anforderungen der Schutzklasse IP69K ausgelegt. In Kombination mit der einfach integrierbaren Kamera und dem Sonnenlicht-tauglichen Multi-Touch Display erhalten Kunden ein abgestimmtes System.

Das Highlight für Simone Stier ist jedoch der modulare Frequenzumrichter: Erweitert um zwei Module umfasst die Baureihe jetzt acht Leistungsmodule von 100 kW bis 1 MW, die sich individuell zusammenstellen lassen. Die Expertise als Schaltanlagen-Lieferant demonstrierte Liebherr anhand einer Kran-Applikation, die für eine Konzernschwester platzsparend und mit hohen Sicherheitsanforderungen realisiert werden musste. Die Einhaltung länderspezifischer Vorschriften bezüglich elektrischer und funktionaler Sicherheit sowie EMV sind aufgrund des globalen Einsatzes der Krane selbstverständlich.

Bei den elektrischen Maschinen zeigte Liebherr einen Querschnitt durch das Portfolio: kompakte luftgekühlte Asynchron-Kurzschlussläufermotoren, flüssigkeitsgekühlte Permanentmagnetmaschinen und Synchrongeneratoren. Der Leistungsbereich der Motoren reicht von 4 kW bis 2.000 kW, bei Generatoren bis zu 3.500 kW. „Die Motoren sind für den Einsatz mit Frequenzumrichter und für hochdynamische Anwendung konzipiert“, betonte Stier. Szenarien wie sie für den klassischen Maschinen- und Anlagenbau typisch sind.