Bei der Lieferkettenfinanzierung treibt der Lieferant seine Rechnung nicht beim Kunden ein, sondern wendet sich an einen Finanzierer, der den Betrag viel schneller begleicht als der Kunde.

Bei der Lieferkettenfinanzierung treibt der Lieferant seine Rechnung nicht beim Kunden ein, sondern wendet sich an einen Finanzierer, der den Betrag viel schneller begleicht als der Kunde.Demica

Die Freisetzung von gebundenem Betriebskapital steht für viele Unternehmen im Fokus der Finanzstrategie. Gemäß der jüngsten Demica-Studie beobachteten 83 Prozent von knapp unter 80 befragten Corporate Treasurern und Finanzmanagern ein stark wachsendes Interesse an Lieferkettenfinanzierung (Supply Chain Finance, SCF). Bei SCF-Lösungen kooperieren Käufer, Lieferanten und Banken, um die Kapitalflüsse innerhalb der Lieferkette zu verbessern. So kann beispielsweise ein EMS-Unternehmen beim Kauf von Halbleitern zum Einbau in Platinen den sofortigen Rechnungsausgleich für den Lieferanten ermöglichen. Die Hausbank des Käuferunternehmens bezahlt den ausstehenden Betrag abzüglich Finanzierungskosten. Für den Platinenhersteller gilt weiterhin das ursprüngliche Zahlungsziel. Dieses kann bei Bedarf verlängert werden, zum Beispiel um die Zeit bis zum Rechnungsausgleich durch den Endkunden, typischerweise ein Systemintegrator, zu überbrücken.