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Die Linearmotoren der Serie P10-70 sind mit Spitzenkräften bis zu 2.500 N die leistungsstärksten Motoren im Programm des Herstellers. Roßmann

Mit Linearmotoren lässt sich wesentlich dynamischer, präziser und flexibler positionieren als mit Pneumatik-Zylindern, beispielsweise bei Füll-, Verschließ- und Verpackungsabläufen. Den Beweis haben tubulare Linearmotoren bei der Schweizer Chocolat Frey im Rahmen einer Produktionserweiterung erbracht.

Aufgrund der hohen Nachfrage nach sogenannten Napolitains – das sind die kleinen Schoko-Täfelchen, die im Bistro gerne zu einer Tasse Kaffee serviert werden – gab der größte Schweizer Schokoladenhersteller, den Startschuss für eine weitere Fertigungslinie. Denn die zwei bis heute genutzten Linien, Baujahr 1988 und 1990, waren mit der Produktion der kleinen Schoko-Täfelchen komplett ausgelastet.

Deswegen enthielt das Lastenheft als zentrale Forderung an das Maschinendesign einen deutlich höheren Ausstoß für die Gießanlage: Die neue Anlage sollte in einer Stunde bis zu 2 Tonnen Schokolademasse bewältigen.

Diese Vorgabe hat der Maschinenbauer, der schon für die älteren Linien verantwortlich zeichnete, erfüllt. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein Linearmotor von Linmot. Der Antrieb übernimmt die Prozess-kritische Aufgabe, die rund 850 x 380 mm großen Kunststoff-Formen mit Aussparungen für 225 Täfelchen (25 x 9 mm) vom Transportband anzuheben in Richtung der feststehenden Gießdüsen.

Um unerwünschte Spritzer und Lufteinschlüsse zu vermeiden, werden die Gießformen in Richtung der feststehenden Gießdüsen angehoben – individuell nach Produkt-spezifischen Parametern.

Um unerwünschte Spritzer und Lufteinschlüsse zu vermeiden, werden die Gießformen in Richtung der feststehenden Gießdüsen angehoben – individuell nach Produkt-spezifischen Parametern. Roßmann

Gießen ohne Einschlüsse oder Spritzer

„Wenn die flüssige Schokolade durch das Gießsystem in die Form eingebracht wird, muss der Abstand zwischen Füllpegel und Gießdüsen möglichst gering sein“, erläutert Manfred Leuenberger, Technischer Leiter im Bereich Confiserie. Das Ziel: Lufteinschlüsse oder Spritzer auf den Gussformen zu vermeiden.

Bei den älteren Linien übernimmt ein Pneumatik-Zylinder das Anheben der Formen. Doch ein Blick auf diesen Vorgang offenbart eine Schwäche der mittels Druckluft betriebenen Arbeitszylinder: Die Bewegung ist ruckelig und beim Absenken fällt die Form ziemlich unsanft zurück auf die Transportschienen.

Ganz anders der Linearmotor: Der komplette Bewegungsablauf ist trotz der höheren Dynamik sanfter, was sowohl das Produkt wie auch die gesamte Mechanik der Maschinen schont.

Weniger ins Auge sticht ein weiterer Aspekt der elektrischen Antriebstechnik: „Der Linearmotor erlaubt durch sein integriertes Messsystem eine wesentlich exaktere Positionierung der Formen und wir kennen in jedem Moment die genaue Position der Gießform“, stellt Leuenberger heraus. Somit kann der Abstand zwischen Füllpegel und Form exakt nachgeführt werden – in diesem Fall mit einer Präzision im Zehntelmillimeterbereich.

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