Das Abkommen soll Anbieter Macom nicht nur ermöglichen, auf eine vergrößerte Siliziumwafer-Fertigungskapazität zurückgreifen. Es räumt zudem ST das Recht ein, eigene GaN-on-Silicon-Produkte zu produzieren und in HF-Märkten neben Mobiltelefonen, Mobilfunk-Basisstationen und den entsprechenden Infrastruktur-Anwendungen zu vertreiben. Anbieter Macom erhofft sich zudem von einer verbesserten Kostenstruktur profitieren zu können. Die bestehende Silizium-LDMOS-Technologie könnte angesichts dieser Entwicklung verdrängt und die Verbreitung von GaN on Silicon auf Mainstream-Märkten beschleunigt werden, so die Überlegung des Anbieters. Bereits seit einigen Jahren planen ST und Macom, die GaN-on-Silicon-Produktion in der CMOS-Wafer-Fab von ST aufzunehmen. Nun soll die Produktion von Mustern bei ST im Jahr 2018 beginnen.

GaN-on-Silicon

Bereits seit mehreren Jahren planen ST Microelectronics und Macom eine gemeinsame GaN-on-Silicon-Produktion. Macom

„Bisher hat Macom die Vorzüge von GaN-on-Silicon mithilfe normaler Verbundhalbleiter-Fabriken verfeinert und nachgewiesen, wobei die HF-Performance und die Zuverlässigkeit der teuren Alternativtechnologie GaN on SiC erreicht oder gar übertroffen wurde“, berichtet John Croteau, President und CEO von Macom. Von der Zusammenarbeit mit ST erwarte man nun, die Stärken dieser GaN-Innovationen in einer Silizium-Lieferkette ausspielen zu können.

Marco Monti, President der Automotive and Discrete Product Group bei ST Microelectronics erläutert: „So interessant der Ausbau der Chancen für bestehende HF-Anwendungen auch ist, reizt es uns doch noch mehr, unsere GaN on Silicon-Technologie in neuen RF-Energy-Anwendungen einzusetzen.“ Das betreffe insbesondere den Automobilbereich, wo es beispielsweise um Plasma-Zündungen für eine effizientere Verbrennung in konventionellen Motoren gehe, sowie den RF-Lighting-Bereich, wo an effizienteren und langlebigeren Beleuchtungssystemen gearbeitet werde.

„Sobald bei den Hochleistungs-HF-Halbleiterbausteinen die Grenze von 0,04 US-Dollar pro Watt durchbrochen ist, könnten sich immense Chancen für den RF-Energy-Markt ergeben“, erklärt Eric Higham, Director Advanced Semiconductor Applications Service bei Strategy Analytics. Der potenzielle Absatz von RF-Energy-Bauelementen könnte Hunderte von Millionen Stück betragen, wobei die Anwendungen von konventionellen Mikrowellenherden über Automobilbeleuchtungen und -zündsysteme bis zur Plasmabeleuchtungen reicht. Hier sind Umsätze von einigen Milliarden Dollar möglich.