Unternehmen vernetzen ihre Anlagen zunehmend. Dabei setzen sie laut Frost & Sullivan lieber auf bekannte statt neue Technik.

Unternehmen vernetzen ihre Anlagen zunehmend. Dabei setzen sie laut Frost & Sullivan lieber auf bekannte statt neue Technik.Mystock – Fotolia.com

Laut einer aktuellen Studie von Frost & Sullivan verzeichnete der Europamarkt für industrielle Kommunikation im Jahr 2010 Umsätze von 854,1 Millionen Euro und wird bis zum Jahr 2015 auf 1,6 Milliarden Euro wachsen. Die Studie berücksichtigt Ethernet, Feldbus und drahtlose Übertragungstechnologien. Der steigende Bedarf an regelmäßiger Beobachtung und Kontrolle von Fertigungsabläufen und Qualitätssicherung fördert das Wachstum, da eine verbesserter Werkseffizienz immer mehr in den Fokus rückt.

Konservative Einstellungen von Endanwender, wie Pharma, Lebensmittel, Chemie sowie Öl & Gas, gegenüber der Einführung neuer Technologien hat jedoch die Einführung von industriellen Netzwerktechnologien wesentlich zurückgehalten. „Die Anwendung von Feldgeräten kommt hauptsächlich in Grüne-Wiese-Projekten vor, da Endanwender unschlüssig sind, vorhandene Werksinfrastruktur zu verändern. Viele fühlen sich mit den bisherigen Betriebsverfahren wohler,“ erklärt Katarzyna Owczarczyk, Senior Research Analystin bei Frost & Sullivan. „Daher sind sie weniger bereit, in industrielle Netzwerk-Lösungen zu investieren.“

Bedenken zur Systemzuverlässigkeit und -sicherheit treiben diesen Konservatismus weiter an. Während die Echtzeit-Technologie die Verfügbarkeit von Daten in Internet- und Intranetservern vereinfacht, ist jedoch die Sicherheit von Daten während der Übertragung nicht gewährleistet, da diese relativ zugänglich sind. Für Owczarczyk ist Aufklärungsarbeit seitens der Hersteller von Kommunikationstechnogie die Lösung: „Anbieter im Markt für industrielle Kommunikation müssen daran arbeiten, bei den Endanwendern ein größeres Bewusstsein für die Vorteile der industriellen Vernetzung im Herstellungsprozess zu erreichen.“