Marktplatz der Netzwerktechnik

Bei der neunten internationalen Fachmesse für Informationstechnologie und Telekommunikation spielen einmal mehr die Größen der Branche ihre Trümpfe aus, die von Cable bis Content reichen.

Die Exponet 2002 zeigt von 12. bis 14. Februar 2002 im Austria Center Vienna 2002, dass der Netzwerksektor ungebrochen anwächst. Hewlett-Packard präsentiert im Vergleich zum Vorjahr sein Gesamtportfolio auf nahezu verdoppelter Fläche, auch die Software AG und UTA werden in punkto Messestand trumpfen. Die Kapsch AG sorgt ebenfalls schon im Vorfeld für Gesprächsstoff, denn zum Jahreswechsel trat die Umfirmierung der Schrack BusinessCom in Kapsch BusinessCom in Kraft. Der Anbieter von Kommunikations- und Netzwerklösungen wurde 2001 vom Kapsch-Konzern übernommen und zeigt heuer unter neuen Vorzeichen innovative Lösungen.
Was gibt´s zu sehen?
Generell ist Content ein heißes Stichwort auf der Exponet, wobei sich Anbieter bisher mit dem leidigen Problem herumschlagen mussten, dass Inhalte auf Webseiten bisher kaum praktisch gegen Bezahlung geliefert werden konnten. Als “E-Commerce-Enabler” wird die Micropayment-Lösung von Kapsch bezeichnet, die als Content-Billing-System selbst kleinste Beträge in Rechnung stellen kann. Der kostenpflichtige Content kann beim Kapsch-Micropayment-System bequem beim Provider bezahlt werden, gerade für die zukünftigen UMTS-Dienste stellt dies eine Schlüsselfunktion dar.
Zwei themenzentrierte Schwerpunkte werden auf der Exponet ebenfalls zu den Highlights zählen: “Information trifft Wissen” setzt den Fokus auf Dokumenten-, Knowledge- und Content-Management in vernetzten Systemen. Das “IT Security Center FEUERLAND” konzentriert sich wiederum auf Sicherheitsfragen im Brennpunkt der Informationstechnologie. Hier zeigen ausstellende Unternehmen wie Trend Micro, Sophos oder GFI Communications ihre Kompetenz in den Bereichen VPN, Virenschutz, Zutrittskontrolle, Biometrie, Disaster Recovery, Verschlüsselung oder auch Alarmierung- und Störfallmanagement auf.
Für die technologische Seite des “Netzwerkens? stehen Gebauer & Griller oder Dätwyler als Kabelspezialisten für Übertragungssysteme. Gebauer & Griller zeigt beispielsweise POFs (Polymere optische Fasern) die als Lichtwellenleiter auf Kunststoffbasis zur Licht- und Datenübertragung in Fahrzeugen herangezogen werden. Für Anwendungen im automotiven Bereich sind die Fasern aus Polymethylmethacrylat mit Fluorpolymer-Deckschicht optimal geeignet, da sie gute mechanische Flexibilität und geringes Gewicht aufweisen, unzerbrechlich und leicht zu schneiden sind sowie über eine simple Endenbehandlung und Steckermontage verfügen. Die geringen Kosten prädestinieren die POFs beispielsweise zur Datenübertragung in Navigationssystemen oder zur Beleuchtung für mehrere Armatureninstrumente.
Ein Gateway namens “UniGate”, das die Kommunikation und Visualisierung zwischen Gebäudebussystemen und der Intra- und Internet-Welt ermöglicht, stellt die Würzburger Dätwyler IT & Building Services, eine Business Unit von Dätwyler vor. Anwender können damit über TCP/IP-Datennetze, übers Internet und über ein WAP-fähiges Handy alle in einem Gebäude installierten Gewerke ? also Heizung, Klimaanlage, Lüftung, Beleuchtung, Sonnenschutz und Gebäudeüberwachung ? steuern und überwachen. Das Gateway ist mit einem integrierten Webserver und einem IETS-Server für die Fernwartung des European Installation Bus (EIB) ausgestattet. Dadurch wird die Visualisierung und Steuerung des EIB erheblich vereinfacht. Durch den Einsatz einer Webcam können Schaltvorgänge live mit verfolgt werden. UniGate wird über eine 10 Mbit/s Ethernet-Schnittstelle an das Datennetz angeschlossen. Die Kopplung des Gateways mit dem Bus, etwa der Ecobus-Gebäudesystemtechnik von Dätwyler, erfolgt über die EIB-Datenschiene.

Konkurrenz schläft nicht
Trotz vieler Innovationen gibt es auch Sorgen rund um die Exponet. Der TELCO Trend der Mummert + Partner Unternehmensberatung ? eine regelmäßige Befragung von 146 Fach- und Führungskräften der Telekommunikationsbranche ? räumt ein, dass für die TK-Branche der Fahrplan für 2002 klar ist: Die Kosten werden als größte Herausforderung bezeichnet. 55 Prozent der Telekommunikationsexperten sehen Sparzwänge, aber auch die Bedeutung der Kundenbindung steigt. Auf Rang drei der Herausforderungs-Skala folgt DSL (Digital Subscriber Line), dessen Vermarktung zu forcieren sei.
Für die Macher der Exponet scheint vorerst kein Handlungsbedarf gegeben zu sein, wenn auch hier unliebsame Konkurrenz dräut. So setzen die Reed-Messe-Macher zur Attacke an und führen von 25. bis 27. April 2002 im Messe-Zentrum Salzburg erstmals die jährlich geplante Messe “e-solutions” auf ? wohl als Antwort auf die Exponet gedacht. Als Fachmesse für IT-Lösungen im Bereich von KMUs und e-Logistik-Tagung konzentriert man sich hier aber vorerst auf Westösterreich und Bayern. Die Ifabo 2002 von 17. bis 20. September wird hingegen unter dem Motto “e-intelligence, IT- und Kommunikationslösungen” nichts unversucht lassen, zu den Erfolgen des DC-Messen-Teams mit seiner Exponet aufschließen zu können.

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